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Salzburg könnte bei Austria Wien Meistertitel fixieren

16. Apr. 2022 · Lesedauer 3 min

Ausgerechnet beim bisher letzten Titelträger, der nicht Salzburg heißt, könnte Österreichs Serienmeister am Sonntag (14.30 Uhr) die Sektkorken knallen lassen. Die Wiener Austria will den Gästen aber keine Geschenke ins Osternest legen. Wenn Rapid zeitgleich bei Sturm Graz gewinnt, könnte Salzburg den Meistertitel vorzeitig fixieren. Im dritten Sonntagsspiel will Wolfsberg beim Tabellenletzten Klagenfurt (17.00 Uhr) seine Niederlagenserie beenden.

"Dass wir unter Umständen schon an diesem Wochenende Meister werden können, spielt in der Vorbereitung absolut keine Rolle", erklärte Salzburg-Trainer Matthias Jaissle in einer Club-Aussendung. "Dazu müsste ja schon auch ein bisschen was zusammenkommen, denn ein Sieg bei der Austria reicht nur dann für den vorzeitigen Titelgewinn, wenn Rapid gleichzeitig gegen Sturm gewinnt. Wir müssen uns auf unser Spiel und unsere Leistung konzentrieren." Die Austria werde seiner Mannschaft sicher nichts schenken, betonte Jaissle, der wohl neuerlich auf Kreativspieler Brenden Aaronson (Knie) verzichten muss. "Die Austria ist ein sehr unangenehmer Gegner und nicht leicht zu spielen. Da müssen wir schon voll bei der Sache sein, um unsere Serie fortzusetzen."

Bei der viertplatzierten Austria sollen die Negativschlagzeilen um die Lizenzverweigerung seitens der Bundesliga mit einer ansprechenden Vorstellung in den Hintergrund gedrängt werden. Für Trainer Manfred Schmid ist es daher "wichtig, dass wir uns auf die Aufgabe konzentrieren, die wir beeinflussen können". Die Mannschaft habe auf die Lizenzsache "gar nicht reagiert", so Schmid. Er wertet dies als gutes Zeichen. Mut geben den Violetten die beiden bisherigen Saisonduelle, die jeweils nur knapp mit 1:0 durch Tore von Karim Adeyemi an Salzburg gingen. "Die Jungs brennen auf das Spiel, sie haben die knappen Niederlagen nicht vergessen."

Im zeitgleichen Duell zwischen Sturm Graz und Rapid könnte indirekt der österreichische Fußball-Meister gekrönt, in der Merkur Arena steht aber nicht das Rennen um Platz eins, sondern jenes um Platz zwei im Mittelpunkt. Sechs Runden vor Schluss liegt Sturm fünf Zähler vor Rapid an der zweiten Stelle, einen weiteren Punkt dahinter folgt die Austria.

"Es scheint so", meinte der Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer im Vorfeld auf die Frage, ob Sturm derzeit die zweite Kraft in Österreich sei. Dennoch sieht Feldhofer für seine Truppe gute Chancen. "Wir sind seit dem letzten Spiel gegen Sturm (Anm.: 2:2 im Februar in Graz) sicher nicht schlechter geworden, ganz im Gegenteil. Die Personalsituation bei Rapid entspannte sich zuletzt leicht, so kehrt etwa neben dem gesperrt gewesenen Marco Grüll auch Ferdy Druijf wieder in den Kader zurück. Sturm-Coach Christian Ilzer erwartet laut eigenen Angaben ein Match mit "vielen Duellen, hoher Intensität und harten Zweikämpfen". Das bisher letzte Kräftemessen sei eine "Tempobolzerei" gewesen. Es könnte das erst ausverkaufte Heimmatch in Graz seit langem sein. Schon am Freitag waren 14.000 der 15.400 aufgelegten Tickets abgesetzt.

Im dritten Bundesliga-Duell am Sonntag zwischen dem Wolfsberger AC und Austria Klagenfurt (17.00 Uhr) wäre ein Sieg des Aufsteigers eine Überraschung, obwohl die Wolfsberger mit vier Niederlagen einen kapitalen Fehlstart in die Meistergruppe erwischten. "Wir wissen ganz genau, dass sich der WAC in den letzten Spielen unter Wert geschlagen hat", sagte Klagenfurt-Trainer Peter Pacult am Freitag vor dem Kärntner Derby. "Wir wollen natürlich drei Punkte", kündigte sein Gegenüber, WAC-Trainer Robin Dutt, vor dem Heimspiel an: "Wir haben schon die Möglichkeiten und eine gute Mannschaft, auch wenn die Ergebnisse zuletzt nicht gestimmt haben."

Quelle: Agenturen