Fidler: Ende der Pandemie noch nicht erreicht

03. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Armin Fidler ist Public-Health-Experte und Mitglied der Ampelkommission. Im PULS 24 Interview erklärt er, dass das Ende der Pandemie noch nicht erreicht wurde, wie es von US-Präsident Biden und der WHO angedeutet wurde.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Ghebreyesus hat vor weniger als einem Monat verkündet, dass er die Chance auf ein Ende der Corona-Pandemie sieht. Es verbreitete damit Hoffnung auf der ganzen Welt, dass nach zwei Jahren wieder Normalität einkehren würde. Auch US-Präsident Joe Biden meinte in einem Interview mit dem Fernsehsender "CBS", dass die Pandemie vorbei sei. 

Trotz dieser optimistischen Aussagen geben beide Männer noch nicht vollständige Entwarnung. Fidler selbst würde nicht sagen, dass die Pandemie zu Ende sei: "Davon ist keine Rede". Der Schweregrad habe sich jedoch gewandelt. Fast alle auf der Welt hätten inzwischen Vorerfahrung mit dem Virus. 

Keine "spezifischen Maßnahmen"

Wir befänden uns in einer "anderen Ausgangslage" als noch vor 2 Jahren. Viele Menschen wären inzwischen geimpft/geboostert, hätten eine Grundimmunisierung oder eine Infizierung hinter sich. Der Public-Health-Experte glaubt jedoch nicht, dass im kommenden Herbst und Winter "spezifische Maßnahmen" ergriffen werden. Man hätte viel dazugelernt und man wisse, wie man mit dieser Pandemie umzugehen hat.

Die Fallzahlen bilden inzwischen nicht mehr die "tatsächliche epidemiologische Situation" ab, sagt Fidler. Man müsse jetzt auf andere Indikatoren wie Abwässer, Intensiv- und Normalstationen sowie Ausfall der Personals blicken. 

Vulnerable Bevölkerungsgruppe schützen

Trotzdem gilt es, laut Fidler, vulnerable Bevölkerungsgruppe zu schützen. Auch eine Einnahme des Medikamentes "Paxlovid" würde er Personen von "hohem Alter und mit pre-existierenden Erkrankungen" empfehlen. Virologen Norbert Nowotny meinte in einem Interview, man sollte mit der Einnahmen des Medikamentes warten, bis ein schwerer Verlauf einsetzt. Fidler widerspricht hier Nowotny: PULS 24 gegenüber erklärt er, dass man innerhalb der ersten fünf Tage nach Auftreten der Symptome mit einer "Paxlovid"-Kur beginnen sollte.

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz