Ärztlicher Leiter in OÖ: Dringliche OPs in zwei bis drei Wochen nicht mehr möglich

04. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Man werde "viel Leid" in den Spitälern sehen, wenn nicht bald die Impfquote steigt, ist sich der ärztliche Leiter der Salzkammergut-Kliniken sicher. In zwei bis drei Wochen, so schätzt er, könnten auch dringliche Eingriffe nicht mehr durchgeführt werden.

Die Lage im Salzkammergut-Klinikum sei "sehr herausfordernd", schildert der ärztliche Leiter Tilman Königswieser, der auch im oberösterreichischen Krisenstab sitzt. Inzidenzen und damit auch die Belegung der Betten steigen, sowohl auf der Normal- als auch auf der Intensivstation. Immer mehr müsse man sich "ausschließlich auf Corona-Betreuung und das Allernötigste" konzentrieren. Bei 1.000 Betten wären fast 100 mit Covid-Patienten belegt.

Die österreichweiten Corona-Neuinfektionen haben sich innerhalb einer Woche fast verdoppelt. Auch Oberösterreich verzeichnet mit fast 2.000 neuen Fällen Höchstzahlen.

Einheitliche Regeln gefordert

"Wenn wir es nicht bald schaffen, die Inzidenz-Kurve abzuflachen, werden wir in den Krankenanstalten an unsere Leistungsgrenzen stoßen." Er sei jenen Politikern dankbar, die den Ernst der Lage erkennen und sich für Corona-Maßnahmen und Impfungen einsetzen. Als Gesellschaft schaffe man es offenbar nicht, sich an gewisse Regeln zu halten und Impfungen zu vertrauen.

Er fordert eindringlich einheitliche Regeln. Selbst als Experte kenne man sich nicht mehr aus und wisse nicht, welche Maßnahmen in welchen Bezirken und Bundesländern gelten. Das Virus mache vor Grenzen aber nicht halt.

Dringliche Eingriffe nur noch 2-3 Wochen möglich

Manche Belastungsgrenzen seien bereits erreicht. Schon jetzt würden OPs verschoben. Das Dringlichste könne noch "mehr oder weniger gut" geleistet werden. Königswieser schätzt, dass in zwei bis drei Wochen auch dringliche Eingriffe nicht mehr gemacht werden können.

Die Leute sollen sich impfen lassen, sonst werde man "viel Leid" sehen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam