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Straka rechnet bei Wien-Turnier mit fünf Top-Ten-Spielern

Nach zwei Jahren mit einem "unglaublichen Starterfeld" wird sich die Teilnehmerliste des Erste Bank Open auch 2022 wieder sehen lassen können. "Wie es ausschaut werden wir auf jeden Fall wieder fünf Top-Ten-Spieler in Wien haben können", sagte Turnierboss Herwig Straka am Mittwoch bei einem Medientermin im neuen e|motion-Büro in Wien. Da im Gegensatz zu den vergangenen Jahren zeitgleich auch in Basel aufgeschlagen wird, ist allerdings für große Konkurrenz gesorgt.

Der Schweizer Superstar Roger Federer wird fix in seiner Heimat spielen, wahrscheinlich auch der Spanier Carlos Alcaraz. "Er ist der neue Superstar, einer der immer gefragt ist. Wir haben es bei ihm über alle Ebenen probiert. Der Zug ist zwar nicht abgefahren, aber Basel wirbt sehr aggressiv", gab Straka Einblick. Der 19-Jährige ist dank vier Turniersiegen 2022 bereits auf Rang sechs des Rankings geklettert. Keine Tendenz gibt es bisher beim Weltranglistenersten Novak Djokovic und dem spanischen Sandplatzkönig Rafael Nadal. "Mit beiden sprechen wir, beide wollen sich noch nicht entscheiden", so der Steirer.

Bei Nadal werde vieles davon abhängen, ob er zu dem Zeitpunkt für sein Ranking noch Punkte brauche. "Dann ist Wien definitiv ein Thema, ansonsten ist Indoor nicht sein bevorzugter Belag", erzählte Straka nach einem persönlichen Gespräch mit dem Spanier.

Wesentlich wahrscheinlicher ist, dass man die beiden Vorjahresfinalisten wieder in der Stadthalle zu Gesicht bekommen wird. Der Deutsche Alexander Zverev hatte als Nummer zwei gesetzt im Endspiel gegen den US-Amerikaner Frances Tiafoe mit 7:5,6:4 die Oberhand behalten. "Er hat natürlich auch seine Vorstellungen, aber ich gehe davon aus, dass es funktioniert", gab sich der Ex-Manager von Dominic Thiem optimistisch. Mit Tiafoe sei man gar schon "handelseins". "Er ist für uns wichtig, einer der die Leute voll emotionalisiert und die Kids auch ins Stadion gelockt hat."

Zu den Spielern mit denen über eine Teilnahme am Zwei-Millionen-Euro-Event verhandelt wird, zählen auch Stefanos Tsitsipas, Matteo Berrettini, Jannik Sinner, Daniil Medwedew oder Andrej Rublew. Finanzielle Abenteuer werden die Organisatoren nicht wagen. "Wir haben gute Budgets, aber nicht endlos. Nach zwei Jahren mit Corona sind die Kassen nicht gefüllt", betonte Straka. Wer aus österreichischer Sicht aller dabei sein wird, wird sich auch erst weisen. 2021 war Lokalmatador Thiem aufgrund seiner Verletzungspause der große Abwesende.

Da der US-Open-Champion von 2020 bis dato noch immer nicht zu alter Stärke zurückgefunden hat, ist Straka froh, dass es noch einige Monate bis zum Stadthallen-Turnier sind. "Wir sind nicht abhängig von ihm, aber das Interesse ist einfach größer wenn ein Österreicher gut spielt. Das ist keine Frage", sagte Straka. Aktuell gelingt Thiem das noch nicht. Am Montag setzte es in Genf auch im sechsten Anlauf seit seinem Comeback eine Auftaktniederlage.

"Er muss jetzt einmal schauen, dass er wieder in Fahrt kommt, es ist natürlich extrem wichtig für das österreichische Tennis, dass er wieder beginnt zu performen", ist sich Straka bewusst. Wie schnell das der Fall sein wird, werde man sehen. "Es kann auch schnell wieder nach oben gehen."

Ob die Zuschauer auch heuer wieder mit Corona-Restriktionen rechnen müssen, steht in den Sternen. "Angst ist das falsche Wort, wir müssen aber mit einem Szenario rechnen. Voriges Jahr hatten wir auch 2G-Plus und das haben alle akzeptiert. Wir haben trotzdem 60.000 Leute gehabt", sagte Straka. Diese Marke soll heuer auf jeden Fall übertroffen werden. Festgehalten wird auch am Heumarkt als Nebenschauplatz des Turniers samt "Tennis-to-go-Konzept". Der Kartenverkauf läuft bereits, die Logen sind schon ausverkauft. Die Qualifikation startet am 22. und 23. Oktober, der Hauptbewerb läuft von 24. bis 30. Oktober.

ribbon Zusammenfassung
  • "Wie es ausschaut werden wir auf jeden Fall wieder fünf Top-Ten-Spieler in Wien haben können", sagte Turnierboss Herwig Straka am Mittwoch bei einem Medientermin im neuen e|motion-Büro in Wien.
  • Da im Gegensatz zu den vergangenen Jahren zeitgleich auch in Basel aufgeschlagen wird, ist allerdings für große Konkurrenz gesorgt.
  • Am Montag setzte es in Genf auch im sechsten Anlauf seit seinem Comeback eine Auftaktniederlage.