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Russell schockte alle - Erste Pole für Briten in Ungarn

30. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

George Russell hat seinen Mercedes sensationell auf den besten Startplatz beim Großen Preis von Ungarn gestellt. Der Brite holte am Samstag auf dem Hungaroring bei deutlich kühleren Temperaturen als am Freitag die erste Pole Position seiner Karriere, wobei er das Ferrari-Duo Carlos Sainz und Charles Leclerc knapp hinter sich ließ. WM-Leader Max Verstappen klagte in der entscheidenden Phase über Leistungsverlust und kam nicht über Platz zehn hinaus.

Am Vortag war Mercedes im Vergleich zum überlegenen Ferrari abgeschlagen gewesen. Für die "Silberpfeile", die in diesem Jahr noch ohne Sieg sind, ist es die erste Pole in diesem Jahr. "Ich bin echt aufgeregt. Absolut berauschend. Jeder hat nach gestern so hart gearbeitet", freute sich der 24-jährige Russell. "Die Rundenzeit hat sich aufgebaut. Als ich über die Linie gefahren bin und Platz eins gesehen habe, war das ein unglaubliches Gefühl." Es gebe aber "keine Punkte für das Qualifying", merkte der noch sieglose Fahrer an.

"Wir waren in dieser Saison noch nicht auf der Jagd nach einem Sieg und wir wissen, wie stark unsere Konkurrenten sind", sagte Teamchef Toto Wolff. "Die Pole Position ist also ein solides Ergebnis für uns, und wenn wir morgen im Rennen die richtige Pace haben, würde ich nicht ausschließen, dass wir wieder vorne mitfahren und eine Chance auf den Sieg haben können."

Sainz lag 0,044 Sekunden hinter Russell, Leclerc im zweiten Ferrari war 0,190 hinter dem Pole-Neuling. Der Monegasse sprach danach von "extremen Problemen mit den Reifen", gab sich aber zuversichtlich für das Rennen am Sonntag (15.00 Uhr/live ORF 1, Sky). Hinter Lando Norris (McLaren), Esteban Ocon (Alpine) und Fernando Alonso (beide Alpine) landete der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton im zweiten Mercedes auf dem siebenten Platz.

Verstappens Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez schaffte es nur auf den elften Startplatz. Verstappen wiederum habe bei seinem Anlauf auf die Pole Position "deutlich reduzierte Leistung" gehabt, wie Motorsportkonsulent Helmut Marko im ORF-Interview erklärte. Man habe eine Ahnung, was das Problem sei, und "es ist mit keiner Strafe verbunden, wenn dieses Teil gewechselt wird", sagte er, ohne ins Detail zu gehen. "Wir werden schauen, wir kämpfen."

Verstappen sagte, er wisse nicht genau, was passiert sei. "Ich bin aus der Box rausgefahren und das Auto hatte keinen Antrieb, keine Leistung. Wir haben es dann nicht hinbekommen. Wir haben alles probiert, als wir auf der Strecke draußen waren", meinte der Niederländer. "Es ist frustrierend, vom zehnten Platz zu starten", fügte er hinzu. Da der enge Hungaroring nicht viele Überholmöglichkeiten biete, werde er im Rennen Geduld aufbringen müssen.

Sebastian Vettel schied bereits im ersten Quali-Abschnitt aus. In das erste Rennen nach der Ankündigung seines Formel-1-Rücktritts mit Saisonende wird der 35-Jährige voraussichtlich von Startplatz 18 gehen.

Das letzte Training war von anfänglich starkem Regen gestört worden. Überraschend fuhr am Ende der Session der Kanadier Nicholas Latifi auf der auftrocknenden Piste mit Intermediate-Reifen die schnellste Zeit. Er landete in seinem Williams 0,661 Sekunden vor Leclerc. Im Qualifying bei trockenen Bedingungen schaffte es Latifi nicht vom letzten Platz weg.

Das Wetter am Sonntag lässt sich nicht zweifelsfrei vorhersagen, es soll aber wieder etwas wärmer und eher trocken werden. Vor dem 13. WM-Lauf von 22 führt Verstappen in der Gesamtwertung mit 63 Punkten Vorsprung vor Leclerc.

Quelle: Agenturen