APA - Austria Presse Agentur

Rapid siegt gegen Zagreb erstmals in Europa League

21. Okt 2021 · Lesedauer 6 min

Der SK Rapid feiert am dritten Spieltag der ersten Sieg in der Europa League. Die Hütteldorfer gewinnen das Heimspiel gegen Dinamo Zagreb mit 2:1. Grüll und Hofmann treffen für Rapid.

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt feiert der SK Rapid Wien gegen Dinamo Zagreb den ersten Sieg. Die Hütteldorfer besiegen Dinamo Zagreb im heimischen Allianz-Stadion vor 22.300 Zuschauern mit 2:1. Marco Grüll bringt Rapid bereits nach sechs Minuten mit 1:0 in Führung. Orsic gelingt in der 24. Minute zwar der Ausgleichtreffer, doch Maximilian Hofmann bringt Rapid nach einer Freistoßflanke von Grüll wieder in Front (34.).

In der zweiten Halbzeit sind die Österreicher das bessere Team, von Zagreb kommt offensiv nichts mehr und somit bringt die Elf von Didi Kühbauer den Sieg in einer hektischen Schlussphase ins Trockene.

Rapid liegt nun mit drei Punkten auf Platz drei in der Gruppe G, punktgleich mit Zagreb und Genk. West Ham führt die Gruppe mit dem Punktemaximum von neun Zählern an. Die Engländer besiegen Genk im Parallelspiel mit 3:0. 

Rapid geht früh in Führung, Zagreb kontert

Rapid nimmt das Heft von Beginn an in die Hand, ist aggressiv, mutig und entschlossen, genauso wie es Coach Dietmar Kühbauer auf dem Weg zu einem Erfolgserlebnis von seinen Schützlingen gefordert hatte. Ercan Kara hätte schon in der sechsten Minute das 1:0 machen können, rollt den Ball vom Sechzehner allerdings in die Arme von Zagreb-Tormann Dominik Livakovic. Doch drei Minuten später ist der Traumstart perfekt. Kelvin Arase hält den Ball auf der Seite gerade noch im Spiel, lässt einen Gegenspieler aussteigen und nach seiner Hereingabe trifft Grüll aus elf Metern ins Eck.

Die Wiener begnügen sich mit dem Vorsprung nicht und drängen auf das 2:0, das nicht fällt, da Kara nach Aiwu-Lochpass an Livakovic scheitert (13.) und Robert Ljubicic nach Grüll-Vorarbeit im Strafraum den Ball nicht richtig trifft (14.). Die Gäste kommen erst nach 20 Minuten etwas besser in die Partie, da rettet Leo Greiml bei der ersten Zagreb-Chance. Ihre zweite Möglichkeit lassen sich die Kroaten nicht entgehen. Ein Freistoß wird geklärt, kommt danach aber wieder hoch in den Rapid-Strafraum, wo Orsic zu viel Platz bekommt und vom Elfer abschließen kann.

Hofmann köpft zum 2:1 ein

Die Wiener lassen sich dadurch aber nicht aus dem Konzept bringen, diktierten in der vielleicht besten Hälfte in dieser Saison das Geschehen und werden immer wieder gefährlich. Vier Minuten, nachdem Kara drübergeschossen hatte, ist es der aufgerückte Hofmann, der den alten Vorsprung wiederherstellt.

Bei einer Grüll-Freistoßflanke sind die Kroaten mehr auf Kara fixiert, Hofmann profitiert davon und köpfelt ein. Auf der anderen Seite findet Orsic die Doppelpack-Chance vor, scheitert aber an Paul Gartler (37.). Rapid verabsäumt es bei Abschlüssen von Grüll (42./Freistoß) und Maximilian Ullmann (44.) nachzulegen.

APA - Austria Presse Agentur

Dinamo Zagreb ist mit mehr als 2.000 Fans nach Wien gereist. 

