Verband gibt nach bizarrem Auftritt von Ägypterin Fehler zu
"Im Nachhinein räumt Tennis Kenya ein, dass diese Wildcard nicht hätte vergeben werden dürfen. Der Verband hat diesen Vorfall zur Kenntnis genommen und wird sicherstellen, dass ein solch äußerst seltener Fall nie wieder vorkommt", hieß es in einer Erklärung vom kenianischen Verband, deren Echtheit der dpa bestätigt wurde. Zuvor hatte unter anderem die Nachrichtenagentur AP berichtet.
Schon der wacklige Ballwurf beim Aufschlag sah bei der Verliererin höchst amateurhaft aus, insgesamt leistete sie sich 20 Doppelfehler. Abdelkader erzielte nur drei Punkte - aufgrund zweier Doppelfehler und eines unerzwungenen Fehlers ihrer Gegnerin, die auf Weltranglistenplatz 1.026 geführt wird. Manche Nutzer wunderten sich, wie die komplett einseitige Partie überhaupt 37 Minuten dauern konnte. Andere fragten sich, ob das Video überhaupt echt sei.
"Frau Abdelkader gab an, über ausreichend Wettkampferfahrung zu verfügen, und die Wildcard wurde ihr auf Basis dieser Informationen ausgestellt", erklärte Tennis Kenya. Allerdings bestätigte der ägyptische Tennisverband der BBC, dass Abdelkader nie als ägyptische Spielerin registriert und nicht im Namen Ägyptens für das Turnier gemeldet war. Man habe "weder direkt noch indirekt irgendeine Rolle bei der Nominierung, Genehmigung oder Ausstellung dieser Wildcard" gespielt, sagte der Technische Direktor des ägyptischen Tennisverbandes, Dia Nabil Loutfy.
Zunächst war eine andere Spielerin für die Wildcard vorgesehen gewesen, doch diese hatte ihren Start im Hauptfeld kurzfristig abgesagt. "Frau Abdelkader war zu diesem Zeitpunkt die einzige andere Spielerin, die eine Wildcard beantragt hatte", gab Tennis Kenya an. Mit der Zusage habe man auch "die Entwicklung des Tennissports in Afrika" fördern wollen.
Zusammenfassung
- Die ägyptische Tennisspielerin Hajar Abdelkader verlor beim W35-Turnier in Nairobi ihr Erstrundenmatch gegen die Deutsche Lorena Schädel mit 0:6, 0:6 und erzielte dabei nur drei Punkte bei 20 Doppelfehlern.
- Videos des Spiels sorgten online für Aufsehen, da Abdelkaders Spielweise Zweifel an ihrer Tenniserfahrung aufkommen ließ und das Match trotz der Überlegenheit 37 Minuten dauerte.
- Der kenianische Tennisverband räumte einen Fehler bei der Wildcard-Vergabe ein, während der ägyptische Verband erklärte, Abdelkader sei nie offiziell gemeldet gewesen.
