APA - Austria Presse Agentur

Ampel-Kommission schaltet fast ganz Österreich auf Rot

29. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Die Corona-Ampel könnte am Donnerstag für weite Teile Österreichs auf Rot springen. Ein Expertenvorschlag sieht vor, 76 der 93 Regionen zum Hochrisikogebiet zu erklären.

Laut der Experten-Empfehlung an die Ampel-Kommission, die der "APA" vorliegt, werden 51 weitere Bezirke bzw. Regionen zur Rot-Schaltung vorgeschlagen. Bisher waren 25 Regionen als Gebiete mit "sehr hohem" Risiko eingestuft. Damit wären dann 76 der insgesamt 93 in der Ampel definierten Regionen Hochrisiko-Gebiete. Auch Wien wird wahrscheinlich betroffen sein. Die Sitzung der Kommission beginnt um 14.00 Uhr.

Folgt die Kommission den Vorschlägen, werden weite Teile der Österreich-Karte rot ("sehr hohes Risiko") eingefärbt. Von Rot-Schaltungen betroffen wären dann alle Bundesländer - zuletzt waren noch Wien (das als gesamte Region beurteilt wird) und Kärnten ohne rote Flecken.

Keine grünen Regionen mehr, nur vier bleiben gelb

Der Vorschlag sieht neben Wien auch ganz Salzburg sowie Oberösterreich komplett rot. Grün wäre keine einzige Region mehr, gelb ("mittleres Risiko") lediglich vier: Spittal an der Drau (Kärnten), Murau (Steiermark), sowie die Regionen Großes Walsertal und Klostertal-Arlberg (jeweils Vorarlberg).

Darüber hinaus wird für dreizehn Regionen die Schaltung auf Orange vorgeschlagen: In Vorarlberg die Region Bregenzerwald-Kleinwalsertal, in Tirol der Bezirk Reutte. In Niederösterreich sind die Bezirke Scheibbs, Mistelbach, Horn und Hollabrunn für Orange vorgeschlagen - der Rest rot.

In Kärnten lautet die Empfehlung, die Regionen Villach Stadt, Villach Land, Klagenfurt Land, St. Veit an der Glan und Feldkirchen auf Orange zu stellen. Rot wären im südlichsten Bundesland demnach Klagenfurt, Hermagor, Völkermarkt und Wolfsberg. Im Burgenland wäre alles rot bis auf Güssing und Neusiedl/See, hier lautet die Empfehlung Orange.

Diskutiert wird laut "APA"-Informationen auch erstmals eine Rot-Schaltung von ganz Österreich, was ebenfalls möglich ist. Ein Ergebnis der Kommissionssitzung wird für den Abend erwartet.

Virologe: Die meisten Infektionen passieren im öffentlichen Raum

Der Virologe Norbert Nowotny (VetMed Uni Wien) erklärt im Interview mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros die Aussage, dass 40 Prozent der Ansteckungen im Haushalt passieren. Wo diese Infektionen herkommen sei aber nicht bekannt. Diese kommen also aus dem öffentlichen Raum.

Entscheidung über Maßnahmen vertagt

In einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag gaben Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) noch keine neuen Maßnahmenverschärfung nach dem Vorbild Deutschlands bekannt. Stattdessen werde man sich Freitag und Samstag mit Experten, Landeshauptleuten und allen Parlamentsparteien beraten um erst am Samstag eine Entscheidung bekannt geben.

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Quelle: Redaktion / hos