Altbaumieten steigen im Schnitt um fast 500 Euro im Jahr

17. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Die Richtwertmieten für Altbauten steigen das zweite Jahr in Folge, ab 1.4. müssen 8,6 Prozent mehr bezahlt werden. Die Arbeiterkammer spricht von 490 Euro Mehrkosten im Jahr pro Mieter:in und verlangt einen 2-prozentigen Mietpreisdeckel.

Durch die Energiekrise steigen die Preise - das schlägt sich ab dem 1. April bei den Mieten für Altbauwohnungen nieder, wie "Ö1" im Morgenjournal berichtet. Diese sollen um voraussichtlich 8,6 Prozent steigen. "Für eine:n Mieter oder Mieterin sind das durchschnittliche Mehrkosten von rund 490 Euro im Jahr", rechnet die AK vor. 

Mietverträge, die nach dem 1. März 1994 unterschrieben wurden und für private Altbauten, errichtet vor 1945, gelten, unterliegen dem Richtwertsystem. Die Basismiete ist gesetzlich geregelt. Fast 780.000 Personen in Österreich sind davon betroffen. Jedes zweite Jahr, am Stichtag 1.4. werden diese Mieten an die Inflation angepasst. 2021 wurde das wegen Corona um ein Jahr verschoben, die Mietpreise stiegen um fast sechs Prozent.

Die Inflation war 2022 auf einem Rekordhoch, wie schon seit den 1970er-Jahren nicht mehr und nur ein Jahr später kommt nun die nächste Anpassung. Die nächste Anpassung soll 2025 erfolgen. 

AK verlangt 2-Prozent-Deckel

Kritik an diesem System kommt von der Arbeiterkammer. Die Inflation sei ungeeignet, um Mieten zu bestimmen, sagt laut Ö1 Thomas Ritt von der Abteilungsleiter für kommunales Wohnen. Die Energiepreise treiben die Mieten in die Höhe, dabei würden die Mieterinnen und Mieter die höheren Kosten über die Betriebskosten sowieso schon tragen: "Die Vermieter haben nie und nimmer diese Kostensteigerungen in Höhe der Inflation, bekommen aber in Höhe der Inflation Mieterhöhungen."

Bis eine "gescheite Mietrechtsreform" kommt, will die Arbeiterkammer deshalb die Mieterhöhung mit zwei Prozent für alle Wohnungen deckeln. In anderen Ländern ist ein solcher schon in Kraft. Auf PULS 24 erklärte Ökonom Thomas Ritt, dass die Kosten für Vermietende nur schwach steigen, oft aber zehn bis 17 Prozent mehr verlangt werden. 

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Ritt: "Mieter zahlen doppelt"

Der Zentralverband Haus und Eigentum argumentiert dagegen, dass sie aktuelle Mieterhöhung eine reine "Wertanpassung" sei. Investitionen wie thermische Sanierung und Instandhaltungen würden mit einer Deckelung unmöglich werden. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam