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Ryanair wegen Sprachtests für südafrikanische Fluggäste in der Kritik

07. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Die Fluglinie Ryanair verdonnert südafrikanische Fluggäste zu Sprachtests in Afrikaans. Anderenfalls dürfen diese nicht mitfliegen. Die Fluglinie begründet dies mit gefälschten südafrikanischen Pässen. Afrikaans ist jedoch nur eine von 11 offiziellen Sprachen.

Die irische Billig-Fluglinie Ryanair hat den Zorn seiner südafrikanischen Fluggäste auf sich gezogen. Die Fluglinie besteht nämlich seit kurzem bei Fluggästen aus Südafrika auf einen Test. Abgefragt wird laut Medienberichten Allgemeinwissen über Südafrika und zwar in der Sprache Afrikaans. Wer den Test nicht besteht, wird nicht befördert und bekommt sein Geld zurück.

Die Fluglinie begründet die Tests damit, dass gehäuft falsche südafrikanische Reisepässe im Umlauf seien, deshalb würde auf diese Weise überprüft, ob es sich bei den Fluggästen auch wirklich um südafrikanische Staatsbürger:innen handle. Das sorgt laut BBC dort für Unmut, denn Afrikaans ist nicht nur eine von 11 anerkannten Landessprachen sondern auch die Sprache der weißen Minderheit und damit des einstigen Apartheid-Regimes.

Rassismus-Vorwurf

Nur rund 13 Prozent der Bevölkerung Südafrikas haben Afrikaans als Muttersprache, wie eine Volkszählung von 2011 ergab. Es ist nach Zulu und isiXhosa (manchmal auch kurz Xhosa genannt) nur die am dritthäufigsten gesprochene Sprache. Dass Südafrika einzig mit Afrikaans verbunden werde, fassen daher viele Südafrikaner:innen als diskriminierend und rassistisch auf. Auch auf Social Media machen sie ihrem Ärger Luft.

Von der sprachlichen Diskriminierung abgesehen, soll der Test zudem voller grammatikalischer Fehler sein, berichtet die "Financial Times". Auf Medienanfragen, warum der Test nur in Afrikaans durchgeführt werde, wollte die Fluglinie nicht antworten.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos