APA - Austria Presse Agentur

"Underdogs" mischen ICE Hockey League auf

11. Okt 2021 · Lesedauer 4 min

Ljubljana, Fehervar und Znojmo sorgen in den ersten acht Runden in der ICE Hockey League für Furore und führen überraschend die Tabelle an. Die Titelfavoriten hinken (noch) hinterher.

HK Olimpija Ljubljana vor Hydro Fehérvár AV19 und dem HC Orli Znojmo: Acht Runden sind in der ICE Hockey League gespielt und wohl kaum jemand hätte nach dem Saisonstart mit diesen drei Mannschaften an der Tabellenspitze gerechnet. Während Experten vor allem den KAC, Salzburg und Bozen als heißeste Anwärter auf den Titel nannten, mischen drei Underdogs die ICE-Liga auf.

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Eine Umfrage der ICE Hockey League vor der Saison zeigt, dass das aktuelle Führungstrio kaum einer am Zettel hatte 

Der KAC, Salzburg und Bozen liegt zwar noch in Schlagdistanz, Mannschaften wie die Vienna Capitals oder Linz, die in den letzten Jahren stets zu den Top-Teams der Liga zählten, weisen bereits einen großen Rückstand auf das überraschende Führungstrio auf. Das darf nach acht von 52 gespielten Grunddurchgang-Runden zwar nicht überinterpretiert werden, ist jedoch ein deutliches Statement der "Underdogs". 

Neuling Ljubljana die große Überraschung  

Die wohl bis dato größte Überraschung ist das Auftreten des HK Olimpija Ljubljana. Die Slowenen galten vor der Saison als große Unbekannte und spielen heuer zum ersten Mal in der ICE Hockey League. Die letzten beiden Spielzeiten verbrachte man in der Alps Hockey League. Die slowenisch-italienisch-österreichische Liga ist nicht ganz so hoch einzuschätzen wie die ICE-Liga. Dennoch sicherte sich Ljubljana in der "AlpsHL" zuletzt zweimal den Meistertitel. 

Dass die Slowenen auch in einer höheren Liga auf Anhieb vorne mitspielen, liegt vor allem am starken Penalty Killing von 96,2 Prozent. Im Klartext bedeutet, dass das Ljubljana nur in einem von 27 Unterzahlspielen ein Gegentor hinnehmen musste. Auf anderen Seite erzielte man sogar vier Treffer in Unterzahl. Eine ungewöhnlich starker Wert. Zum Vergleich: Die Graz 99ers kassierten in 28 Unterzahlspielen bereits neun Treffer. 

Zudem kann man den bisherigen Erfolg des Liga-Neulings auch an einem Namen festmachen: Guillaume Leclerc. Der 25-jährige französische Nationalspieler sticht im Team von Coach Mitja Sivic ganz klar heraus und führt mit fünf Toren und neun Assists die Punkteliste der Liga an. Der Center ist im Sommer aus der dänischen Liga nach Ljubljana gewechselt. 

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Guillaume Leclerc im Spiel gegen den HC Innsbruck 

Fehervar setzt Trend fort, Znojmo überzeugt bei Rückkehr 

Kein ganz Unbekannter in der Liga mehr ist Hydro Fehérvár AV 19. Die Ungarn, die lange Zeit nicht über sporadische Play-off Teilnahmen hinaus kamen, zeigten bereits in der Saison 20/21 mit Platz drei im Grunddurchgang auf. In der Folge waren die Ungarn sowohl in der Platzierungsrunde als auch beim 0:4-"Sweep" im Viertelfinale gegen die Vienna Capitals chancenlos. 

Mit fünf Siegen in fünf Spielen startete das Team des Neo-Head Coach Kevin Constantine perfekt in die Saison, in den letzten drei Spielen stockte der Motor ein wenig. Die Spiele gegen Salzburg und Dornbirn gingen verloren. Fehervar stellt mit nur 18 Gegentreffen gemeinsam mit Ljubljana aktuell die beste Defensive der Liga. 

Ebenfalls keine Anpassungsschwierigkeiten hat der aktuelle Tabellendritte, HC Orli Znojmo. Die Tschechen kennen die Liga bereits und waren von 2011-2020 Mitglied. Aufgrund der Covid-Pandemie war der Spielbetrieb 20/21 jedoch nicht zu stemmen und man wechselte für ein Jahr in die dritte tschechische Liga. 

In dieser Saison ist Znojmo jedoch wieder zurück und überzeugt mit attraktivem Eishockey. Mit 33 Toren stellen die Tschechen die aktuell beste Offensive der Liga. Der 9:3-Sieg gegen Graz war die trefferreichste Partie der Saison. Zudem zeigen sich Top-Scorer Anthony Luciani und Co. höchst effizient. 14,93 Prozent der Schüsse landen im Tor - Liga-Bestwert! 

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Topteams am Ende der Tabelle 

Nicht unerwähnt bleiben darf auch, dass sich die Dornbirn Bulldogs (6., 14 Punkte) und der HC Innsbruck (7., 13 Punkte) bis dato gut schlagen. Die beiden österreichischen Vertreter wurden vor der Saison von Experten und Fans eher im hinteren Feld der Liga eingeordnet. Auch die Bratislava Capitals und Liga-Neuling Pustertal schlagen sich souverän und liegen in der Tabelle vor Villach, Graz, den Capitals oder Linz. 

Ob die Überraschungsmannschaften auch im weiteren Saisonverlauf mitmischen werden oder ob sich am Ende doch die Favoriten durchsetzen, wird der Saisonverlauf zeigen. Bereits am kommenden Freitag geht es in der ICE Hockey League weiter. PULS 24 überträgt wie gewohnt ab 19:10 Uhr das Topspiel der Runde. 

Maximilian PatakQuelle: Redaktion / mpa