Picek über Teuerungen: Steuersenkungen reichen nicht

17. März 2022 · Lesedauer 2 min

Die Inflation ist zurzeit mit 5,9 Prozent auf einem Rekordwert. Hanno Lorenz, stellvertretender Direktor der "Agenda Austria", und Oliver Picek vom "MOMENTUM Institut" analysieren im PULS 24 Interview die Möglichkeiten der Regierung zum Teuerungsausgleich.

Die hohen Energiepreise haben die Inflationsrate auf 5,9 Prozent ansteigen lassen. Ein neuer Höchstwert, der SPÖ und NEOS empört zurücklässt. Die Opposition kritisiert hier vor allem die Tatenlosigkeit der Regierung.

"Abschaffung der kalten Progression ist notwendig"

Um der Teuerung entgegenzuwirken, fordern die NEOS u.a. die Abschaffung der kalten Progression. Diese Maßnahme hält auch Hanno Lorenz, stellvertretender Direktor bei "Agenda Austria", für sinnvoll. "Die Abschaffung der kalten Progression ist tatsächlich notwendig, damit die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung auch erhalten bleibt und sollte gerade im Anbetracht der höheren Inflationsrate auch dringend angegangen werden", sagt er im PULS 24 Interview.

Für Oliver Picek vom "MOMENTUM Institut" könne man diese Maßnahmen "grundsätzlich überlegen". Für ihn sei sie allerdings kein effektives Mittel zum Teuerungsausgleich, wie er im PULS 24 Interview erklärt, da diese für Personen mit besonders niedrigem Einkommen kaum spürbar sei.

"Effektiver Preisdeckel" zum Teuerungsausgleich

Picek spricht sich hingegen für eine Preisdeckelung bei Strom- und Spritpreisen aus – wie es u.a. auch die SPÖ fordert. Trotz bereits sinkender Ölpreise hätten sich die Preise an den Tankstellen nicht geändert. Picek schlägt daher vor, die Gewinnspanne von Mineralölkonzernen "auf das langfristige Mittel" zu deckeln, "dann können die immer noch Gewinne schreiben (…), trotzdem könne man dadurch pro Liter Diesel und Benzin 40 Cent einsparen beim Preis. Das wäre für mich ein effektiver Preisdeckel, der funktionieren könnte", sagt er im PULS 24 Interview.

Lorenz mahnt hier vor zur Vorsicht. Man dürfe die Lage zwischen der Ukraine und Russland nicht außer Acht lassen. Mögliche Lieferstopps würden für Unsicherheit am Markt sorgen. Stattdessen sollte es zu einer Steuersenkung kommen, die die Einkommenssituation generell verbessern soll. Dadurch "wäre klimabewusstes Handeln auch weiterhin möglich", betont Lorenz.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea