APA - Austria Presse Agentur

NGOs fordern 99-Prozent-Sondersteuer für Superreiche

12. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Angesichts schleppender Impffortschritte in armen Ländern fordern Hilfsorganisationen eine einmalige Abgabe von 99 Prozent auf Gewinne, die Milliardäre während der Pandemie gemacht haben.

Eine einmalige Abgabe in Höhe von 99 Prozent würde weltweit rund 4,6 Billionen Euro für öffentliche Kassen bringen. Damit "ließen sich Covid-19-Impfungen für alle Menschen finanzieren", meinen die Hilfsorganisationen.

Selbst nach einer solchen Abgabe wären die rund 2.700 Milliardäre in der Welt noch reicher als vor der Pandemie, erklärte Oxfam am Donnerstag in Berlin. Die Hilfsorganisation stellte die Berechnungen gemeinsam mit dem Bündnis Fight Inequality, dem Institute for Policy Studies und der Initiative Patriotic Millionaires auf.

"Regierungen lassen es zu, dass eine Handvoll Superreicher obszönen Reichtum anhäuft, während Milliarden Menschen um ihre Existenz kämpfen und keinen Zugang zur rettenden Covid-19-Impfung haben", kritisierte Oxfam-Entwicklungsfinanzierungsexperte Tobias Hauschild.

Amazon-Gründer verdoppelte Vermögen nahezu

Das Vermögen von Amazon-Gründer Jeff Bezos beispielsweise sei während der Pandemie um 79,4 Milliarden auf 192,4 Milliarden Dollar gestiegen, rechnete der Zusammenschluss der Nichtregierungsorganisationen vor. Bezos "könnte mit seinem Reichtum persönlich dafür sorgen, dass ausreichend Impfstoff für alle Menschen auf der Welt vorhanden ist. Doch er gibt sein Geld lieber für einen aufregenden Flug ins All aus", erklärte Hauschild mit Blick auf den jüngsten Weltraum-Flug des Amazon-Gründers.

Quelle: Agenturen / apb