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Thiem verpasst nach Antwerpen-Aus Rückkehr in Top 100

22. Okt. 2022 · Lesedauer 4 min

Dominic Thiem hat am Samstag sein erstes Endspiel seit seinem Comeback nach seiner Handgelenksverletzung verfehlt. Der 29-jährige Niederösterreicher unterlag im Halbfinale des ATP-250-Turniers in Antwerpen dem US-Amerikaner Sebastian Korda nach 2:43 Stunden mit 7:6(4),3:6,6:7(4).

Er verpasste damit noch vor seinem Wien-Auftritt die erhoffte Rückkehr in die Top 100. Thiem eröffnet beim Erste Bank Open gegen Kordas Landsmann Tommy Paul.

Position 113 ab Montag

Für Thiem, der am Vortag den topgesetzten Polen Hubert Hurkacz in einem ebenfalls dramatischen Match ausgeschaltet hatte, stand sein erstes Finale seit dem verlorenen bei den ATP Finals in London 2020 auf dem Spiel. Er wird sich im Ranking am Montag auf Position 113 schieben.

"Es war wieder ein Topmatch heute. Gestern war einer der schönsten Siege seit langer Zeit, heute definitiv eine der schmerzvollsten Niederlagen seit langer Zeit", sagte Thiem. Es sei aber auch gut, wieder diese Emotionen zu haben. "Das Glück, das ich gestern gehabt habe, hat mir heute am Ende gefehlt."

Thiem: Zu passiv gespielt

Die Gründe für die Niederlage sah er in mehreren Phasen. "Anfang zweiter Satz, das darf einfach nicht passieren", sprach er zwei zu Null Breaks gegen sich an. "Dann im dritten Satz gehe ich mit einem Break auf 4:3 und spiele dann ein bisserl zu passiv, das hat mir am Ende den Sieg gekostet."

Korda war jedenfalls erleichtert nach dem knappen Sieg. "Ich bin sehr glücklich. Es ist sehr schwierig, gegen einen Spieler wie Domi zu spielen. Es war ein toller Kampf von uns beiden", sagte der Sohn des früheren Weltklassemanns Petr Korda zum Publikum. Neben einer Steigerung im zweiten Satz war letztlich auch für ihn der Tiebreak der Schlüssel zum Sieg. "Man kann sich auf einen Tiebreak im letzten Satz nicht vorbereiten. Ich bin sehr froh, dass ich positiv geblieben bin."

Match begann ausgeglichen

Das Match begann so ausgeglichen wie man es erwartet hatte, denn beide Spieler sind in ausgezeichneter Form. Die Konsequenz auch dank starker Aufschlagleistungen von Thiem und Korda: es ging ohne einen einzigen Breakball ins Tiebreak. In diesem geriet Thiem mit 2:4 in Rückstand, doch auch dank einiger Eigenfehler Kordas drehte Thiem das Momentum und holte sich nach 64 Minuten den ersten Satz mit 7:4.

Thiem atmete nach dem engen ersten Durchgang durch und musste sein Service gleich im Auftaktgame zu Null abgeben. Zwar holte er sich das sofortige Rebreak, verlor aber zum 1:2 den Aufschlag neuerlich zu Null. Ab diesem Zeitpunkt gehörte der Satz Korda, der sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen ließ und mit 6:3 einen dritten Satz erzwang.

Zweite Wende nicht gelungen

In diesem schaffte Thiem das erste Break zum 4:3 nach 2:10 Stunden Spielzeit, doch Korda holte sich das Game postwendend zurück. Danach steuerten die Kontrahenten auf ein weiteres Tiebreak zu. Thiem lag bei 5:6 mit 0:30 zurück, er glich aus und wieder musste das "jeu decisif" entscheiden. Wie schon in Satz eins geriet Thiem mit 0:3 bzw. 1:4 in Rückstand, diesmal gelang ihm die Wende aber nicht mehr. Korda verwertete seinen zweiten Matchball zum ersten Sieg über Thiem und steht wie in Gijon in der Vorwoche im Endspiel.

Für Thiem war es das dritte sehr enge Match in Folge. Am Vortag hatte er gegen Hurkacz drei Matchbälle abgewehrt und auch im Achtelfinale gegen Francisco Cerundolo (ARG) hatte der Lichtenwörther erst mit 7:5 im dritten Satz gewonnen.

Aufwärtstrend erkennbar

Doch auch wenn aus dem Finale und den Top 100 noch nichts geworden ist: Thiem hat mit konstant starken Leistungen einen weiteren Aufwärtstrend erkennen lassen. Es war nach Gstaad und Gijon in der Vorwoche sein drittes Semifinale in seiner Comeback-Saison.

"Semifinale ist natürlich richtig gut, auch wenn es jetzt grad ein schmerzhafter Moment ist. Spielerisch ist es gut. Ich schaue, dass ich mich bis zur ersten Runde in Wien perfekt erhole", sagte Thiem. Wien bedeute ihm als Turnier sehr viel. Er hofft, das "gute Ende von der Saison noch ein bisserl rauszuzögern".

Freut sich "riesig" auf die Stadthalle

Auf die Stadthalle freut er sich "riesig". "Ich habe letztes Jahr nicht spielen können, vor zwei Jahren war wegen Covid auf 1.000 Zuschauer reduziert." Zudem freut er sich auch sehr, weil er wieder gut spiele. "Ich werde schauen, dass ich mich gut auf die Bedingungen in Wien umstelle - und dann voller Angriff."

Quelle: Agenturen