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Wettbetrugsprozess um Fußball-Regionalliga Ost vertagt

13. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Wettbetrugsprozess rund um die Fußball-Regionalliga Ost hätte eigentlich heute, Dienstag, mit einem Urteil abgeschlossen werden sollen. Doch die Verhandlung wurde nach vier Prozesstagen nun für mehrere Monate vertagt. Die Gründe liegen in weiteren Erhebungen, die von der Kriminalpolizei durchgeführt werden. So sollen die Zahlungsflüsse der involvierten Spieler und Angeklagten noch einmal geprüft werden.

Im Raum steht, dass die Beschuldigten nicht nur mit ihren eigenen Namen auf Wettplattformen aktiv waren, sondern auch mit Fremdkonten gewettet haben - etwa mit dem Namen der Schwiegermutter. Damit könnte das Limit pro Spieler umgangen und das Betrugsausmaß möglicherweise weit höher sein, als in der Anklage angenommen. Staatsanwalt Hansjörg Bacher hatte von Anfang an gemeint, dass es sich nur um die "Spitze des Eisbergs" handle.

Einen Knalleffekt gab es bereits am zweiten Verhandlungstag vergangenen Dienstag, als ein Kriminalbeamter druckfrische Ermittlungsergebnisse vorlegte. Von da an war klar, dass der Prozess wohl nicht wie geplant in fünf Tagen über die Bühne gebracht werden kann. Während sich aufgrund der neuen Erhebungen der Verdacht gegen manche Beschuldigte, vor allem gegen den untergetauchten Drahtzieher, erhärtete, wurde einer der Angeklagten mangels ausreichender Beweise freigesprochen. Ein anderer, der nur bei einem Spiel beteiligt war, kam mit einer Diversion davon. Einer der beschuldigten Tormänner, der nur bei zwei Spielen "mitgewirkt" hatte und geständig war, wurde bereits zu einer Geldstrafe von 3.600 Euro verurteilt. Diese drei Entscheidungen sind bereits rechtskräftig.

Von den zunächst 15 Angeklagten bleiben somit neun Angeklagte übrig, denn neben dem untergetauchten Drahtzieher ist ein weiterer Beschuldigter noch vor der Verhandlung wegen einer Weisung der Behörden aus Österreich ausgereist und nicht zum Prozess erschienen. Zudem hatte ein anderer Verdächtigen die Anklage beeinsprucht, weshalb auch sein Verfahren ausgegliedert wurde. Bisher hat der Staatsanwalt die Anklage noch nicht ausgeweitet. Er dürfte wohl weitere Ermittlungsergebnisse abwarten. Im Raum steht neben schweren teils gewerbsmäßigen Betrug nun auch der Verdacht der Geldwäsche.

Den Verdächtigen wird vorgeworfen zumindest 19 Spiele zwischen März 2019 und September 2021 manipuliert und darauf gewettet zu haben. Betroffen sind vor allem Spiele der Regionalliga Ost, aber auch Matches der Wiener Stadtliga, eines vom Burgenland Cup, zwei ÖFB-Cupspiele und ein Freundschaftsspiel. Die meisten der Beschuldigten zeigten sich bisher großteils geständig, manche stritten ihre Beteiligung aber auch ab.

Quelle: Agenturen