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So reagiert Twitter auf den falschen Klitschko-Anruf bei Ludwig

25. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ist Opfer eines falschen Vitali Klitschko geworden. Auf Twitter ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten.

Drei europäische Bürgermeister, eine Betrugsmasche - mutmaßlich handelt es sich um einen "Deep Fake". Die Stadtchefs von Berlin, Madrid und Wien telefonierten mit Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko - glaubten sie. Während die Anrufe nach Deutschland und Spanien vorzeitig abgebrochen wurden, fiel Michael Ludwig nicht auf, dass er einem Betrug auf den Leim gegangen war. 

Der stellvertretende "Bild"-Chefredakteur Paul Ronzheimer brachte den peinlichen Vorfall am Samstag via Twitter an die Öffentlichkeit. Opfer wurde auch Wiens Michael Ludwig. Der räumte nach schließlich ein, bei einem Video-Gespräch getäuscht worden zu sein. Der Kiewer Bürgermeister selbst reagierte ebenfalls und mahnte, sich für Kontakt mit ihm an die offiziellen Kanäle zu halten. Ronzheimer kritisierte auf Twitter die mangelhafte Recherche des Bürgermeisters.

FPÖ: "Ludwigs Ibiza"

Der Wiener Stadtrat Dominik Nepp (FPÖ) vergleicht den Vorfall mit der Ibiza-Affäre. Der gefälschte Anruf sei "Ludwigs Ibiza". Außerdem fordert er die Veröffentlichung des gesamten Gesprächs mit dem falschen Klitschko, da er vermutet, es könnten vertrauliche Informationen weitergegeben worden sein.

Nehammer-Kabinettschef: "Fahrlässige Sorglosigkeit"

Daniel Kosak, Pressesprecher und stv. Kabinettschef von Bundeskanzler Karl Nehammer, bezeichnet den Vorfall als "fahrlässige Sorglosigkeit und Umgehung aller Regeln der Sicherheit und Diplomatie". Ein solcher Fall hätte mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen leicht vermieden werden können, schreibt er auf Twitter.

Die Nationalrats-Abgeordnete Ewa Ernst-Dziedzic (Grüne) kritisiert die Tatsache, dass der Wiener Bürgermeister während des gesamten Gesprächs keine Auffälligkeiten bemerkt hat.

Brian Ceh Schmidt (NEOS) kommentiert: "Dieses Desaster ist sowohl Symptom als auch neue Verstärkung der aus Parteitaktik resultierenden Erosion unserer Sicherheitsbehörden."

Stadt Wien: "Cyberkriminalität"

Für die Stadt Wien und den Bürgermeister "handelt es sich hier mutmaßlich um einen schweren Fall von Cyberkriminaliät". "Damit müssen wir uns kritisch auseinandersetzen", Wien sei nicht als einzige Stadt betroffen. "Diese Entwicklungen sind sehr bedenklich und brandgefährlich."

Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj