APA - Austria Presse Agentur

Wetter, Corona, Maskenpflicht - Olympia-Ärzteteam gefragt

17. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Das für Österreich zuständige medizinische Team bei den Sommerspielen in Tokio umfasst 20 Personen. Zu den fünf Ärztinnen und Ärzten kommen 15 Fachkräfte aus der Physiotherapie. Joachim Westermeier bildete als Leiter die Vorhut, er reiste mit 30 Kisten und insgesamt 600 Kilogramm Medikamenten, um für alle Fälle vorbereitet zu sein. Herausforderungen sind nicht nur die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit, sondern natürlich auch das Coronavirus und die Maskenpflicht.

Westermeier wird von Ines Berger-Uckermann, Lukas Brandner, Karl-Heinz Kristen und Richard Högler in medizinischen Belangen unterstützt, Letzterer reist als ÖLV-Verbandsarzt mit dem Marathonteam nach Sapporo mit. Die Abordnung der Physiotherapeuten wird von Thomas Hebenstreit koordiniert.

Pflicht ist überall außer beim Training und Wettkampf sowie Essen das Tragen der Masken, zwei Stück sind für jeden Sportler pro Tag vorgesehen. "Bei der großen Luftfeuchtigkeit ist das Maskentragen eine zusätzliche Herausforderung. Wenn die Maske feucht wird, lässt die Funktion etwas nach. Und man atmet schwerer", sagte Westermeier zur APA - Austria Presse Agentur.

83 Prozent der österreichischen Athletinnen und Athleten sind gegen das Coronavirus geimpft. In Japan wird der Gesundheitszustand der Aktiven genau beobachtet. "Es werden ja jeden Tag Antigengentests gemacht. Coronasymptome werden wir relativ schnell zuordnen können. Sobald Symptome da sind, wird ein PCR-Test gemacht. Die Symptome sind von Durchfall bis Kopfweh mannigfaltig." Das Virus sei seit eineinhalb Jahren eine sehr große Herausforderung und im Olympischen Dorf eine noch größere. "Wir haben sehr hohe Sicherheitsstandards bei unserem eigenen Team, zusätzlich zu den Sicherheitsvorkehrungen, die die Japaner treffen."

Nicht nur das Virus ist eine potenzielle Bedrohung für den Körper, sondern auch die klimatischen Verhältnisse. Viel trinken ist daher Pflicht. "Die Athleten wissen, wieviel sie brauchen. Sie sind alle Profis, haben sich darauf eingestellt und auch Wettkämpfe unter solchen Bedingungen gehabt. Sie wissen, damit umzugehen", ist Westermeier überzeugt. Das ÖOC hat nicht nur Kühlwesten und -pads, sondern auch ein Eisbad mit, das im Dorf in der Wohneinheit des ÖOC-Teams aufgebaut wurde.

Extra organisiert hat Chef de Mission Christoph Sieber auch noch Ergoräder, damit die Sportler im Olympischen Dorf nicht ins Fitnessstudio gehen müssen, so dieses überfüllt ist und sie besorgt sind wegen fehlenden Abstands, Schweiß und Atemausstoß. "Wir versuchen für die mitreisenden Athletinnen und Athleten die besten Grundvoraussetzungen zu schaffen, die es gibt. Sie müssen sich nicht damit belasten", erklärte ÖOC-Präsident Karl Stoss.

Quelle: Agenturen