Senegal gewinnt Skandal-Finale des Afrika-Cups gegen Marokko
Die Schlussphase des Finales vor fast 70.000 Menschen im Stadion hatte es wahrlich in sich. In der sechsten Minute der Nachspielzeit ging Real-Madrid-Akteur Brahim Diaz nach einem regelwidrigen Körpereinsatz von Senegals El Hadji Malick Diouf bei einem Eckball-Gerangel am Fünfer zu Boden. Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala sah die Szene nach VAR-Intervention am Bildschirm noch einmal und gab daraufhin Elfmeter. Dann nahm ein fast beispielloses Chaos seinen Lauf: Die sich ungerecht behandelt fühlenden Senegalesen verließen den Rasen und wollten anscheinend einen Abbruch erzwingen.
Wilde Diskussionen der beiden Trainer mit den Offiziellen folgten, auch Auseinandersetzungen zwischen wütenden Fans und Sicherheitskräften gab es. Und nicht zuletzt Mané wirkte auf seine Kollegen ein - für eine Fortsetzung der Partie. Die kam nach knapp zehn Minuten Unterbrechung und einer Orgie von Gelben Karten tatsächlich - mit der nächsten Pointe: Diaz schupfte den Elfmeter in Panenka-Manier direkt in die Arme von Senegal-Schlussmann Édouard Mendy. In der 94. Minute besorgte Villarreal-Profi Gueye mittels Gewaltschuss von der Strafraumgrenze die 1:0-Führung, die bis zum Ende der Verlängerung halten sollte, obwohl Marokko noch alles versuchte. Ein Nachspiel nach diesem turbulenten Finale scheint jedoch programmiert.
Die Senegalesen hatten nach fünf Minuten die erste Chance in dem weitgehend ausgeglichenen Spiel gehabt. Marokkos Torhüter Bono parierte einen Kopfball von Gueye am kurzen Eck. In der 38. Minute war Bono erneut zur Stelle und verhinderte mit einer Fußabwehr ein Tor von Iliman Ndiaye. Ayoub El Kaabi vergab in der 58. Minute die bis dahin beste Chance der marokkanischen Elf, als er den Ball per Direktabnahme neben das Tor setzte. Das Spiel wurde nun unruhiger und hitziger. Neil El Aynaoui erlitt eine Kopfverletzung, spielte aber mit dickem Verband weiter. Zu Beginn der Nachspielzeit war Bono zwar erstmals geschlagen, der Treffer des Senegal zählte jedoch wegen Stürmerfouls nicht.
Zusammenfassung
- Senegal hat das Finale des Afrika-Cups 2024 in Rabat vor fast 70.000 Fans nach Verlängerung mit 1:0 gegen Gastgeber Marokko gewonnen und damit den zweiten Titel nach 2022 geholt.
- Das Spiel wurde in der Nachspielzeit von einem Eklat überschattet, als Senegal nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff kurzzeitig das Spielfeld verließ und der folgende Strafstoß von Marokkos Brahim Diaz von Torhüter Édouard Mendy gehalten wurde.
- Das entscheidende Tor erzielte Pape Gueye in der 94. Minute der Verlängerung, während Marokko trotz intensiver Bemühungen keinen Ausgleich mehr erzielte und ein Nachspiel des Skandal-Finales erwartet wird.
