APA - Austria Presse Agentur

Tottenham stolpert in Europa League über Dinamo Zagreb

18. März 2021 · Lesedauer 4 min

Dinamo Zagreb hat am Donnerstag für die große Überraschung in der Fußball-Europa-League gesorgt. Mit einem 3:0-Sieg nach Verlängerung warfen die Kroaten Tottenham Hotspur von Starcoach Jose Mourinho aus dem Bewerb und stehen erstmals unter den Top acht. Mann des Abends war Triple-Mann Mislav Orsic (62., 83., 106.), der nach dem 0:2 im Hinspiel nicht nur die Verlängerung sicherte, sondern dort auch noch den vielleicht größten Erfolg in der Club-Geschichte perfekt machte.

Manchester United feierte bei Milan einen 1:0-Sieg und entschied damit den Schlager für sich. Der Matchwinner hieß Paul Pogba (49.). Salzburg-Bezwinger Villarreal war gegen Dynamo Kiew (Gesamt 4:0) ungefährdet. Top-Stürmer Gerard Moreno erledigte beim 2:0 im Rückspiel die Sache wieder praktisch im Alleingang (13., 36.). Weiter sind auch Roma, Arsenal, Granada, Ajax Amsterdam und Slavia Prag. Am Freitag ab 13.00 Uhr wird das Viertel- und Halbfinale ausgelost.

Tottenham war im Stadion Maksimir eine gute Stunde auf gutem Wege. Dann aber kam Orsic und bestrafte mit seinen Treffern letztlich auch die zu große Passivität des Gruppengegners des LASK sowie Sechzehntelfinalbezwinger des WAC. Erst der dritte Gegentreffer der Kroaten wirkte für Harry Kane und Co. als Weckruf, allein es war zu spät. Im Finish scheiterten Kane und Gareth Bale mit guten Chancen noch an Dinamo-Goalie Dominik Livakovic.

"Mein Team hat nicht danach ausgesehen, als ob es ein wichtiges Match gespielt hat", sagte Mourinho nach dem Ausscheiden. "Für mich war es wichtig - aus Respekt, den ich vor meiner eigenen Karriere und meinem eigenen Job habe. Jedes Match ist ein wichtiges Match." Die gegnerischen Spieler lobte der Portugiese, sie hätten Blut, Schweiß und Tränen auf dem Feld gelassen. Tottenham droht nach dem Aus eine Saison ohne Europacup. In der Premier League sind die Nordlondoner nur Achte.

Kurios war auch, dass bei Zagreb, für das der Ex-Austrianer Marin Leovac eingewechselt wurde, auf der Trainerbank ein Debütant saß. Dario Krznar war erst am Dienstag auf Zoran Mamic gefolgt, der nach rechtskräftiger Verurteilung zu einer fast fünfjährigen Haftstrafe wegen Korruption zurückgetreten war. Krznar konnte sein Glück kaum fassen: "Das war ein wunderbares Spiel - eines, von dem du gerne träumen würdest, dich aber nicht traust." Man sei nun für jeden Gegner bereit, wer auch komme.

Von fünf in dieser Woche in Europa engagierten englischen Teams blieb nur Tottenham auf der Strecke. Denn Arsenal kassierte zwar eine 0:1-Heimniederlage gegen Olympiakos Piräus, übte eine Woche nach dem 3:1-Auswärtserfolg in Athen aber dennoch erfolgreich Revanche für das letztjährige Aus im Sechzehntelfinale. Den einzigen Treffer des Abends erzielte Youssef El Arabi mit einem abgefälschten Schuss (51.).

In Mailand erwies sich dann Manchester United als reifere Mannschaft. Daran änderte der wiedergenesene Star-Stürmer Zlatan Ibrahimovic nichts, der aufseiten der Italiener ab der 65. Minute gegen seinen Ex-Arbeitgeber mitwirkte. Milan war nach Pogbas schlitzohrigem Treffer in der 49. Minute gefordert gewesen, entwickelte aber kaum Druck auf das englische Tor. Der französische Weltmeister täuschte zunächst einen Schuss an, ehe er 172 Sekunden nach seiner Einwechslung aus kurzer Distanz die freie Ecke fand.

Damit ist die Roma der letzte verbliebene italienische Club in internationalen Bewerben. Die Hauptstädter siegten bei Schachtar Donezk dank eines Doppelpacks von Borja Mayoral (48., 72.) mit 2:1 (0:0) und setzten sich nach dem 3:0-Hinspielsieg in Summe der beiden Partien klar durch. Das tat auch Ajax Amsterdam. Die Niederländer gewannen nach dem Heim-3:0 gegen den Schweizer Meister Young Boys auch das Rückspiel in Bern mit 2:0.

Für den norwegischen Club Molde, der zuvor Hoffenheim ausgeschaltet hatte und in der Gruppenphase auch auf Rapid getroffen war, war hingegen Endstation. Der Ex-Club von Erling Haaland bezwang zwar Granada mit 2:1 (1:0), ist aber aufgrund der 0:2-Hinspielniederlage ausgeschieden.

Dasselbe Schicksal ereilte die Glasgow Rangers. Schottlands Meister mit Liverpool-Legende Steven Gerrard auf der Trainerbank musste sich nach einem Heim-0:2 Slavia Prag mit dem Gesamtscore von 3:1 beugen. Unschöner Höhepunkt war ein Kung-Fu-Tritt von Rangers-Stürmer Kemar Roofe gegen den Kopf von Goalie Ondrej Kolar im Kampf um den Ball. Der kurz zuvor eingewechselt Roofe sah Rot (62.), Kolar musste laut DAZN bewusstlos mit der Trage vom Platz getragen werden und wurde vom 18-jährigen Debütanten Matyas Vagner formidabel vertreten. Nach Gelb-Rot für Rangers-Verteidiger Leon Balogun verwandelte Nicolae Stanciu den fälligen Freistoß zum Endstand (74.). Zuvor hatte Peter Olayinka getroffen (14.).

Quelle: Agenturen