APA - Austria Presse Agentur

Kälte und Konflikt mit Russland treibt Gaspreis in Europa auf Rekord

21. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

Die winterliche Kälte und die diplomatischen Auseinandersetzungen mit Lieferland Russland haben den Gaspreis in Europa auf ein Rekordhoch steigen lassen.

Am Gasmarkt TTF in den Niederlanden sprang der Preis bis zum frühen Dienstagnachmittag um fast 20 Prozent auf 175,00 Euro pro Megawattstunde. Auch der Preis für britisches Erdgas zur Lieferung im kommenden Monat stieg stark.

Beide Preise hatten zuletzt am 6. Oktober Rekordhöhen erreicht: Der TTF-Preis lag damals bei 162,125 Euro, der Preis für britisches Erdgas bei 407,82 Pence je Therm - am Dienstag erreichte er 435,00 Pence. Damit liegen die Preise mittlerweile acht Mal so hoch wie zu Jahresbeginn.

Russland stoppt Lieferung über Jamal-Pipeline

Europa streitet über die Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee, die Europa mit russischem Gas versorgen soll. Gegner des Projekts kritisieren die Leitung als geopolitisches Instrument in den Händen Russlands. Mehrere EU-Länder fordern von Deutschland, die Pipeline im Ukraine-Konflikt als Druckmittel gegen Russland einzusetzen. Die Bundesregierung ist in der Frage uneins. Russland hat am Dienstag auch erneut die Erdgas-Lieferung über die russisch-europäische Pipeline Jamal-Europa gestoppt. Wie bereits an neun Tagen Anfang November wurde an der Verdichterstation Mallnow (Brandenburg, Deutschland) seit dem Vormittag Gas in die entgegengesetzte Richtung nach Polen gepumpt. Die Liefermenge war bereits in den drei Tagen zuvor deutlich reduziert worden.

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PULS 24 Reporterin Bettina Häberlin befragte Passanten in Wien, ob sie die höheren Strom-, Gas- und Benzinpreise bereits zu spüren bekommen.

Hinzu kommt, dass die Gasspeicher in Europa weniger voll sind als sonst zu Beginn des Winters. Außerdem liefern die Windkraftanlagen witterungsbedingt derzeit weniger Energie, so dass mehr Gas gebraucht wird.

AK fordert Maßnahmenpaket

In Österreich drängte die Arbeiterkammer (AK) angesichts der stark gestiegenen Strom- und Gaspreise auf ein Maßnahmenpaket von Bund, Ländern und Energieversorgern. Gefordert wurde am Dienstag unter anderem ein temporärer Abschaltverzicht bei länger ausstehenden Rechnungen, ein Recht auf Ratenzahlung, höhere Heizkostenzuschüsse der Länder und eine zeitlich befristete Reduktion der Umsatzsteuer für Strom und Gas auf 10 Prozent.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam