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Vingegaard vor erstem Tour-Sieg, Van Aert gewinnt Zeitfahren

23. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Jonas Vingegaard ist der erste Sieg bei der Tour de France nur noch theoretisch zu nehmen. Der Däne verteidigte sein Gelbes Trikot am Samstag durch Platz zwei im 40,7 Kilometer langen Einzelzeitfahren von Lacapelle-Marival nach Rocamadour erfolgreich. Der Däne liegt 3:34 Minuten vor Titelverteidiger Tadej Pogacar, der im Kampf gegen die Uhr Platz drei belegte. Den Tagessieg holte sich Wout van Aert.

Da auf der Schlussetappe am Sonntag nach Paris traditionell nicht mehr angegriffen wird, kann nur noch ein unglücklicher Sturz Vingegaards den zweiten dänischen Tour-Sieg nach Bjarne Riis 1996 verhindern.

"Ich wusste vom letzten Jahr, dass ich das Niveau habe, um um den Titel zu kämpfen, aber ihn zu gewinnen, ist etwas anderes", erklärte Vingegaard, im Vorjahr Zweiter hinter Pogacar. "Ich habe immer daran geglaubt, dass ich eine Chance habe, die Tour zu gewinnen, aber es zu schaffen, ist wirklich unglaublich", sagte der Däne, der in der der Felsenstadt Rocamadour Freundin Trine Hansen küsste und Tochter Frida eine dänische Fahne in die Hand drückte.

Der zuletzt zweimal siegreiche Pogacar blickte schon aufs nächste Jahr, in dem es zum nächsten Duell der beiden Dominatoren der jüngsten drei Rundfahrten kommen könnte. "Ich sehe eine wirklich große Herausforderung in Jonas, den ich nicht bezwingen konnte. Ich freue mich auf die nächste Tour de France, um besser zu werden und dieses Hindernis zu überwinden", meinte der Slowene, der dann auch auf mehr Unterstützung durch sein Team hofft. "Wir hatten auch Pech, weil wir mit nur vier Fahrern (von acht) mit Verletzungen und Covid ins Ziel kamen." Auf der anderen Seite ist Jumbo-Visma "perfekt gefahren, sie haben gezeigt, dass sie stark sind", fügte er hinzu.

Den Tagessieg auf dem hügeligen Kurs sicherte sich Wout van Aert. Der Belgier benötigte 47:59 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,9 Stundenkilometern entspricht. Für Van Aert war es der dritte Etappensieg. "Heute war ein Traumszenario. Ich bin super-platt nach drei Wochen und habe noch einmal alles gegeben", sagte der in Tränen aufgelöste Van Aert. Am Fuße des Podiums fiel er seinem Teamkollegen und designierten Tour-Sieger Vingegaard in die Arme.

Bester Österreicher war Felix Großschartner (Bora-hansgrohe) als 35. mit 3.43 Minuten Rückstand. Sein Teamkollege Patrick Konrad kam als 62. mit 5:13 Rückstand ins Ziel und fährt als bester Österreicher der Gesamtwertung als 16. nach Paris.

Am Sonntagmorgen startet das Peloton bereits in Paris zur Tour d'Honneur. Von der La Défense Arena geht es zunächst aus der Stadt hinaus in Richtung Westen, ehe man über die Cote du Pavé des Gardes ins Zentrum fährt und auf den Champs-Élysées die obligatorischen Schlussrunden dreht. Favorit auf den Sieg nach 115,6 Kilometern ist Van Aert, der bereits im Vorjahr dort gewann.

Quelle: Agenturen