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NoVA Erhöhung: Zahlen werden die Kunden

18. Dez 2020 · Lesedauer 3 min

Laut einer Umfrage des Fuhrparkverband Austria (FVA) werden 60 % der Befragten alle Kosten, die durch die erhöhte NoVA für Pkw bzw. durch die neue NoVA für leichte Nutzfahrzeuge entstehen, an die Kunden weitergeben.

Die Kritik um die Erhöhung der NoVa reißt nicht ab. Der Verband österreichischer Kraftfahrzeugbetriebe (VÖK) in der Wirtschaftskammer kritisiert die "Nacht-und-Nebel-Aktion" der türkis-grünen Bundesregierung und spricht von einem "Nackenschlag" ohne ökologischen Lenkungseffekt.  Für FPÖ-Chef Norbert Hofer bringt die Erhöhung der NoVa der Umwelt nichts, mache aber den Unternehmern das Leben schwer - er plädiert für eine Erhöhung der Mineralölsteuer und eine Umweltprämie beim Umsteig auf neue Fahrzeuge.

Und auch innerhalb der türkis-grünen Koalition ist man sich uneinig. Der ÖVP-Wirtschaftsbund hat dem kleinen Partner praktisch die alleinige Schuld an der Steigerung der Autokauf-Abgabe vor allem für dicke Brummer gegeben. "Mit diesen Plänen crashen die Grünen die wirtschaftliche Erholung nach der Krise", so Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger. Für Jakob Schwarz von den Grünen ist dies "Realitätsverweigerung", denn die "NoVA lenkt die Entscheidungen darüber, welche Autos die nächsten zehn bis 20 Jahre auf unseren Straßen fahren werden". Dass die NoVA-Erhöhung auch Unternehmen betrifft, erachtet Schwarz als "selbstverständlich", sehr wohl gebe es saubere Alternativfahrzeuge für bisher von Ausnahmeregelungen profitierenden Pick-ups und Lieferwagen. "Im Grunde haben wir hier nur ein Steuerschlupfloch geschlossen."

Sicht der Unternehmen

Die Sicht der Unternehmen wollte der Fuhrparkverband Austria (FVA) abbilden und befragte 135 Unternehmen, die knapp 25.000 Fahrzeuge in ihrem Fuhrpark betreiben – 8.987 leichte Nutzfahrzeuge bzw. 15.744 Pkw. 90 Prozent der Unternehmer halten laut der Umfrage die Erhöhung für falsch, 89 Prozent beurteilen die beim Kauf fällige Normverbrauchsangabe per se für kein taugliches Steuerinstrument, um die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich zu senken.

Kosten werden an Kunden weitergeben

Laut den Ergebnissen werden 60 % der Befragten alle Kosten, die durch die erhöhte NoVA für Pkw bzw. durch die neue NoVA für leichte Nutzfahrzeuge entstehen, an die Kunden weitergeben. 16 % werden zumindest einen Teil der Kosten anrechnen, 13 % haben sich dazu noch keine Gedanken gemacht. Darüber hinaus spielen 22 % der Unternehmen mit dem Gedanken in Zukunft vermehrt Fahrzeuge im Ausland zuzulassen und in Österreich zu betreiben.

Einsatzzeit wird verdoppelt

Ebenfalls wollen 66 Prozent der befragten Unternehmen ihre Fahrzeuge in Zukunft länger nutzen. Wobei sich die Nutzungsdauer bei den Pkw in über einem Drittel der Unternehmen um 1 bis 2 Jahre und in fast einem Drittel um 3 bis 4 Jahre verlängern wird. Bei den leichten Nutzfahrzeugen wird fast jedes dritte Unternehmen den Einsatzzeitraum um 1 bis 2 Jahre und nahezu die Hälfte um 3 bis 4 Jahre verlängern. Das heißt, ältere und damit meist emssionsstärkere Fahrzeuge bleiben fast doppelt so lange im Einsatz.

Umstieg auf Stromer

Natürlich machen sich die Unternehmen Gedanken darüber, wie auch sie auf emissionsärme Fahrzeuge umsteigen können. Besonders im Hinblick auf die Elektromobilität gibt es aber die auch im Privatbereich bekannten Probleme: Für 86 Prozent scheitert der Umsteig an einer zu geringen Reichweite, für 57 Prozent an zu wenig Lademöglichkeiten, 55 Prozent können nicht so viel zuladen, wie nötig und für 52 Prozent scheitert es schlicht und einfach an den Kosten.

Henning Heise, Obmann Fuhrparkverband Austria, ist sich nach der Studie sicher, "dass die gewünschte Wirkung der NoVA-Reform nicht erzielt wird, sondern die Unternehmen gegenteilig reagieren" und fordert "eine Überarbeitung des beschlossenen Gesetzes".

Hinweis zur Umfrage: Die Online-Befragung läuft noch bis Ende Jänner 2021. Mit Stand 16.12.2020, 12.00 Uhr haben 135 Teilnehmer die Befragung absolviert. Die Umfrage ist unter folgender URL erreichbar: https://de.surveymonkey.com/r/FVA-Umfrage-NoVA-2021

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe