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Ski alpin: Wer holt sich die große Kristallkugel?

22. Okt 2021 · Lesedauer 6 min

Mit dem Damen-Riesentorlauf in Sölden wird am Samstag traditionell die Ski-Saison eröffnet. PULS 24 wagt eine Prognose, wer heuer bei Damen und Herren um die begehrte große Kristallkugel für den Gesamtweltcup kämpfen wird.

Obwohl das Wetter in Österreich noch spätsommerlich ist, kehrt der Ski-Weltcup zurück. Mit dem Riesentorlauf der Damen wird die Saison am Samstag (10:00 Uhr) eröffnet, am Sonntag um die gleiche Zeit starten die Männer in den Weltcup. Auf welche Fahrer man dabei ein besonders Augenmerk legen muss, verrät PULS 24. 

Herren:

Alexis Pinturault (FRA)

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Es kommt wenig überraschend, dass man den Gesamtweltcupsieger der Saison 20/21 auch heuer ganz oben auf der Liste haben muss. Der Technik-Spezialist ist extrem konstant und landete in den letzten drei Jahren immer unter den Top 2 der Gesamtwertung. Pinturault ist vor allem im Riesentorlauf das Maß aller Dinge, punktete in den letzten Jahren aber auch immer wieder im Super-G. Mit 30 Jahren ist er zudem in einem guten Alter. Pinturault, dem in seiner Sammlung übrigens nur noch Olympia-Gold fehlt, ist diese Saison wieder der Mann, den es zu schlagen gilt!

Henrik Kristoffersen (NOR)

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Das Image des ewigen Zweiten hängt wie ein Damoklesschwert über dem Norweger. Kristoffersen, der sich viele Jahre lang an Marcel Hirscher die Zähne ausbiss, blickt auf eine völlig verkorkste Saison zurück. Der Norweger landete in der Gesamtwertung und in seiner Paradedisziplin Slalom nur auf Rang sechs – nur zwei seiner 23 Weltcupsiege feierte er letzte Saison. Zu wenig für Kristoffersens hohe Ansprüche. Bei der Ski-WM holte Kristoffersen im Slalom "immerhin" Bronze. Mit neuem Elan will der Norweger heuer wieder angreifen und nach zwei zweiten und drei dritten Plätzen das erste Mal die große Kristallkugel holen.

Alexander Aamodt Kilde (NOR)

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Der erste und einzige Speed-Fahrer in dieser Liste. Kilde gewann 2019/20 in der Corona-Abbruchsaison den Gesamtweltcup. Letztes Jahr holte der Norweger zwei Weltcup-Siege, ehe er sich Anfang Jänner beim Training auf der Reiteralm einen Kreuzbandriss zuzog. Zu diesem Zeitpunkt lag Kilde im Gesamtweltcup auf Platz zwei. Nun ist der 29-Jährige, der seit Sommer mit Mikaela Shiffrin liiert ist, wieder fit und zählt auch heuer zu den heißesten Kandidaten auf die große Kugel.  

Marco Odermatt (SUI)

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Mit 24 Jahren ist Marco Odermatt der jüngste Anwärter. Auf Kilde, Pinturault und Kristoffersen fehlen dem Schweizer noch einige Weltcupsiege. Dennoch ist Odermatt nach letzter Saison weit mehr als ein gefährlicher Außenseiter. Der Super-G- und Riesenslalom-Spezialist beendete die Saison 2020/21 auf Platz zwei im Gesamtweltcup. Nur 167 Punkte fehlten schlussendlich auf Alexis Pinturault. Odermatt bewies sein Talent bereits 2018 bei der Junioren-WM in Davos, wo er fünfmal Gold holte. Die Schweizer dürfen sich demnach berechtigte Hoffnungen auf den ersten Gesamtweltcupsieger seit Carlo Janka (09/10) machen.

Marco Schwarz (AUT)

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Doch auch der ÖSV hat heuer mit Marco Schwarz ein heißes Eisen im Feuer. Schwarz beendete die Vorsaison auf Platz drei und war im Slalom das Maß aller Dinge. In elf Rennen fuhr Schwarz siebenmal aufs Podium und sicherte sich souverän die kleine Kristallkugel. Im Riesenslalom hat Schwarz mit Bronze bei der WM sein Potential bereits andeuten können und auch den ein oder anderen Super-G möchte der Villacher heuer mitnehmen. Schwarz ist vielleicht nicht der Topfavorit auf den Gesamtweltcup, vermutlich aber die größte ÖSV-Hoffnung auf die erste große Kugel in der Post-Hirscher-Ära.

