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Selfie bei Pelés Trauerfeier: Wieder Aufregung um Infantino

03. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

FIFA-Chef Infantino sorgt mit einem Selfie unmittelbar neben dem offenen Sarg von Pelé wieder einmal für negative Schlagzeilen.

Mehr als 27.000 Menschen zogen bis Montagabend an dem in der Spielfeldmitte des Estádio Urbano Caldeira in Santos aufgebahrten Leichnam des dreifachen Weltmeisters vorbei. Auch FIFA-Boss Gianni Infantino flog nach Brasilien, um der Fußball-Ikone die letzte Ehre zu erweisen.

Trauer schnell vergessen

Direkt am Sarg versammelten sich Freunde sowie Angehörige des Verstorbenen. Als Infantino beim offenen Sarg von Pelé vorbeigeht und den Trauernden sein Beileid aussprechen will, scheint die Trauer aber schnell vergessen. Aufnahmen zeigen, wie Infantino direkt neben dem Sarg lächelnd mit einigen Ex-Santos-Spielern und Wegbegleitern des verstorbenen Weltmeisters für ein Selfie posiert.

Jeder soll sich an Pelé erinnern – mit dieser kuriosen Idee

Zuvor verabschiedete sich der FIFA-Chef auf Instagram mit folgenden Worten von Pelé: "Pelé hinterlässt dem Fußball ein unglaubliches, einzigartiges Erbe. Er hatte ein Geschenk Gottes – ein Geschenk, das nur wenige Menschen haben, nämlich durch Fußball die Herzen und Emotionen so vieler Menschen berühren zu können. Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt – darunter viele, die ihn wie ich noch nie spielen gesehen haben – werden sich an ihn erinnern."

Und um das sicherzustellen, sagte Infantino in Interviews: "Wir fragen alle unsere Mitgliedsverbände an, ein Stadion im Land nach Pelé zu benennen. Die Kinder, die kommenden Generationen auf der ganzen Welt, müssen wissen, wer Pelé war. Und wenn sie dann in 30, 50, 100 Jahren ein Tor in einem nach Pelé benannten Stadion schießen und fragen, wer er war, können wir sagen: Er war der Größte, und er hat uns bewegt."

Negativschlagzeilen reißen nicht ab

Infantino sorgte mit umstrittenen Auftritten immer wieder für Verstörung: Bereits während der Weltmeisterschaft in Katar machte der 52-jährige mit Aussagen wie "Heute fühle ich mich schwul, heute fühle ich mich als Afrikaner, heute fühle ich mich als Araber", dem Verbot der "One Love"-Armbinden oder dem Auftritt bei der Pokalübergabe negativ auf sich aufmerksam.

Außerdem kracht Infantino mit seinen größenwahnsinnigen Ideen wie einer Fußball-WM mit einer Aufstockung auf 48 Teams, einem Weltmeisterschafts-Rhythmus von drei Jahren oder einer FIFA-Club-WM ab 2025 mit 32 Teams auf heftigen Gegenwind.

Thomas GolavcnikQuelle: Redaktion