APA - Austria Presse Agentur

Trump führt bei Wählerregistrierungen

20. Okt 2020 · Lesedauer 3 min

Die Republikaner verbuchen Erfolge bei der Wählerregistrierung und liegen in den entscheidenden "Swing-States" vor den Demokraten.

Zwei Wochen vor der US-Präsidentenwahl gibt es zumindest einen Lichtblick für Amtsinhaber Donald Trump. Während der nämlich in den Umfragen weiterhin deutlich hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden liegt, können seine Republikaner bemerkenswerte Erfolge bei der Wählerregistrierung verbuchen. In den entscheidenden Staaten Florida, Pennsylvania und Arizona hat es in den vergangenen Monaten mehr republikanische als demokratische Wählerregistrierungen gegeben.

Wähler müssen sich aktiv registrieren

In den USA werden die Wählerverzeichnisse nicht von den Behörden aktualisiert, sondern man muss sich aktiv eintragen. Traditionell registrieren sich die Wähler dabei für eine der beiden großen Parteien, wobei dies natürlich nicht das jeweilige Wahlverhalten vorwegnimmt. Wegen der auch in den USA stark abnehmenden Parteibindungen registrieren sich aber immer mehr Wähler als "Unabhängige".

In Florida haben die Republikaner seit März um 146.644 Wähler mehr registrieren können als die Demokraten, berichtet die Nachrichtenagentur AP am Dienstag. In Pennsylvania konnten die Republikaner seit November um 103.171 mehr Wähler registrieren als die Demokraten und in Arizona allein seit Mitte August um 30.000 Wähler mehr. Alle drei Staaten hat Trump bei der Wahl 2016 gewonnen, während nun Biden in den meisten dortigen Umfragen deutlich führt.

US-Experte: Trump hat keine Agenda für die nächsten vier Jahre

In Trumps Wahlkampfteam sieht man die Registrierungszahlen als Beleg dafür, dass der Amtsinhaber in Wirklichkeit besser im Rennen liegt als dies die Umfragen zeigen. Dass die Demokraten weniger mobilisieren können, liege am "mangelnden Enthusiasmus" für den Kandidaten Joe Biden, sagte der für die Swing States zuständige Trump-Wahlkampfmanager Nick Trainor.

Einer der Einflussfaktoren ist auch die Coronapandemie. Während die Demokraten nämlich das traditionelle Klinkenputzen im Wahlkampf zurückgefahren haben, setzen die Republikaner massiv auf direkte Wählerkontakte - von Massenveranstaltungen bis zu Hausbesuchen. "Sie haben uns das Spielfeld überlassen", sagte Trainor mit Blick auf die Demokraten.

Biden zeigt sich nicht besorgt

Tatsächlich sind die Wählerregistrierungszahlen seit März um 38 Prozent geringer als im gleichen Zeitraum des Wahljahres 2016. Experten sehen darin vor allem einen Nachteil für die Demokraten, weil ihr Ergebnis sehr stark von der Mobilisierung neuer Wähler, konkret der Jungen oder auch von Angehörigen von Minderheiten, abhängt. Andererseits hat die Oppositionspartei ihre Hausaufgaben schon zu Beginn von Trumps Amtszeit gemacht und erfolgreich vor den Kongresswahlen 2018 mobilisiert, bei denen sie die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückgewann.

Entsprechend entspannt sieht man die Entwicklung im Lager Bidens. "Ich bin nicht wirklich besorgt wegen des Unterschieds bei den Wählerregistrierungen", sagte der Vizegouverneur von Pennsylvania, John Fetterman. Er räumte ein, dass Trumps "einzigartige Persönlichkeit" so manchen langjährigen Demokraten zum Parteiwechsel veranlasst haben könnte. Zugleich verwies er darauf, dass dieser Prozess schon im Gange gewesen sei, als die Demokraten vor zwei Jahren die regionalen Senats- und Gouverneurswahlen gewonnen hätten.

Noch zwei Wochen bis zur US-Wahl

Bei so manchem "neuen" Republikaner könnte es sich somit um Ex-Demokraten handeln, die auch vor vier Jahren schon Trump gewählt hätten, aber ihren Status im Wählerregister erst jetzt aktualisiert hätten, heißt es von den Demokraten. Sie verweisen auch darauf, dass sich vor allem junge Wähler nicht mehr auf eine Partei festlegen wollen.

Gerade die Jungen wählen aber dann überproportional die Demokraten. Entsprechend warf ein Sprecher der Biden-Partei den Republikanern vor, bei den Registrierungszahlen "nur die Rosinen herauszupicken". Zugleich betonte David Bergstein, dass die Demokraten "nichts als gegeben ansehen" und "alles in Bewegung setzen, um jeden Wähler zu erreichen, den wir brauchen".

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe