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Still, elegant, erfolgreich: Rybakina Königin von Melbourne

01. Feb. 2026 · Lesedauer 3 min

Am Tag nach ihrem zweiten Grand-Slam-Triumph hat sich Jelena Rybakina beim traditionellen Fotoshooting der Sieger am Ufer des Yarra River im eleganten roten Kleid gezeigt. Vor der Skyline von Melbourne reckte die Kasachin den Daphne Akhurst Memorial Cup in die Höhe und setzte ihr schönstes Siegerlächeln auf. Die 26-Jährige präsentierte sich so, wie sie auch Tennis spielt: elegant, einfach und ohne großes Tamtam oder teuren Schmuck.

Im Endspiel hatte sie der Weltranglisten-Ersten Aryna Sabalenka in einem spannenden Duell 6:4,4:6,6:4 niedergerungen. Die Wimbledonsiegerin von 2022 freute sich über ihre zweite Trophäe bei einem der vier Major-Turniere und hat nun Lust auf mehr bekommen. Rybakina war als Geheimfavoritin nach Australien gereist. Gegen Ende des vergangenen Jahres hatte sie die WTA Finals in Saudi-Arabien gewonnen - auch dort im Finale gegen Sabalenka. Der Lohn: ein Rekordpreisgeld in Höhe von 4,42 Millionen Euro.

Es war die Krönung eines komplizierten Jahres, in dem vor allem ihr umstrittener Trainer Stefano Vukov im Mittelpunkt stand. Ende 2024 hatte sich Rybakina von Vukov getrennt und mit Goran Ivanisevic einen prominenten Namen der Szene als Nachfolger präsentiert. Doch der Ex-Coach von Novak Djokovic kam gar nicht dazu, große Akzente zu setzen, weil Rybakina Anfang der Saison plötzlich doch wieder Vukov anheuerte.

Und das, obwohl der heute 38-Jährige zu diesem Zeitpunkt von der Frauen-Organisation WTA gesperrt war. Vukov wurde vorgeworfen, sich unangemessen gegenüber Rybakina verhalten zu haben. "The Athletic" berichtete von verbalem und körperlichem Missbrauch. Rybakina hat die Vorwürfe gegen ihren Coach stets zurückgewiesen. Vukov habe sie nie falsch behandelt, sagte die Kasachin stets zu diesem sensiblen Thema.

Starke Bilanz seit Wimbledon

Auch der Coach bezeichnete die Anschuldigungen als falsch und hatte schließlich mit einem Einspruch Erfolg. Seit August ist er wieder als Chefcoach mit Rybakina unterwegs - und das mit großem Erfolg. Seit Wimbledon hat keine Spielerin auf der Tour mehr Partien gewonnen als Rybakina (36). Keine Sabalenka, keine Coco Gauff, keine Iga Swiatek.

"Ich fühle mich einfach gut. Ich spiele sehr aggressiv", kommentierte Rybakina diese eindrucksvolle Statistik. Im Endspiel überzeugte die Kasachin zudem mit großer Nervenstärke. Als Sabalenka aus dem Nichts den zweiten Satz gewann und im entscheidenden Durchgang schnell auf 3:0 davonzog, blieb Rybakina ruhig und schaffte die Wende. Sie nahm damit zugleich Revanche für die Finalniederlage an gleicher Stelle gegen Sabalenka vor drei Jahren.

Nummer eins als Ziel

In der aktuellen Form ist Rybakina das Maß aller Dinge im Frauen-Tennis. Gegen ihren starken Aufschlag und ihre wuchtige Vorhand findet kaum eine Gegnerin ein Mittel. Im Endspiel von Melbourne auch die für ihre Wucht bekannte Sabalenka nicht. Und im Moment ihres zweiten Grand-Slam-Titels ging Rybakina dann zumindest auch einmal kurz mit ihren Worten in die Offensive. Ob Platz eins in der Weltrangliste jetzt das nächste Objekt der Begierde sei, wurde die Kasachin gefragt. "Ja, ich habe große Ziele", sagte Rybakina.

Zusammenfassung
  • Jelena Rybakina hat bei den Australian Open 2026 ihren zweiten Grand-Slam-Titel gewonnen, indem sie die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka in einem spannenden Finale mit 6:4, 4:6, 6:4 besiegte.
  • Nach einem Jahr voller Trainerwechsel und Kontroversen um ihren Coach Stefano Vukov, der zeitweise von der WTA gesperrt war, feierte Rybakina mit ihm an ihrer Seite große Erfolge und wies sämtliche Missbrauchsvorwürfe gegen ihn zurück.
  • Mit 36 Siegen seit Wimbledon ist Rybakina derzeit die erfolgreichste Spielerin auf der Tour und erhielt für ihren WTA-Finals-Sieg in Saudi-Arabien ein Rekordpreisgeld von 4,42 Millionen Euro.