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Caps fordern nach "Wunder von Wien" Salzburg

23. März 2022 · Lesedauer 3 min

Mit einer Rumpftruppe und ohne angestammtes Trainerteam haben die Vienna Capitals am Dienstag ein Bravourstück geliefert. Ohne neun Stammspieler, Cheftrainer Dave Barr und Co Christian Dolezal erkämpften sich die Wiener im Viertelfinale der ICE-Eishockeyliga mit einem 3:2-Erfolg im Entscheidungsspiel gegen den KAC den Aufstieg. Die Caps treffen nun ab Donnerstag (19.45 Uhr/live Puls24) auf RB Salzburg, die zweite "best of seven"-Halbfinalserie bestreiten Fehervar und der VSV.

Farmteam-Trainer Philipp Ullrich und der Sportliche Leiter Peter Schweda hatten zwölf U25-Spieler im Einsatz, konnten aber kurzfristig doch auf Bernhard Starkbaum zurückgreifen. Nach einem positiven Schnelltest konnte sich der Teamtorhüter - so wie Verteidiger Matt Prapavessis - am Nachmittag mit einem negativen PCR-Test freitesten und hielt mit starken Paraden vor allem in Finish den Aufstieg fest, nachdem James Sheppard (43.) und Matt Bradley (51.) die Partie gedreht hatten.

"Unglaublich, ich bin so stolz", jubelte Kapitän Mario Fischer. "Es hat jeder einfach gespielt und nichts Extravagantes versucht. Keiner wollte sich in die Auslage spielen, sondern jeder hat sich mit simplen Aktionen in den Dienst der Mannschaft gestellt und ins Team integriert. Es war eine richtig gute Leistung", erklärte der Verteidiger.

Salzburg im Halbfinale Favorit 

Die gesundheitliche Situation, die längere Erholungspause und die Bilanzen (3:1 in den Saisonduellen und 6:2 in den Play-off-Begegnungen) sprechen ab Donnerstag dennoch für Salzburg. "Wir haben die Trainingstage sehr gut genutzt", meinte Thomas Raffl, der die Umstände ausblendet. "Wir wissen genau, was die Wiener können und sind durch unseren Trainerstab bestmöglich vorbereitet, auch wenn im Play-off jeder Spieler nochmal 20 Prozent extra aufs Eis bringt. Wir können es jedenfalls kaum erwarten, dass es endlich losgeht", sagte der Kapitän.

Salzburg gegen die Caps ist ein Duell der Halbfinal-Stammgäste: Salzburg steht zum neunten Mal hintereinander in der Vorschlussrunde, die Capitals zum fünften Mal in Serie. Ganz anders sieht es in der anderen Begegnung aus. Fehervar hat sich erstmals für die Runde der besten vier qualifiziert, der VSV steht erstmals seit 2016 wieder im Halbfinale. Die Villacher gewannen am Dienstag das Entscheidungsspiel gegen Olimpija Ljubljana souverän und peilen nun die erste Endspiel-Teilnahme seit 15 Jahren an.

VSV vs. Fehervar: Duell der Außenseiter 

"Ich bin wirklich stolz auf das Team. Ein Spiel sieben zu gewinnen ist schon etwas ganz Besonderes", meinte VSV-Trainer Rob Daum, für dessen Team es gegen ausgeruhte Ungarn weitergeht. "Sie haben viel Tiefe im Kader, sind groß und stark. Sie sind ein absolutes Topteam, haben auch gegen Pustertal mit vier Siegen en suite bewiesen, dass sie zu den Titelfavoriten gehören", meinte Daum. Dank Rang zwei im Grunddurchgang, der auch das CHL-Debüt bedeutet, haben die "Adler" zur Freude des Trainers zunächst Heimvorteil: "Wichtig ist, dass wir das erste Match zu Hause spielen und nach der harten Serie nicht auch gleich eine weite Auswärtsfahrt haben."

Während der VSV also noch im Rennen ist, hat der Lokalrivale KAC erstmals seit 2018 eine Play-off-Serie verloren und hält bei einer bitteren Bilanz in "Spiel sieben". Seit dem Finalsieg gegen Salzburg 2009 hat der Rekordmeister alle vier Entscheidungsspielen verloren. "Letztlich war Wien aber vielleicht hungriger, in jedem Fall aber unbekümmerter", erklärte Trainer Petri Matikainen, nachdem sein Team die Chance auf den Titelhattrick verspielt hatte.

Quelle: Agenturen / mpa