Damen:

Mikaela Shiffrin (USA)

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Die Amerikanerin ist zwar nicht die Titelverteidigerin, dennoch aber die Topfavoritin auf den Gesamtsieg 2021/22. Nach zwei emotional schwierigen Saisonen – Shiffrins Vater verstarb im Februar 2020 – in der die Amerikanerin sich nicht voll auf den Sport fokussieren konnte, will sie heuer wieder voll angreifen. Shiffrin plant auch wieder vermehrt in den Speed-Disziplinen an den Start zu gehen. Es bleibt abzuwarten, ob die 26-Jährige den Weltcup noch einmal so dominieren kann wie in der Saison 18/19 als sie vier Kristallkugeln holte und zahlreiche Rekorde brach. Eine Shiffrin in Topform ist jedenfalls die Topfavoritin auf den Gesamtsieg.

Petra Vlhova (SLO)

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Die größte Herausforderin von Shiffrin ist einmal mehr Petra Vlhova. Die Slowenin dominierte die Vorsaison, gewann sowohl die große Kristallkugel als auch die Disziplinenwertung im Slalom. In den letzten drei Jahren landete Vlhova immer unter den Top-3. Die Slalom-Spezialistin hat auch bei den Olympischen Spielen eine Mission: Eine Olympia-Medaille fehlt der 20-fachen Weltcup-Siegerin noch.

Lara Gut-Behrami (SUI)

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Auch bei den Damen findet sich nur eine Speed-Spezialistin in der Liste der engsten Anwärter wieder, was auf die Dominanz der Slalom- und Riesentorläuferinnen schließen lässt. Lara Gut-Berahmi darf sich aber durchaus berechtigte Hoffnungen auf die große Kristallkugel machen. Die Schweizerin lieferte er sich letzte Saison einen offenen Schlagabtausch mit Vlhova, gewann schlussendlich die Super-G-Wertung punktete auch in Abfahrt und Riesenslalom konstant. Gut-Berahmi hat den Gesamtweltcup bereits in der Saison 2015/16 gewonnen.  

Michelle Gisin (SUI)

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Die zweite Anwärterin aus der Schweiz heißt Michelle Gisin. Ihre Leistungen gehen ob der Dominanz von Shiffrin und Vlhova in den technischen Disziplinen oftmals unter, doch die 27-Jährige ist extrem konstant und landete letztes Jahr gesamt auf Platz drei. Gisin, die sich bereits Olympiasiegerin nennen darf, könnte zur lachenden Dritten werden, falls Vlhova und Shiffrin patzen.

Katharina Liensberger (AUT)

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Ebenfalls eine Anwärterin auf die Rolle der lachenden Dritten ist eine ÖSV-Läuferin: Katharina Liensberger. Die 24-Jährige explodierte leistungstechnisch in der Vorsaison so richtig, sicherte sich den Slalom-Weltcup und zweimal WM-Gold, was ihr Platz drei bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres einbrachte. Wenn Liensberger sich im Riesenslalom noch steigern kann, hat sie zumindest eine Außenseiter-Chance auf den ersten österreichischen Gesamtweltcup-Sieg seit Anna Veith (2014/15).

Die Hard Facts zur neuen Saison

37 Rennen bestreiten Männer und Frauen in diesem Winter von 23.10.2021 bis zum 20.3.2022. Erstmals finden dabei nahezu gleich viele Technik- bzw. Speed-Bewerbe statt. Bei den Herren sieht die Aufteilung folgendermaßen aus: elf Abfahren, sieben Super-Gs, acht Riesentorläufe, zehn Slaloms, ein Parallelslalom. Bei den Damen finden pro Disziplin neun Rennen sowie ein Parallelslalom statt. Die Alpine Kombination ist Geschichte.

Das große Saison-Highlight sind die Olympischen Spiele. Von 4.2 bis 20.2 kämpfen geht es in Peking um Gold, Silber und Bronze. In Österreich macht der Weltcup gleich mehrere Male halt. Nach dem Auftakt in Sölden geht es für Damen und Herren nach Lech. Während die Damen danach noch in Lienz, Flachau und Zauchensee gastieren, stehen für die Herren Ende Jänner die Klassiker in Kitzbühel und Schladming auf dem Programm. Das Weltcupfinale findet heuer im französischen Courchevel statt.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion / mpa