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Toni Kroos legt gegen ZDF-Reporter Kaben nach

01. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Für seine "Scheiß-Fragen" kritisierte Real Madrid-Star Toni Kroos ZDF-Reporter Nils Kaben nach dem gewonnen Champions League Finale seiner Mannschaft. Nachdem sich Kaben für seine Aussagen verteidigte, legt Toni Kroos jetzt nach.

Samstag Nacht im Stade de France, Paris. Der deutsche Nationalspieler Toni Kroos hat soeben zum fünften Mal mit die UEFA Champions League gewonnen und schwebt eigentlich auf Wolke sieben. Seine Laune sollte jedoch ganz schnell kippen, als er vom "ZDF" zum Interview gebeten wurde. Nachdem Reporter Lars Kaben Kroos die Frage stellte, ob er überrascht gewesen sei, dass Real Madrid im Spiel gegen Finalgegner Liverpool derart in Bedrängnis kam, antwortete der deutsche Nationalspieler: "Du hattest jetzt 90 Minuten Zeit, dir vernünftige Fragen zu überlegen. Und jetzt stellst du mir zwei solche Scheiß-Fragen. Das finde ich Wahnsinn!" 

Das Interview schlug schnell hohe Wellen. Beide Seiten verteidigten in der Folge ihren Standpunkt. Journalist Kaben äußerte sich bereits am Tag darauf in einem "Spiegel"-Interview und kritisierte die Aussagen des Fußballprofis: "Nach dem Austausch mit Kollegen und Kolleginnen bin ich ganz deutlich zu dem Schluss gekommen, dass man sich als Spieler so nicht benehmen sollte. Da hätte ich mich als Journalist schon schwer danebenbenehmen müssen, damit der Interviewgast einfach geht." Der 54-jährige Sportreporter räumt zwar ein, er hätte "die Frage anders formulieren können", doch "eine sachliche Frage zum Spielverlauf so ins Persönliche zu kippen, geht nicht." Er respektiere die Leistungen der Spieler und habe Kroos gratuliert, erwarte sich umgekehrt jedoch auch Respekt, so der Deutsche. 

Kroos: "Viel zu wenig empathisch"

Toni Kroos hingegen hielt in seinem Podcast "Einfach mal Luppen", den der Real-Spieler mit seinem Bruder Felix betreibt, an seiner Meinung fest. "Ich fand einfach diese Herangehensweise in so einem speziellen Moment viel zu wenig empathisch. Und das ist natürlich auch im emotionalen Moment bei mir nicht gut angekommen." Das Wort "Scheiß-Frage" hätte man weglassen können, räumt Kroos ein, dennoch fand er die Frage "inhaltlich schwierig". 

Beinahe wäre es im Zuge des Podcasts zur Aussprache der beiden Protagonisten gekommen. Kroos habe laut eigenen Angaben überlegt Kaben einzuladen: "Dieser Gedanke ist allerdings ziemlich schnell verfolgen, als ich gesehen habe, dass er auch noch der Erste ist, der ein Interview gibt und sagt, als Spieler sollte man sich so nicht benehmen." Der 32-Jährige hätte es bevorzugt, hätte Kaben den direkten Weg gewählt und wäre auf ihn zugekommen anstatt seine Meinung via Medien kundzutun. 

Pariasek: "War ja wirklich eine depperte Frage"

Kein Mitleid mit seinem Kollegen zeigt ORF-Sportmoderator Rainer Pariasek. Er habe sich gar ein wenig fremdgeschämt denn "es war ja wirklich eine depperte Frage", gibt Pariasek gegenüber krone.at zu Protokoll. Der ORF-Anchor, der selbst schon die ein oder andere heikle Interviewsituation miterlebt hat, versteht allerdings auch nicht "warum Kroos da gerade in der Stunde des großen Triumphs nicht einfach drübersteht und sich lächelnd seinen Teil denkt." Im Endeffekt sei alles auch ein bisschen Show. Und: "Solche Interviews sind ja die Würze in der ganzen Sache und mir hundertmal lieber, als der Interviewte drischt eine nichtssagende Phrase nach der nächsten", so Pariasek. Ob Nils Kaben auch beim nächsten Mal ein Interview mit Toni Kroos anfragen wird, steht in den Sternen. 

Maximilian PatakQuelle: Redaktion