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Scheib baut Riesentorlauf-Führung als Zweite hinter Rast aus

03. Jan. 2026 · Lesedauer 4 min

Julia Scheib bleibt auch 2026 in der Erfolgsspur. Die Steirerin schaffte es als Zweite im Riesentorlauf von Kranjska Gora im sechsten Saisonrennen zum fünften Mal auf das Podest. Das ÖSV-Ass baute die Führung in der Disziplinwertung mit weiteren 80 Punkten aus, die in der Endabrechnung noch enorm wertvoll werden könnten. Denn die neuseeländische Mitfavoritin Alice Robinson schied beim ersten Riesentorlauf-Sieg der Schweizerin Camille Rast erneut aus.

Als Halbzeit-Fünfte fing Scheib nacheinander Mikaela Shiffrin (5.), Lara Colturi (6.) und Paula Moltzan (3.) noch ab. Einzig die vorangelegene Rast behauptete im spannenden Finale die Hälfte ihrer vier Zehntel gegenüber Scheib und ist nun erste Verfolgerin der Österreicherin im Kugelrennen. 119 Punkte beträgt Scheibs Vorsprung bei noch vier ausstehenden Riesenslaloms in dieser Saison. 168 sind es auf Robinson, die sich im ersten Durchgang mit erheblichem Rückstand auf dem Kurs ihres Trainers aus dem Rennen verabschiedete.

"Ich muss Rennen für Rennen meine Leistung bringen", erklärte Scheib, an den Weltcupstand denke sie wenig. Rast meinte: "Es war ein schöner Battle mit Julia am Semmering und hier wieder." Die Slalom-Weltmeisterin und ihre Kolleginnen waren angesichts der Brandkatastrophe in Crans Montana mit Trauerflor angetreten. "Heute denke ich vor allem an alle Familien, die vom tragischen Vorfall in meiner Heimatstadt betroffen sind." Ihr Premierensieg in dieser Disziplin hatte sich per Steigerungslauf angekündigt. Zuletzt war Rast am Semmering bereits Zweite - hinter Scheib - gewesen.

Scheib wollte ihren vierten Saisonsieg im ersten Durchgang liegenlassen haben. "Die Piste war absolut ein Traum, die kann man fast nicht besser präparieren. Deshalb ist es ein bisschen schade, dass ich im ersten Durchgang etwas zaghaft unterwegs war." Dennoch war sie "sehr stolz, dass es wieder hingehaut hat - ein super Tag", sagte die 28-Jährige angesichts der diesmal eher eisigeren Bedingungen. "Es war jetzt immer unterschiedlich und ich habe mich immer wohlgefühlt."

Für Abwechslung soll nun der Super-G in Zauchensee sorgen. "Ich werde da ganz sicher an den Start gehen, ich freue mich schon sehr drauf. Zauchensee ist sehr technisch mit einigen coolen Kurven", erklärte Scheib vor einer nur kurzen Rückkehr nach Hause. Vor den Olympischen Spielen stehen noch zwei Weltcup-RTL (Kronplatz, Spindleruv Mlyn) am Programm.

Alleinunterhalterin im ÖSV-Team

Im Riesentorlauf ist Scheib weiter die Alleinunterhalterin im ÖSV-Team. Zweitbeste Österreicherin war Stephanie Brunner, die nur auf Platz 21 landete. "Die Ergebnisse sind nicht da, die ganze Sicherheit ist nicht da." Sie müsse einfach sauberer Skifahren, bemängelte Brunner. "Es ist einfacher dahergeredet als es ist. Sonst hätten wir alle schon ein Rennen gewonnen." Vor Scheib könne man nur den Hut ziehen. "Unglaublich, was sie bisher geleistet hat. Ich hoffe, sie zieht es bis zum Ende so durch."

Hinter Brunner folgte in Abwesenheit der verletzten Katharina Liensberger eine Rückkehrerin. Ricarda Haaser fiel in ihrem erst zweiten Rennen nach dem Kreuzbandriss noch um 10 Plätze auf 24 zurück. "Der erste Durchgang war nicht so schlecht, der zweite war eher daneben." Franziska Gritsch (35.) und Nina Astner (40.), deren zwölfter Platz vom Semmering vorerst nur ein Ausreißer gewesen ist, verpassten wie die junge Garde im Kollektiv die Qualifikation für die Entscheidung.

Mitter rechnet im Slalom mit Truppe

Folgerichtig heimste vor allem Scheib das Lob des ÖSV-Alpinchefs ein. "Es war nicht einfach, zwei komplett verschiedene Kurssetzungen. Der erste Durchgang eher langsam und drehend, der zweite schon zum Angreifen. Sie hat das super gemacht, hat wirklich einen guten Grundspeed und hält das Ganze clean", sagte Christian Mitter. Der Rest? "Na ja. Weiterarbeiten, das war nicht sehr berauschend. Ich dachte, der zweite Durchgang liegt uns besser."

Im Slalom am Sonntag (9.30/12.15 Uhr, ORF 1) sei Katharina Truppe einiges zuzutrauen. "Sie ist da schon einmal Dritte geworden. Sie hat Selbstvertrauen, kratzt am Podium. Normalerweise ist sie vorne dabei", sagte Mitter über die Kärntnerin, die in Abwesenheit von Liensberger nun im Slalom die Kohlen aus dem Feuer holen muss.

Zusammenfassung
  • Julia Scheib wurde beim Riesentorlauf in Kranjska Gora Zweite, stand damit zum fünften Mal im sechsten Saisonrennen auf dem Podest und baute ihre Führung in der Disziplinwertung um 80 Punkte auf nun 119 Zähler Vorsprung aus.
  • Die Schweizerin Camille Rast feierte ihren ersten Riesentorlauf-Sieg und ist jetzt erste Verfolgerin von Scheib, während Mitfavoritin Alice Robinson nach erneutem Ausfall bereits 168 Punkte Rückstand hat.
  • Im ÖSV-Team bleibt Scheib die einzige Spitzenläuferin im Riesentorlauf, denn Stephanie Brunner erreichte nur Platz 21 und weitere Österreicherinnen verpassten die Qualifikation für das Finale.