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EZB stockt Corona-Notkaufprogramm um 500 Milliarden auf

10. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Die Europäische Zentralbank (EZB) stockt ihr Corona-Notkaufprogramm PEPP massiv auf. Das Volumen wird um 500 Milliarden Euro erhöht.

Europas Währungshüter stemmen sich mit weiteren Milliarden gegen die wirtschaftlichen Folgen der zweiten Corona-Welle. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat eine Aufstockung ihres "Pandemic Emergency Purchase Programme" (PEPP) beschlossen. Es wird um 500 Milliarden Euro auf 1,85 Billionen Euro ausgeweitet. Die Laufzeit des Programms wird zudem um neun Monate bis mindestens Ende März 2022 verlängert.

Bei PEPP handelt sich dabei um eine geldpolitische Maßnahme, die die Preisstabilität und die Effektivität der Geldpolitik in der Eurozone während der COVID-19-Pandemie sicherstellen soll. Im Zuge dessen werden Anleihen öffentlicher und privater Schuldner angekauft.

Zugleich versorgt die EZB Geschäftsbanken mit weiteren besonders günstigen Langfristkrediten (PELTROs) und lockert die Bedingungen für bereits laufende Langfristkredite.

Leitzins bleibt unverändert

Außerdem belässt die EZB den Leitzins unverändert bei 0,0 Prozent. Der Einlagenzins für Banken bleibt ebenfalls unverändert bei minus 0,5 Prozent. Freibeträge für bestimmte Summen sollen die Institute bei den Kosten dafür entlasten.

EZB seit Jahren im Anti-Krisen-Modus

Hauptziel der EZB ist ein ausgewogenes Preisniveau bei einer mittelfristigen Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent im gemeinsamen Währungsraum. Dieser Zielwert wird seit Jahren verfehlt. Im November lag die Inflationsrate im Euroraum bei minus 0,3 Prozent.

Europas Währungshüter sind daher seit Jahren im Anti-Krisen-Modus. Die seit März 2015 mit Unterbrechung laufenden anderen Kaufprogramme der Notenbank für Anleihen haben mit etwas über drei Billionen Euro Ende November bereits ein gewaltiges Volumen erreicht.

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb