APA - Austria Presse Agentur

Schlager Rapid gegen LASK im Kampf um Vizemeistertitel

Juni 30, 2020 · Lesedauer 5 min

In den letzten beiden Runden der Meistergruppe in der Fußball-Bundesliga steht der Kampf um den Europacup im Mittelpunkt. Dabei kann sich Rapid am Mittwoch mit einem Heimsieg im Schlager der 31. Runde gegen den LASK vorzeitig den Vizemeistertitel sichern. Mit einem Erfolg in Hartberg kann aber auch noch WAC eingreifen. Das dritte Duell lautet Meister Red Bull Salzburg gegen Sturm Graz.

"Wir wollen wieder versuchen, einen Sieg einzufahren und hoffen, dass wir nach dem Spiel in der selben Situation sind wie vor dem Spiel, nämlich vor dem LASK", sagte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer. Seine Truppe tritt mit einem Plus von zwei Punkten an. Mit dem vier Zähler entfernten WAC, der am Sonntag zum Abschluss Rapid empfängt, ist noch ein weiteres Team im Rennen um Rang zwei. "Spiele gegen den LASK sind immer eng, da entscheiden Kleinigkeiten", ist sich Kühbauer, der zehn Ausfälle zu beklagen hat, bewusst.

Beim LASK will man das bittere 0:1 gegen den WAC vergessen machen. Dabei nimmt man sich laut Coach Valerien Ismael vor, von der ersten Minute an mehr Präsenz zu zeigen, als zuletzt gegen den WAC. "Hier haben wir viele Punkte gefunden, bei denen wir ansetzen wollen. Es wird darum gehen, es mehr zu wollen als der Gegner. Dieser unbedingte Wille hat uns diese Saison schon oft ausgezeichnet. Es wird darum gehen, alles reinzuwerfen", sagte der Franzose.

Der LASK war diese Saison bisher eine Auswärtsmacht, hat von 15 Partien 13 gewonnen bei einer Niederlage und einem Remis. Rapid fehlt demgegenüber die gewohnte Heimstärke, was auch zuletzt beim 0:1 gegen Hartberg und dem historischen 2:7 gegen Salzburg deutlich wurde. Kurios ist, dass heuer am Ende Rang zwei ein bisschen undankbar sein kann, sollte man in der Champions-League-Qualifikation gleich scheitern.

Befreit von den Sorgen um ein internationales Ticket will sich der WAC auf Platz drei und damit direkt in die Gruppenphase der Europa League spielen. WAC-Coach Ferdinand Feldhofer gab sich angesichts der jüngsten Leistungen zuversichtlich, zumindest die eigenen Aufgaben zu erledigen. "Zwei der vier Endspiele haben wir großartig bewältigt, wir sind alle so fokussiert", meinte Feldhofer nach dem 2:0 über Sturm und dem 1:0-Erfolg beim LASK am vergangenen Sonntag. Dass man damit schon den Europacupplatz sicherstellte, sei "eine echte Befreiung" und "ein Riesenbonus". Der ehemalige Sturm-Kicker sieht sein Team jedenfalls gerüstet: "Wir haben eine super Ausgangsposition, sind im Tunnel, im Flow. Und wir wissen, dass wir jeden schlagen können."

Hartberg winkt Platz fünf und damit das EL-Play-off, aktuell hat man vier Punkte Vorsprung auf Sturm Graz, könnte am Mittwoch also alles klar machen. "Wir sind in einer fantastischen Situation und haben es in der eigenen Hand. Das ist eine gewaltige Geschichte, und wir wollen alles rausblasen, was wir noch haben", meinte -Coach Markus Schopp. Er wähnt sein Team bereit: "Wir haben bis auf die zweite Hälfte gegen Sturm (1:2) eine bombastische Meistergruppe gespielt", war er trotz fünf Niederlagen überzeugt. Vier davon passierten zuhause. "Das beschäftigt uns schon, weil wir oft nicht die schlechtere, aber noch nicht die reifere Mannschaft waren."

Der Meistertitel ist Salzburg nicht mehr zu nehmen, am Mittwoch gastiert Sturm in Wals-Siezenheim. Die Steirer wollen aber nicht kommen, "um zu gratulieren", wie Interimscoach Thomas Hösele betonte. Schließlich geht es für sein Team noch um die kleine Chance auf Platz fünf. "Wir wollen Akzente setzen", meinte Hösele vor seinem zweiten Spiel als Cheftrainer der "Blackys". Das erste ging mit einer bitteren 2:3-Niederlage gegen Rapid zu Ende. "Wir haben das Spiel analysiert und versucht, es relativ schnell abzuhaken", erklärte Hösele, der u.a. um den angeschlagenen Kapitän Stefan Hierländer bangen muss. "Wir wissen, mit welcher Wucht und Intensität die Mannschaft auftritt. Die Frage wird sein, inwieweit wir bereit sind, die Lösungen zu finden", betonte der 51-Jährige vor dem Duell gegen die Salzburger, bei denen er ein Jahr als U18-Trainer tätig war.

"Wir wollen einfach noch zwei gute Leistungen abrufen und den Fans in den restlichen zwei Spielen guten Fußball und zwei Siege bieten", kündigte Bullen-Trainer Jesse Marsch an. "Die Jungs haben nach wie vor eine super Mentalität, die haben sie immer gezeigt und werden sie auch noch zeigen." Patson Daka will er zudem zum Torschützenkönig verhelfen. Derzeit liegt der 21-jährige Sambier mit 24 Treffern drei hinter WAC-Stürmer Shon Weissman. "Gibt es einen Elfer, wird er ihn schießen", kündigte Marsch an, der neuerlich zu rotieren gedenkt. Kapitän Andreas Ulmer möchte auf keinen Fall als Verlierer zur anschließenden Übergabe des Meistertellers schreiten. 270 Zuschauer werden im Stadion weilen: Spielerfrauen und sämtliche Personen, die im Haushalt der Spieler leben sowie alle Vereinsmitarbeiter - alle werden vorher getestet, gab der Verein bekannt. Mehr als eine kleine Feier wird aber vor Entspannung in Sachen Corona nicht möglich sein.

Quelle: Agenturen