AFP

Skispringen: Corona-Chaos vor Olympia

21. Jan. 2022 · Lesedauer 3 min

Im Skispringen gibt es kurz vor der geplanten Abreise zu den Olympischen Spielen drei weitere Corona-Fälle. Der polnische Verband bestätigte am Donnerstag einen positiven Test von Weltmeister Piotr Zyla. Im norwegischen Team gibt es mit Johann Andre Forfang einen dritten Fall. Und bei den Deutschen hat es 2018-Olympiasieger Andreas Wellinger erwischt.

Der wie Zyla für die Winterspiele in Peking nominierte Forfang bestätigte am Freitag, dass auch sein PCR-Test positiv ausgefallen sei, wie er dem "Dagbladet" mitteilte. Damit vergrößerten sich die Sorgen von Norwegens Trainer Alexander Stöckl. In seiner Mannschaft waren am Dienstag Daniel Andre Tande und Fredrik Villumstad positiv getestet worden. Sie befinden sich wie der zuletzt im Weltcup zweimal siegreich gebliebene Marius Lindvik als enge Kontaktperson Tandes und nun auch Forfang in Quarantäne.

Weil Robert Johansson wegen Rückenproblemen ausfällt, bleibt Stöckl mit Halvor Egner Granerud für die Bewerbe am Wochenende in Titisee-Neustadt nur noch ein Topspringer übrig. Zyla wäre wie die anderen für die Winterspiele vorgesehenen Polen in Deutschland nicht angetreten. In der Vorwoche hatte es bei den Polen auch Ex-Vierschanzentournee-Sieger Dawid Kubacki erwischt.

Zeit vor Olympia drängt 

Ob die Betroffenen rechtzeitig alle Kriterien für die Reise nach China erfüllen, wird sich erst zeigen. Spätestens fünf Tage vor der Abreise zu den Spielen ist der erste von vier PCR-Tests zu machen, die negativ sein müssen. Das betrifft all jene, die innerhalb 30 Tagen vor der Abreise noch mit dem Coronavirus infiziert waren oder sind und genesen.

Wellinger war zuletzt in Zakopane wegen einer Knieverletzung nicht dabei gewesen, für ihn dürften die Winterspiele mangels gutem Ergebnis am letzten Qualifikationswochenende nun auch aus sportlicher Sicht kein Thema mehr sein. Der 26-Jährige brach am Freitag seine Anreise nach Titisee-Neustadt ab, statt um ein Olympia-Ticket geht es in die Quarantäne.  Der Tiroler Stefan Horngacher, Bundestrainer der Deutschen, lässt die Aufstellung aber noch offen, wird diese nach der Samstag-Konkurrenz bekanntgeben. Wellinger sagte, er habe zwar einen CT-Wert über 30, der zähle "aber leider als positiv. Das ist extrem bitter."

Stöckl denkt eigenen Angaben zufolge bereits über Nachnominierungen und einen späteren Flug seines Teams nach China nach. Die Skisprungbewerbe bei Olympia beginnen am 5. Februar mit der Normalschanzen-Qualifikation.

Stoch bei Olympia wohl dabei 

Bei den Polen gab es positive Nachrichten immerhin von Kamil Stoch. Der dreifache Olympiasieger wurde nach Formschwäche und trotz einer Knöchelverletzung nominiert, nun zeigte sich sein Arzt hinsichtlich eines Antretens im nordischen Olympia-Zentrum Zhangjiakou zuversichtlich. "Alle Anzeichen sprechen dafür, dass er wettbewerbsfähig ist", teilte der Mediziner Aleksander Winiarski mit. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass es mit dem Knöchel kein Problem geben wird."

Quelle: Agenturen / mpa