Sinner will Australian-Open-Triple, Alcaraz Karriere-Slam
Die beiden Aushängeschilder der Szene, weshalb immer wieder von "Sincaraz" zu lesen ist, begegneten einander 2025 sechsmal in einem Endspiel. Viermal behielt Alcaraz die Oberhand, Sinner nur zweimal, darunter allerdings auch bei den ATP Finals Mitte November. "Ich fühle mich als besserer Spieler als vergangenes Jahr", sagte Sinner. Da hatte er neben 58 Siegen nur sechs Niederlagen auf der Tour kassiert, neben Alcaraz wurden ihm diese von Tallon Griekspoor (in Shanghai) sowie Alexander Bublik (in Halle) zugefügt.
Der vierfache Major-Sieger Sinner, der 2025 auch in Wimbledon erfolgreich war, wandelt auf den Spuren von Novak Djokovic, dem zuletzt zwischen 2019 und 2021 ein "Melbourne-Hattrick" gelungen war. Auf den Serben ist er bei sechs Teilnahmen an den Australian Open einmal (Halbfinale 2024) getroffen, auf Alcaraz noch nie. Eine erst im Endspiel in der Rod Laver Arena mögliche Premiere würde die Fans in Ekstase versetzen. Die Konstanz im Spiel Sinners erinnert an einen Roboter, starke Aufschläge und Grundschläge bringen die Gegner zumeist zur Verzweiflung. Nur was Spontaneität betrifft, hat ihm Alcaraz etwas voraus.
"Er ist ein unglaublicher Spieler, man muss sich gegen ihn über dem Limit bewegen", betonte der von den Buchmachern favorisierte Sinner. Sein spanischer Dauerrivale, der im Ranking 550 Punkte mehr hat, ist zwei Jahre jünger. Er will Don Budge übertreffen, der 1938 zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag die French Open gewonnen hatte und damit in jungen Jahren bei allen vier Majorturnieren erfolgreich war. Alcaraz wird erst am 5. Mai 23. "Ich würde lieber meine ersten Australian Open gewinnen, als meine Titel bei den French Open und US Open zu verteidigen", betonte Alcaraz. Mit sieben Major-Triumphen vor dem 23. Geburtstag könnte er einen weiteren Männerrekord aufstellen.
Djokovic hofft auf 25. Major-Triumph
Das wird allerdings ein schwieriges Unterfangen, zumal seine Viertelfinal-Teilnahmen 2024 und 2025 das Höchste der Gefühle waren. Gelingen muss es ohne Langzeittrainer Juan Carlos Ferrero, von dem er sich Mitte Dezember überraschend getrennt hatte. Für Alcaraz war vergangene Saison in Melbourne gegen Djokovic Endstation. Der 38-Jährige nimmt einen weiteren Anlauf auf seinen 25. Major-Erfolg, Nummer 24 - Margaret Court hält als Frauen-Rekordhalterin auch bei so vielen - liegt mit den US Open 2023 schon länger zurück.
2025 stand er bei allen vier Grand-Slam-Turnieren im Halbfinale. "Best of five macht es sehr schwierig für mich gegen die zwei, speziell am Ende eines Grand-Slam-Turniers", sagte Djokovic. Das Vorbereitungsturnier in Adelaide ließ der 38-Jährige bewusst aus, um sich in seinem "Wohnzimmer" fit präsentieren zu können. Im Melbourne Park ist der 101-fache ATP-Turniersieger mit zehn Titeln (bei 20 Antreten) Rekordchampion.
Preisgeld: Mehr als 64 Millionen Euro
Weiter gar keinen Grand-Slam-Titel auf der Habenseite hat der 28-jährige Ranglistendritte Alexander Zverev, der vergangenes Jahr in Melbourne Finalist war. Dort zum vierten Mal hinkommen möchte der Russe Daniil Medwedew, der nach "grauenhaften" Vorstellungen 2025 wieder glänzen möchte. Mit dem Triumph in Brisbane begann 2026 für ihn schon einmal nach Wunsch. Die Hauptbewerbe starten am Sonntag. Das Turnier, bei dem es drei Arenen mit Schiebedächern gibt, ist mit umgerechnet 64,05 Millionen Euro so hoch dotiert wie nie zuvor. Auf die Siegerin und den Sieger warten 2,38 Mio. Euro.
Bei den Frauen ist Aryna Sabalenka die Gejagte. Die Nummer eins der Welt ist mit einem Titel in Brisbane erfolgreich ins Jahr 2026 gestartet. In Melbourne gewann die 27-Jährige aus Belarus 2023 und 2024, im vergangenen Jahr musste sie sich im Endspiel der US-Amerikanerin Madison Keys geschlagen geben. Sehr realistische Titelchancen haben zudem die Polin Iga Swiatek, die wie Alcaraz ihren Karriere-Slam perfekt machen möchte, Coco Gauff und Amanda Anisimova aus den USA sowie die kasachische WTA-Finals-Siegerin Jelena Rybakina.
Aus österreichischer Sicht halten Filip Misolic bzw. Julia Grabher und die Neo-Österreicherin Anastasia Potapova die Fahnen im Einzel hoch. Etwas Interessantes haben sich die Veranstalter für die in Australien beheimateten Tennisfans einfallen lassen. Bei der "AO Bracket Challenge" winken für den richtigen Tipp aller Spiele im Frauen- und Männer-Einzel noch vor dem Start der 1. Runde als Belohnung 5,74 Mio. Euro. Auch für Trostpreise ist gesorgt.
Zusammenfassung
- Jannik Sinner peilt nach zwei Titeln 2024 und 2025 seinen dritten Australian-Open-Sieg in Serie an und ist erneut Topfavorit, nachdem er im Vorjahr 58 Siege und nur sechs Niederlagen vorweisen konnte.
- Carlos Alcaraz, aktueller Weltranglistenerster und zwei Jahre jünger als Sinner, könnte mit einem Sieg in Melbourne als jüngster Spieler den Karriere-Slam vollenden und hält aktuell 550 Punkte mehr im Ranking.
- Das Preisgeld der Australian Open 2026 ist mit 64,05 Millionen Euro so hoch wie nie zuvor, wobei auf die Siegerin und den Sieger jeweils 2,38 Millionen Euro warten.
