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Ukraine: Große Solidaritätswelle im Sport

25. Feb. 2022 · Lesedauer 4 min

Die Europäische Fußball-Union, die Formel 1 und der Ski-Weltverband haben mit Absagen von Sportevents in Russland nach dem Einmarsch militärischer Truppen in die Ukraine ein Zeichen gesetzt.

Die UEFA verlegte das Finale der Fußball-Champions-League von St. Petersburg nach Paris/St. Denis, die Formel 1 strich den Grand Prix von Russland aus dem Kalender und die FIS sagte sämtliche Weltcups in diesem Winter in Russland ab. Weltweit gibt es Solidaritätsbekundungen.

Das UEFA-Exekutivkomitee fand in Windeseile einen Ersatzort für das Champions-League-Finale am 28. Mai und bedankte sich speziell beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron "für seine persönliche Unterstützung und sein Engagement". Zudem entschied das wichtigste UEFA-Gremium, dass russische und ukrainische Clubs ihre Europacup-Heimspiele auf neutralem Boden ausrichten müssen. Dies gelte auch für die Nationalmannschaften der beiden Länder in der Nations League ab diesem Sommer.

FIS zögerte zunächst 

Etwas zögerlich war das Vorgehen der FIS. Erst nachdem zahlreiche Nationen, darunter auch Österreich, bereits am Donnerstag ihre Teilnehmer vom Ski-Cross-Weltcup in Sunny Valley bei Tscheljabinsk abgezogen hatten und in der Qualifikation am heutigen Freitag für die Wochenendbewerbe nur noch Russinnen und Russen am Start gewesen waren, erfolgte die Absage dieser und weiterer Veranstaltungen. So der Weltcup der Aerials in Jaroslawl und Moskau, der Skispringerinnen in Nischnij Tagil und Tschaikowski und der Langläufer in Tjumen.

Verstappen und Vettel gegen Sotschi-GP

Die Formel 1 wird nach dem russischen Angriff auf die Ukraine in diesem Jahr nicht in Russland fahren. Der Grand Prix in Sotschi war für den 25. September angesetzt gewesen. Es sei "unter den derzeitigen Umständen" unmöglich, den Großen Preis von Russland auszutragen, hieß es in einer Mitteilung. Die Entscheidung wurde nach einem Treffen von Formel 1, Motorsport-Weltverband FIA und den Teams getroffen. Fahrer wie Sebastian Vettel ("Ich finde es falsch, in diesem Land zu fahren") und Weltmeister Max Verstappen ("Wir sollten nicht in einem Land fahren, das Krieg führt") hatten sich schon zuvor positioniert gehabt.

Fußball-Clubs entfernen Gazprom-Logos 

Immer größer wird auch die Bereitschaft, auf russische Sponsoren zu verzichten. Der Fußball-Zweiligaclub Young Violets wird als Reaktion auf den Ukraine-Krieg vorerst ohne das Gazprom-Logo auf dem Trikot einlaufen, wie die Wiener Austria bekanntgab.

In Deutschland fordern laut einer Umfrage fast zwei Drittel, dass sich Zweitligist FC Schalke 04 von seinem Hauptsponsor Gazprom trennt. Schalke hatte bereits verkündet, dass der Verein nicht mehr mit dem entsprechenden Schriftzug auf den Trikots auflaufen wird. Der englische Premier-League-Club Manchester United entzog Aeroflot die Sponsorrechte, der deutsche Volleyball-Bundesligist SSC Palmberg Schwerin verzichtet auf Werbung für die Ostseegasleitung Nordstream 2.

Die internationale Fußball-Spielervereinigung Fifpro fordert eine Überprüfung bestehender Geschäftsverbindungen. Der Fußball müsse jetzt "dem Beispiel demokratischer Regierungen folgen und alle Verbindungen überprüfen und abbrechen, die die Grundprinzipien unserer Branche untergraben", hieß es in einer Stellungnahme. Die Fifpro stehe an der Seite der ukrainischen Bevölkerung und fordere von den internationalen Fußballverbänden "Zusicherungen und Unterstützung zum Schutz der Profis" in der Ukraine..Der staatliche russische Energiekonzern Gazprom gehört zu den größten Sponsoren der UEFA, über die Zukunft dieser Partnerschaft gab es vom europäischen Dachverband noch keine Angaben.

Auch NBA zeigt sich solidarisch 

Solidarität mit der Ukraine zeigten in der National Basket League (NBA) Spieler der Sacramento Kings und Denver Nuggets, die vor ihrer Partie eine Schweigeminute abhielten. In der Spielfeldmitte standen die Profis Seite an Seite und verschränkten ihre Arme.

Bei den Kings ist mit Alex Len ein ukrainischer Spieler aktiv. Er hatte zusammen mit dem anderen ukrainischen Spieler in der NBA, Swjatoslaw Mychailjuk (Toronto Raptors), zuvor eine Stellungnahme veröffentlicht: "Eine große Tragödie ist unserem geliebten Heimatland Ukraine widerfahren.... Die Ukraine ist ein friedliches und unabhängiges Land, das von Menschen bewohnt wird, die ihr Leben selbst bestimmen wollen", schrieben die beiden.

Die Spielergewerkschaft NBPA verlautete, dass die Gedanken und Gebete bei allen Menschen seien, die von den jüngsten Ereignissen in der Ukraine betroffen sind. "Vor allem bei unseren ukrainischen Spielern."

Eine Schweigeminute gab es auch vor und nach dem Basketball-WM-Qualifikationsspiel zwischen Spanien und der Ukraine. Starspieler Artem Pustowij hatte "Kein Krieg" auf seine Wangen gemalt. "Niemand konnte glauben, was mit unserem Land passiert. Es ist unmöglich, an ein Spiel zu denken, wenn man weiß, dass deine Familie Schmerzen erleidet und gleichzeitig dein Land bombardiert wird", sagte Pustowij, für dessen Team es nach der Niederlage Standing Ovations gab.

Quelle: Agenturen / mpa