APA - Austria Presse Agentur

Williams verpasst Finale der US Open und Chance auf Rekord

11. Sept 2020 · Lesedauer 3 min

Auch im neunten Anlauf seit ihrem Australian-Open-Triumph 2017 ist Serena Williams bei der Jagd nach dem Grand-Slam-Rekord gescheitert. Die 38-jährige US-Amerikanerin musste sich am Donnerstag bei ihren 20. US-Open im Halbfinale Victoria Asarenka 6:1,3:6,3:6 geschlagen geben. Im Endspiel trifft die Weißrussin (31) am Samstag (22.00 Uhr MESZ) auf die neun Jahre jüngere Naomi Osaka aus Japan.

"Wow, ich bin so dankbar", sagte Asarenka nach dem Sieg im Duell zweier Mütter und ihrem ersten Erfolg gegen Williams bei einem der vier wichtigsten Turniere. Für die Verliererin endete nach knapp zwei Stunden im fast menschenleeren Arthur-Ashe-Stadium und einem Ass von Asarenka erneut der Traum von der 24. Grand-Slam-Trophäe und der Einstellung des Rekordes der Australierin Margaret Court.

"Ich hoffe, wir konnten alle Mamas inspirieren, ihren Träumen nachzugehen", sagte Asarenka. Nach Angaben der Turnierveranstalter stehen nun erstmals in der Grand-Slam-Geschichte jeweils eine Mutter im Einzel- und im Doppel-Finale. Die Russin Vera Swonarewa bestreitet mit der Deutschen Laura Siegemund am Freitagabend das Endspiel gegen Nicole Melichar/Xu Yifan (USA/China).

Williams startete furios in den insgesamt 23. Vergleich mit Asarenka, die in Runde eins die Österreicherin Barbara Haas klar geschlagen hatte. Nach einer guten halben Stunde und zahlreichen haarsträubenden Fehlern ihrer Gegnerin entschied Williams den ersten Durchgang für sich und schien den 19. Sieg gegen Asarenka problemlos holen zu können. Im zweiten Satz legte die Weißrussin die Nervosität aber ab. "Sie wurde besser und besser. Vielleicht bin ich etwas zu sehr vom Gaspedal runter", sagte Williams. "Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich habe getan, was ich konnte heute. Ich habe alles gegeben."

Zu Beginn des dritten Durchganges musste sich Williams dann am bereits bandagierten linken Knöchel behandeln lassen und nahm eine medizinische Auszeit. Asarenka gelang anschließend das Break zum 2:0. 2017 hatte Williams die Australian Open gewonnen und war damals bereits schwanger. Nach ihrer Baby-Pause trat sie neunmal bei Grand Slams an, der so ersehnte 24. Titel aber gelang bisher nicht. Vier Finali erreichte sie (2018 und 2019 jeweils Wimbledon und US Open), viermal verlor sie dort.

Asarenka wiederum unterlag Williams 2012 und 2013 im Endspiel der US Open und erreichte jetzt ihr erstes Major-Finale seit sieben Jahren. Asarenka und Osaka streben beide ihren dritten Grand-Slam-Titel an. Osaka gewann die US Open 2018 und die Australian Open 2019, Asarenka feierte 2012 und 2013 Triumphe bei den Australian Open.

Seit Dezember 2016 ist Asarenka Mutter eines Sohnes mit dem Namen Leo. Danach hatte die Weißrussin wegen ihrer Babypause aber auch wegen eines Sorgerechtsstreites viel Terrain verloren. Vor den nunmehrigen US Open hatte sie in Cincinnati ihren ersten Turniersieg seit 2016 errungen. Und zwar kampflos, weil ihre damalige wie nunmehrige Finalgegnerin Osaka im Endspiel wegen einer Muskelverletzung nicht antreten konnte.

Osaka nutzte beim 7:6(1),3:6,6:3-Halbfinalsieg gegen Williams' US-Landsfrau Jennifer Brady ihren Auftritt erneut, um gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA zu protestieren. Während des Interviews trug sie einen Mund-Nasen-Schutz, auf dem der Name von Philando Castile stand. Der Afroamerikaner war Anfang Juli 2016 bei einer Verkehrskontrolle von einem Polizisten erschossen worden. Vor dem Turnier hatte Osaka gesagt, sie habe sieben Masken mit unterschiedlichen Namen dabei. Sie hoffe, dass sie alle tragen könne - was ihr durch den Einzug ins Finale nun gelungen ist.

Quelle: Agenturen