APA - Austria Presse Agentur

Stoch geht nun auf 3. Tournee-Sieg los

03. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Die Vierschanzentournee steht an und wenn es soweit ist, springt ein vorher farbloser Kamil Stoch in Bestform aus der Kiste. Der polnische Haudegen trotzte den widrigen Bedingungen im dritten Tournee-Bewerb in Innsbruck, gewann souverän und führt vor dem Finale in Bischofshofen am Mittwoch die Tournee-Wertung an. Kaum jemand glaubte im Anschluss des Bergisel-Springens, dass sich der dreifache Olympiasieger seinen dritten Gesamt-Sieg noch nehmen lässt.

Mit einem 27. Rang beim Heimweltcup in Wisla gestartet, scheint der 33-Jährige seine Form wieder einmal optimal geplant zu haben. Zweiter in Oberstdorf, Vierter in Garmisch-Partenkirchen und nun in Innsbruck sein insgesamt siebenter Sieg bei einem Tournee-Springen. Zu verdanken war das einem fabelhaften ersten Sprung (127,5 m) in einer Phase, als die versammelte Konkurrenz um den zuvor souverän führenden Halvor Egner Granerud (116,5) mehr als Federn lassen musste. Stochs Vorsprung in der Gesamtwertung vor seinem Landsmann Dawid Kubacki (Tages-Dritter) beträgt vor den letzten beiden Sprüngen 15,2 Punkte, also etwas mehr als acht Meter.

Die Corona-Ausgabe der Tournee hat für das polnische Team längst eine wundersame Wendung genommen. In Oberstdorf waren sie wegen eines Coronafalls ihres Teamkollegen Klemens Muranka noch kollektiv ausgeschlossen worden, wurden aber nach 22 Stunden, zwei weiteren negativen Testreihen und unter Wohlwollen der Konkurrenz "begnadigt". Nun könnte Polen wie 2017, 2018 (jeweils Stoch) und 2020 (Kubacki) den Gesamtsieger stellen.

"Kamil hat gezeigt, dass er der Chef im Ring ist", sagte Stefan Horngacher, der Tiroler Cheftrainer der Deutschen, im deutschen Fernsehen. Österreichs Topmann Stefan Kraft sprach nach Platz acht von einem knappen Bewerb. "Bis auf Kamil, der uns alle abgezockt hat." Die Polen würden nach dem Oberstdorf-Erlebnis befreit aufspringen, meinte Daniel Huber. "Es ist faszinierend und cool anzuschauen. Es gilt, sich eine Scheibe abzuschneiden." Selbst Alexander Stöckl, der Cheftrainer des drittplatzierten Norwegers Granerud, sagte: "Der Kamil ist ein routinierter Athlet. 20 Punkte sind sehr viel."

Stoch selbst war logischerweise überglücklich. "Ich fühle mich fantastisch, das war ein sehr guter Tag für mich und das Team", so Stoch, der sich von den kniffligen Bedingungen nicht aus der Ruhe hatte bringen lassen. "Es war sehr schön, hier so gute Sprünge zu zeigen, das ist eine meiner Lieblingsschanzen." Die nächste steht im Salzburger Pongau bereit: Auf der Paul-Außerleitner-Schanze hat Stoch 2017 und 2018 gewonnen.

Quelle: Agenturen