Nach dem Seitenwechsel sind die Zagreber gezwungen, mehr zu machen, Rapids Abwehr steht allerdings bombensicher, weshalb der Ausgleich nicht wirklich in der Luft liegt. Rapid ist dem dritten Treffer näher, Kara findet aber wieder in Livakovic seinen Meister (69.), wie später auch Grüll (77.). Der Ex-Rieder untermauert mit einer starken Vorstellung einmal mehr seinen Status als Topverstärkung im Sommer, neben seinen Toren hält er nun auch bereits bei fünf Assists.

Hektische Nachspielzeit

In der Nachspielzeit wird es dann noch einmal turbulent auf dem Feld, gibt es nach einem Foul von Koya Kitagawa an Josip Misic einen Tumult. Die ukrainische Schiedsrichterin Katerina Monsul behielt allerdings den Überblick. Die mehr als 2.000 kroatischen Fans zünden einen von zahlreichen Böllern im Gästesektor und fielen so negativ auf. Stimmungstechnisch hatten sie mit den Anhängern der Wiener mithalten können.

Bei Dinamo kommen die Ex-Austrianer Marin Leovac und Emir Dilaver nicht zum Zug. Für Rapid, das auch nach dem dritten Europacupspiel gegen Zagreb ungeschlagen ist, geht es am Sonntag in der Liga in Hartberg weiter, da soll der Aufwärtstrend mit sieben Punkten aus drei Pflichtspielen prolongiert werden.

Die Stimmen zum Spiel: 

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Für uns war es ein schwieriges Spiel, weil wir genau gewusst haben, dass wahrscheinlich in der Gruppe nichts mehr zu machen ist, wenn wir nicht gewinnen. Deshalb muss ich der Mannschaft ein riesiges Lob aussprechen. Sie hat ab der ersten Minute versucht, aggressiv zu sein und die Räume gut zu belaufen. Sie haben gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben ein frühes 1:0 gemacht, dann ein Tor bekommen, das sehr einfach passiert ist, aber trotzdem nicht aufgesteckt und den Führungstreffer wieder erzielt. In der 2. Halbzeit hatte Dinamo mehr Ballbesitz, wir haben aber gut verteidigt und hätten noch die Möglichkeit gehabt, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Es war eine sehr gute Leistung gegen eine sehr gute Mannschaft, das ist für uns sehr wichtig für die nächsten Aufgaben."

Marco Grüll (Rapid-Torschütze): "Es war eine sehr gute Partie von uns, wir waren von Anfang an sehr gut im Spiel, haben sehr verdient das 1:0 geschossen, dann weitergespielt und uns auch vom billigen, bitteren 1:1 nicht beirren lassen. Wir haben weiter nach vorne gespielt, das 2:1 geschossen und sehr gut verteidigt. Dass wir so viele Chancen haben, damit haben wir nicht gerechnet. Wir haben sehr gut umgeschaltet und gewusst, dass wir im Tempo Vorteile haben werden. Wir haben die Räume, die wir gehabt haben, sehr gut bespielt."

Damir Krznar (Zagreb-Trainer): "Gratulation an Rapid, sie haben verdient gewonnen, waren aggressiver, wollten den Sieg eindeutig mehr. Wir haben es leider verabsäumt, gut zu spielen. Wir waren zu passiv in den Zweikämpfen, in einigen Situationen auch zu nervös und es ist uns vor allem auch nicht gelungen, die zweiten Bälle zu erobern. Deshalb ist diese Niederlage zustande gekommen. Wir werden das Spiel analysieren und unsere Lehren daraus ziehen."

Stefan Ristovski (Zagreb-Verteidiger): "Sie waren besser, haben es geschafft zwei Tore zu schießen. Wir haben einfach die Löcher in der Verteidigung von Rapid nicht gefunden und waren nicht wie üblich aggressiv. Sie haben uns dafür knallhart bestraft."

Quelle: Agenturen / mpa