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"Ski-Kanone" Feller rettet Slalom-Party in Schladming

26. Jan. 2022 · Lesedauer 4 min

Manuel Feller hat wieder einmal bewiesen, was für ein besonderer Skirennfahrer er ist. 25 Plätze machte der Tiroler Dienstagabend beim Vorstoß von 28 auf 3 beim Schladminger Nachtslalom gut und verwandelte dabei das Planai-Stadion in ein Tollhaus.

1.000 zugelassenen Zuschauer und Hunderte Zaungäste waren aus dem Häuschen, als der Tiroler quasi vom Krankenbett auf's Podest fuhr. "Er ist eine Kanone. Bei ihm weißt du nie, was passiert", staunte auch Andreas Puelacher.

Der Rennsportleiter der ÖSV-Herren hatte zwar beim zweiten Slalom-Heimspiel innerhalb von drei Tagen nach einem ziemlich misslungenem ersten Durchgang die Flinte nicht ins Korn geworfen. Mit nur Schwarz (24.) und Feller (28.) im 30er-Finale zeichnete sich aber doch das schlechteste Schladming-Ergebnis aller Zeiten für die Heimischen ab. Dank Bestzeit katapultierte sich der von zehntägiger Corona-Quarantäne geschwächte und erst am Morgen des Renntages "freigelassene" Feller aber doch noch auf den Endrang, der in drei Wochen bei Olympia Bronze bedeuten würde.

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Manuel Feller in Aktion im 2. Durchgang des Schladming-Slaloms.

"Eine der größten Leistungen"

"Das war sicher eine der größten Leistungen, die ich in meiner Karriere bis jetzt erbracht habe", zeigte sich Feller von seinem Kraftakt selbst angetan. Er begeisterte damit nicht nur die gut gelaunten Zuschauer, die das Nightrace zum "Nightrave" machten, sondern auch ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober. Die hatte schon das Schlimmste befürchtet. "Bei 60 Toren sind 60 Fallen eingebaut. Das hätte heute auch eine Nullnummer werden können", atmete die Salzburgerin auf. "Das Schöne am Sport ist, dass man bis zum Schluss warten muss, bis es aus ist. Es war hoch emotional, eine echte Dramatik."

Dabei war an sich alles so perfekt angerichtet gewesen für ein weiteres tolles Heimrennen in Schladming. 25 Jahre Nightrace, 40 Jahre WM-Titel für Harti Weirather und 50 Jahre Planai-Bergbahnen hatten beim Abschied von Hans Grogl als OK-Chef vor Beginn des Rennens sogar zwei Eurofighter am Himmel über dem zweimaligen WM-Ort angelockt. Die 1.000 Zuschauer auf der Tribüne - normal kommen bis zu 45.000 - sowie weitere 350 in der Hohenhaus-Tenne sorgten zudem für grandiose Stimmung.

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1.000 Zuschauer machten auf der Tribüne Stimmung.

Es bedurfte am Ende aber eines Kraftaktes von Feller und "Wahnsinns-Laufs" des ehemaligen Junioren-Weltmeisters, damit neben dem ersten deutschen Schladming-Sieger Linus Strasser und dem nach einer Daumen-Operation zu Tränen gerührten Norweger Atle Lie McGrath auch die Gastgeber jubeln konnten. "Es war wirklich nicht einfach für Manuel nach dem ganzen Corona-Theater", so Puelacher. "Natürlich hat er von Ausfällen und einer schlechter werdenden Piste profitiert. Aber der Manu ist eben der Manu. Er ist in Form, Corona hat ihn halt etwas aus dem Tritt gebracht."

Mehrere Ausfälle im Slalom-Team

Obwohl Lech-Sieger Christian Hirschbühl und Adrian Pertl verletzt sind, Michael Matt nach positivem Test fehlte und neben Fabio Gstrein auch Adelboden-Sieger Johannes Strolz mit Zwischenbestzeit schon in Lauf eins gescheitert war, ist Puelacher zuversichtlich. "Dass wir trotzdem immer wieder am Podest sind, beweist, dass die Slalom-Mannschaft gesettelt ist. Wir gehen als Mitfavoriten nach Peking und dort kann viel passieren", ist Puelacher, der schon diesen Freitag mit den Abfahrern und den Kombinierern Schwarz und Strolz nach China fliegt, überzeugt.

Während Strolz "dank" seines Hochrisiko-Ausfalls nun wenigstens besser weiß, wo er im nächsten Rennen etwas dosieren muss, ist Schladming-Vorjahressieger Schwarz etwas verzweifelt. "Wieder nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe", sagte der Kärntner nach Platz 17. "Es will derzeit einfach nicht so richtig von der Hand gehen. Jetzt heißt es den Kopf frei kriegen und bereit sein für Olympia", freute er sich aber auf das Ausfassen der Olympia-Bekleidung am Mittwoch in Wien.

Strasser profitierte von Ausfällen

Strasser ist der sechste unterschiedliche Sieger im sechsten Saisonslalom, was ihn in Peking zum Mitfavoriten macht. "Momentan darfst du im Slalom einfach nicht zurückziehen", sagte der Deutsche, der als Halbzeit-Fünfter auch vom Ausfall der vorausliegenden Duos Kristoffer Jakobsen und Giuliano Razzoli profitierte. "Das nächste Mal sind die drei Hundertstel auf meiner Seite", hofft der knapp geschlagene McGrath. Er litt vor allem mit dem Schweden Jakobsen. "Wird er halt Olympiasieger", versuchte McGrath zu trösten.

Quelle: Agenturen / apb