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Schmerz und Enttäuschung für ÖFB-U19 zum EM-Abschluss

29. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Mit Tränen des Schmerzes und der Enttäuschung ist für Österreichs Fußball-Talente die U19-Europameisterschaft in der Slowakei zu Ende gegangen. Obwohl eine Halbzeit lang in Unterzahl, war das ÖFB-Team am Dienstag in Trnava gegen die Slowakei die bessere Mannschaft. Das Ticket für die U20-WM im kommenden Jahr holten sich aber die Gastgeber mit einem 1:0-Sieg.

"Das war sicher unser bestes Spiel bei dieser Europameisterschaft, zum richtigen Zeitpunkt, wo es um alles geht. Deshalb ist es extrem bitter, dass wir es nicht zur WM geschafft haben. Es ist eine ganz große Enttäuschung und Leere, das tut weh", sagte Teamchef Martin Scherb.

Zwei schwere Verletzungen von Kapitän Ervin Omic (2.) und Justin Omoregie (21.), drei Gelb-Rote Karten für Florian Wustinger (45.+3), Yusuf Demir (95.) und Lukas Wallner nach Schlusspfiff: So die ernüchternde Bilanz für seine Schützlinge. Ein Treffer von Samuel Kopasek (64.) bei der einzigen herausgespielten Chance jene aufseiten der Slowaken.

Österreichs beste Gelegenheit vergab Jakob Knollmüller (43.), auch bei weiteren guten Szenen und Schüssen war das ÖFB-Team glücklos. So blieb der aufopfernde Kampf in der Hitze von Trnava unbelohnt. Dass es auch auf dem Feld hitzig und phasenweise überhart zur Sache ging, hatte auch mit dem schwachen belgischen Schiedsrichter Nathan Verboomen zu tun.

Scherb hadert mit Schiedsrichter

Omic fiel nach zwei Minuten mit Verdacht auf eine Kreuzbandverletzung im Knie nach einem Foul aus, Demir konnte nach einer harten Attacke wenig später weiterspielen, Omoregie humpelte nach einem Zweikampf vom Feld. "Wir hatten das Gefühl, dass die Slowaken unsere Spieler jagen. Natürlich war es keine Absicht, dass Omic verletzt wird, aber die Grundtendenz war zu sehen. Die Schiedsrichterleistung habe ich als sehr schwach empfunden, wir haben uns nicht gerecht behandelt gefühlt", monierte Scherb nicht zu unrecht.

Dazu kam fehlende Abschlussstärke. Genauso sah es auch Peter Schöttel. Der ÖFB-Sportdirektor ärgerte sich, dass zwar der slowakische Trainer im Finish die Rote Karte bekam, aber "nicht die Spieler, die unsere permanent abgehaut und provoziert haben". Schöttel fügte allerdings selbstkritisch hinzu: "Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen. Wir waren klar besser, aber wir haben die Überlegenheit nicht in Tore ummünzen können. In der zweiten Halbzeit hat man nicht gesehen, wer einen Mann mehr hat. Trotzdem haben wir das ganz große Ziel nicht erreicht."

Für Scherb war es auch ein bitterer Abschluss mit der Mannschaft, die er jahrelang betreut und nun auf Rang sechs in Europa geführt hat. "Wir sind unter den besten Mannschaften Europas, das ist nicht selbstverständlich. Auch wenn es jetzt natürlich enttäuschend und traurig ist, bleibt über die fünf Jahre eine top Mannschaftsentwicklung und eine Spielergeneration, die ihren Weg machen wird", resümierte der U19-Trainer.

Quelle: Agenturen / mpa