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Drittgrößte Kryptobörse der Welt FTX pleite

09. Nov. 2022 · Lesedauer 3 min

Im Kryptouniversum rumort es ordentlich. FTX, die drittgrößte Kryptobörse der Welt, kämpfte die letzten paar Tage mit massiven Zahlungsproblemen. Milliardär und Firmenchef Sam Bankman-Fried musste sein Unternehmen schließlich an den Branchenführer Binance verkaufen.

Kund:innen wollten innerhalb der letzten 72 Stunden rund sechs Milliarden Dollar abheben – zu viel für die Kryptobörse. Bankman-Fried teilte auf Twitter mit, dass der Verkauf dazu diene, um einen Bankenrun zu vermeiden und eine damit verbundene Liquiditätskrise zu stoppen. Kund:innen dürfen aufatmen, denn durch den Verkauf seien sie geschützt und würden voll ausbezahlt werden.

Changpeng Zhao, der CEO von Binance, ehemalige Mentor und erster Investor von Bankman-Fried veröffentlichte auf Twitter, dass eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet wurde. Die Übernahme werde dazu beitragen den "Liquiditätsengpass bei FTX zu überbrücken". In den nächsten Tagen wird ein Due-Diligence-Prozess, also eine sorgfältige Analyse und Bewertung, durchgeführt. 

Für wie viel Binance FTX übernimmt ist nicht bekannt. Vor wenigen Monaten war das Unternehmen noch 32 Milliarden Dollar wert. Diese Zahl dürfte inzwischen drastisch gesunken sein. Das US-Geschäft von FTX wäre im Deal allerdings nicht inkludiert. Es gilt als am wenigsten profitabler Bereich des Unternehmens.

Untersuchungen gegen FTX und FTX  US

Die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) sowie die unabhängige Regulierungsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) prüft nun die Beziehung zwischen FTX.com und FTX US. Außerdem wird untersucht, ob FTX ordnungsgemäß mit Kundengeldern umgegangen ist. Auch Bankman-Frieds Handelshaus Alameda Research wird beleuchtet.

Die Aufsichtsbehörden haben laut zweier anonymer Auskunftspersonen nach Einzelheiten der Eigentümerstruktur von FTX US und FTX.com gefragt, die sich nach nichtamerikanischen Kunden richtet. Die Aufsichtsbehörden interessieren sich für Überschneidungen zwischen Management- und Vorstandsstrukturen sowie für die finanziellen Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen. Zudem soll danach gefragt worden seien, ob Kundenkonten ordnungsgemäß getrennt wurden und wie sich die Investorenbasis bei FTX.com zusammensetze.

SEC-Vorsitzende Gary Gensler warnte wiederholt von dem Austausch digitaler Vermögenswerte.  Er sagte, dass viele Plattformen möglicherweise gegen Wertpapiergesetze verstoßen, indem sie Amerikanern nicht registrierte Wertpapiere anbieten, Kredite unangemessen vergeben oder sogar die Geschäfte ihrer Kunden vorantreiben.

Vermögen von Bankman-Fried um 94 Prozent geschrumpft

Laut Insidern der Finanzaufsichtsbehörde begann die Untersuchung von SEC bereits vor Monaten. Grund war FTX US und ihrer Crypto-Lending-Aktivitäten. Bei Crypto Lending handelt es sich um von Peer-to-Peer-Krediten auf Kryptowährungen. Kreditgeber verleihen Teile ihrer Coins und erhalten dafür Zinsen. Kreditnehmer bekommen dafür kurzfristig Kapital und zahlen dafür jedoch Zinsen.

Nach der Übernahmeankündigung stürzte sowohl der Kurs von Bitcoin als auch der, der meisten anderen Kryptowährungen. FTX-Gründer Bankman-Fried verlor ebenfalls einiges an Geld. Betrug sein Vermögen vor wenigen Tagen noch 16 Milliarden Dollar, ist dieses laut dem Bloomberg Billionaire Index nun um 94 Prozent geschrumpft. Er verfügt jetzt "nur mehr" über 991 Millionen Dollar.

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz