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Lagarde: Zinserhöhung erst bei Anleihenkauf-Ende

14. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird laut Notenbankchefin Christine Lagarde die Schlüsselzinssätze erst einige Zeit nach dem Ende ihrer Anleihenkäufe erhöhen.

Die EZB halte an der anvisierten Reihenfolge fest, sagte Lagarde am Donnerstag nach der Zinssitzung. "Die Reihenfolge, auf die wir uns geeinigt haben, ist: Zuerst die Netto-Anleihenkäufe abschließen und einige Zeit danach über die Zinserhöhung und nachfolgende Zinserhöhungen entscheiden."

Keine genauen Angaben

Die Notenbank bestätige das sehr wahrscheinliche Ende der Anleihenkäufe im dritten Quartal, ohne genauer zu werden. Die EZB ließ offen, wann im Quartal das sein könnte. "Es könnte früh sein, es könnte spät sein", sagte die EZB-Chefin.

Lagarde äußerte sich auch dazu, was wie der Ausdruck "einige Zeit nach" zu verstehen ist, mit dem die EZB auf die Zeitspanne nach dem Ende der Anleihenkäufe bis zur ersten Zinserhöhung verweist. "Einige Zeit danach kann alles sein zwischen einer Woche bis zu mehreren Monaten", sagte die EZB-Präsidentin.

Letzte Erhöhung 2011 

Die EZB hatte zuletzt 2011 Leitzinsen angehoben. Seitdem kannten die Schlüsselzinsen im Euroraum nur eine Richtung: nach unten. Zuletzt waren die Stimmen in der EZB aber immer lauter geworden, die angesichts des jüngsten Inflationsschubs von einer baldigen Zinserhöhung ausgehen. Der Chef der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Robert Holzmann, hatte eine Zinserhöhung bereits für Spätsommer für möglich gehalten. Die Inflation war im Euroraum auf derzeit 7,5 Prozent geklettert. Damit liegt die Teuerung weit entfernt vom Ziel der Notenbank von zwei Prozent, das sie als optimal für die Wirtschaft anstrebt.

An den Finanzmärkten wird derzeit eine erste Zinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte für September erwartet. Insgesamt sind heuer rund zwei Anhebungen eingepreist. Hintergrund der absehbar strafferen Ausrichtung ist die hohe Inflation.

Quelle: Redaktion