APA - Austria Presse Agentur

Ruder-Nationalcoach Sens startet ohne Bernhard Sieber

10. Juni 2020 · Lesedauer 3 min

In Österreichs Rudersport ist viel in Bewegung, auch unabhängig von der Wiederaufnahme des vollen Trainings nach der Corona-Pause mit 24 Aktiven in einem dreiwöchigen Nationalteam-Camp ab Samstag am Weißensee. Mit dem Deutschen Robert Sens wird da erstmals der neue Nationalcoach das Kommando führen, auch ein neuer Bootstrainer wurde engagiert. Bernhard Sieber wird da aber nicht mehr dabei sein.

In Österreichs Rudersport ist viel in Bewegung, auch unabhängig von der Wiederaufnahme des vollen Trainings nach der Corona-Pause mit 24 Aktiven in einem dreiwöchigen Nationalteam-Camp ab Samstag am Weißensee. Mit dem Deutschen Robert Sens wird da erstmals der neue Nationalcoach das Kommando führen, auch ein neuer Bootstrainer wurde engagiert. Bernhard Sieber wird da aber nicht mehr dabei sein.

Der 29-Jährige gab am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz an der Alten Donau in Wien sein Karriereende bekannt. Der Olympia-Zwölfte von 2016 in Rio de Janeiro bezeichnete drei Rennen als die Höhepunkte seiner insgesamt 18-jährigen Laufbahn. "Das war U23-WM-Gold 2012 und die beiden Rennen heuer im März." Da löste er mit seinem Bruder Paul das Ticket für die olympische Restquotenregatta.

Die Konkurrenz um ein Tokio-Ticket im Leichtgewichts-Doppelzweier wurde aber nach der Verschiebung der Spiele auf nächstes Jahr verlegt. Im "Lockdown" reifte im älteren der Siebers dann die Überzeugung, dass er nicht mehr mit letzter Konsequenz hinter der Rolle als Athlet steht. "Ich mache Platz für einen Jüngeren, stehe dem Rudersport aber weiter zur Verfügung." Und zwar in der Kommunikations- und Organisationsberatung.

Als Organisationsexperte, psychologischer Experte und Rhetorik-Coach, wie er sich auf www.bernhardsieber.at bezeichnet, wird der EM-Vierte 2012 da womöglich auch seinem Bruder zur Seite stehen, mit dem er das Gros seiner Ruder-Jahre im Boot gesessen ist. Paul Sieber wird sich künftig mit Julian Schöberl versuchen, dessen bisheriger Partner Matthias Taborsky sich nach einer Auszeit eher in Richtung Schwergewichte orientieren will.

Das Gespann Sieber/Schöberl ist auf jeden Fall für die EM vom 9. bis 11. Oktober in Posen angedacht. Die kontinentale Regatta wäre nach den vielen corona-bedingten Absagen und Verschiebungen der absolute Höhepunkt im Ruder-Jahr 2020, sollte sie durchgeführt werden können. Für die nun für das Frühjahr 2021 angesetzten Olympia-Restquotenregatten werden laut Sens nach der EM die Besetzungen noch einmal evaluiert.

Der 42-Jährige sieht gute ÖRV-Strukturen und sehr viel Potenzial im rot-weiß-roten Team, für Einer-Athleten Magdalena Lobnig ist er mit Kurt Traer auch als Spartentrainer tätig. Die 29-Jährige hat den bisher einzigen ÖRV-Quotenplatz für die Spiele geholt, laut Sens ist sie im perfekten Alter für eine Olympia-Medaille. "Der Altersschnitt der Rio-Medaillengewinner lag knapp unter 30. Natürlich wollen wir bei Magdalena eine Medaille."

Während der dreifache Ex-Weltmeister die Ex-Europameisterin und zweifache WM-Dritte auch aufgrund einer vor kurzem fixierten Ergometer-Bestzeit auf einem guten Weg sieht, hofft er auf zwei noch weitere Quali-Tickets für Tokio. Der große Fokus liege aber auch schon auf Paris 2024. Für die diesmal dann nur dreijährige Phase zwischen den beiden Spielen soll im Herbst 2021 dann auch die ÖRV-Trainerstruktur erneut adaptiert werden.

Daher ist mit David Thompson ein neuer Bootstrainer vorerst mal bis Sommer 2021 verpflichtet worden. Der 52-Jährige aus der Ruder-Nation Neuseeland wird diese Woche in Wien erwartet. Gegenseitig gibt man sich bis August eine Probezeit, ÖRV-Präsident Horst Nussbaumer geht aber von einer mehr als einjährigen Kooperation aus. Thompson soll sich primär um den LG-Damen-Doppelzweier und den Schweren Männer-Vierer kümmern.

Quelle: Agenturen