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"Tausche Weizen gegen Haus": Chinas Makler reagieren auf Immobilien-Flaute

21. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Die Flaute auf dem chinesischen Häusermarkt hat einen Immobilienentwickler in der Provinz Henan zu einer neuen Form von Marketing veranlasst.

Anzahlungen können Käufer auch in Form von Weizen- oder Knoblauch-Lieferungen leisten, wie aus Anzeigen des Unternehmens Central China Real Estate hervorgeht.

Laut der kürzlich unter dem Titel "Tausche Weizen gegen Haus" geschalteten Annonce ist es bei einem der Bauprojekte der Firma gestattet, bis zu 160.000 Yuan (22.730 Euro) in Form von Getreide anzuzahlen. Eine ähnliche Werbeaktion mit Knoblauch als Vorschuss-Währung vor einigen Wochen brachte dem Unternehmen binnen 16 Tagen gut 850 Klicks und 30 Geschäftsabschlüsse ein.

Kampagne für Bauern

Die Kampagne zielt in erster Linie auf Landwirte ab, wie eine Maklerin von Central China Real Estate erklärte. Das neue Angebot sei am Montag gestartet worden und gelte bis 10. Juli. Verkauft werden sollten Häuser für 600.000 bis 900.000 Yuan. Das Unternehmen legt in der Anzeige für die Anzahlungen einen Weizen- und Knoblauch-Preis fest, der über Großmarktpreisen liegt. So werden für Weizen zwei und für Knoblauch fünf Yuan pro umgerechnet rund 500 Gramm veranschlagt. Der Marktpreis liegt für beide Lebensmittel bei rund 1,5 Yuan pro 500 Gramm.

Corona sorgte für Flaute

Chinas einst florierender und für die Gesamtwirtschaft sehr wichtige Immobilienmarkt hat sich zu Jahresbeginn unter dem Druck strenger Coronamaßnahmen stark abgeschwächt. Auch generelle Befürchtungen, die Häuserpreise könnten in den Keller gehen, setzen Projektentwicklern zu. Viele Städte in der ganzen Volksrepublik versuchen mit Subventionen, niedrigeren Mindest-Vorschüsse sowie Vergünstigungen für Familien mit mehr als einem Kind gegenzusteuern. Während Anzahlungen in Naturalien wie bei Central China Real Estate eher ungewöhnlich sind, locken viele Immobilienunternehmen die Kunden längst mit kostenlosen Parkplätzen und Handwerkerarbeiten für neu erworbene Häuser.

Konstantin AuerQuelle: Redaktion / koa