APA - Austria Presse Agentur

Sölden-RTL: Silber für Leitinger

24. Okt 2021 · Lesedauer 4 min

Der Österreicher Roland Leitinger holt sich Platz zwei im Riesentorlauf in Sölden. Erster wird der Schweizer Marco Odermatt mit 00.07 Vorsprung.

Roland Leitinger hat um nur 7 Hundertstel Sekunden den Heimsieg in Sölden verpasst. Der zu Halbzeit überraschend und erstmals führende Salzburger fiel am Sonntag in der Entscheidung zurück und musste dem Schweizer Marco Odermatt hauchdünn den Sieg überlassen. Dritter wurde beim von Traum-Wetter und guter Piste begleiteten Gletscher-Auftakt in Tirol vor offiziell 9.800 Zuschauern der Slowene Zan Kranjec.

Erstes Podium seit Hirscher

Damit gelang zwar der sechste Sieg für Österreichs Männer beim Heim-Auftakt nicht. Immerhin holte der 30-jährige Vizeweltmeister von 2017 aber das erste Herren-Podium seit Marcel Hirscher 2016.

"Es fühlt sich noch nicht ganz wie ein Sieg an. Aber es ist natürlich ein super Ergebnis, es wäre drinnen gewesen", sagte Leitinger nach der spannenden Entscheidung im ORF. "Ich habe mich wieder super gefühlt, aber leider einen kleinen Fehler gemacht. Das ist es dann gewesen", erklärte er seinen Rückfall und die nur 15. Laufzeit im 30er-Finale.

Natürlich sei das trotzdem ein Riesenerfolg. "Es freut mich, dass sich die Arbeit im Sommer auszahlt." Die erstmalige Führung zur Halbzeit und das auch noch zu Hause sei halb so schlimm gewesen. Leitingers bisher bestes Weltcup-Ergebnis war Platz sechs gewesen.

Nach dem Karriere-Ende des nach der Saison 2019 zurückgetretenen Hirscher waren Österreichs RTL-Männer in ein tiefes Loch gefallen. Seitdem gilt dieser alpinen Kerndisziplin besondere Aufmerksamkeit. So kümmern sich auch Hirschers einstiger Vertrauenstrainer Michael Pircher sowie Vater Ferdinand Hirscher um die GS-Spezialisten.

Brennsteiner und Mayer fielen aus

Im Vorjahr hatte es für die Riesentorlauf-Abteilung der ÖSV-Männer in Sölden mit Stefan Brennsteiner als Bestem auf Platz 17 trotzdem ein Debakel gesetzt. Diesmal war der Salzburger, der Ende der vergangenen Saison mit zwei dritten Plätzen aufgezeigt hatte, also größte Hoffnung eingeschätzt worden. Der schnellste erste Lauf gelang dann aber seinem Teamkollegen Leitinger, der erstmals in seiner Karriere voranlag.

Im ersten Saisonrennen der Herren führte damit überraschend ein Österreicher 19 Hundertstel vor dem Franzosen Matthieu Faivre, Odermatt war Dritter. Mit Brennsteiner (11.), dem überraschend starken Speed-Spezialisten Matthias Mayer (13.) und Manuel Feller (14.) auf den Plätzen 11 bis 14 sowie Marco Schwarz (18.) hatte der ÖSV nach Lauf eins damit gleich fünf Läufer in den Top-18 sowie einen gar in Führung.

In der flüssiger gesetzten Entscheidung hielt der Positiv-Trend aber nicht an. Mayer fiel im steilen Eisfall ebenso aus wie Brennsteiner. Schwarz verbesserte sich leicht und punktete als 13. in Sölden erstmals. Feller wurde 15. Weltmeister Faivre fiel noch auf Platz 11 zurück.

Mayer: "Es war wirklich ein beschissener Fehler"

"Ich bin schon glücklich. Es sind Weltcup-Punkte geworden, das war ein guter Start", gab sich der WM-Dritte Schwarz nach der fünftbesten Zeit in der Entscheidung zufrieden. "Natürlich sind noch viele Hausaufgaben im Riesentorlauf zu machen." Feller meinte, er sei nach der Hälfte verkrampft gewesen. "Im Steilhang bin ich irgendwo angestanden, danach habe ich mich nicht mehr derfangen." Das Ergebnis sei okay. "Auch wenn es nicht ganz das ist, was wir uns erhofft haben."

Mayer war trotz des Ausfalls nicht unzufrieden. "Ich habe auch im zweiten nicht gebremst und richtig Gas gegeben. Es war wirklich ein beschissener Fehler, der Tag war aber trotzdem für mich okay."

Brennsteiner freute sich mit seinem gleichaltrigen Team- und Leidenskollegen Leitinger, beide haben schon schwere Rückschläge wegstecken müssen. "Wir gehen schon lange einen gemeinsamen Weg, ich habe ein bisschen zittrige Haxen bekommen", gestand Brennsteiner.

Beim Ausfall war er sich mit den Ski überkreuz gekommen. "Alles gut, blöd gegangen. Parallele Skistellung lernt man eigentlich schon relativ früh", flüchtete er in einen Scherz." Die Enttäuschung darüber werde ganz sicher noch kommen.

Quelle: Redaktion / pea