Regierung erhöht Besondere Sportförderung auf 120 Mio.

06. Okt. 2022 · Lesedauer 4 min

Österreichs Sport hat sich lange dafür eingesetzt, nun hat die Regierung mit Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) und Sportminister Werner Kogler (Grüne) eine Einigung erzielt. Die jährliche Besondere Sportförderung wird ab 2023 von 80 Millionen um 50 Prozent auf 120 Millionen Euro erhöht. Details zur technischen Umsetzung müssen noch geklärt werden.

"Ein großer Tag für den österreichischen Sport, für seine Verbände und Vereine, für alle Athletinnen und Athleten, egal ob auf Profi-, Amateur- oder Hobbyebene", meinte Vizekanzler und Sportminister Kogler in einer Mitteilung vom Donnerstag: In vielen Gesprächsrunden mit Finanzminister Brunner sei es gelungen, diesen "echten Meilenstein" zu vereinbaren. "Einer, den sich der organisierte Sport verdient hat - weil er Großartiges leistet, die Aufgaben in den vergangenen Jahren stetig mehr geworden, die Anforderungen deutlich gestiegen sind. 40 Millionen mehr für die Verbände und Vereine zeigen: Der Sport ist der österreichischen Bundesregierung ein wichtiges Anliegen."

Brunner, der vor seiner Funktion auch als Präsident des Österreichischen Tennisverbandes tätig war, freut sich mit Kogler. "Alle Organisationen der Dach- und Fachverbände sowie die gesamtösterreichischen Organisationen mit besonderer Aufgabenstellung im Sport ÖOC, ÖPC, SOÖ und ÖBSV profitieren von der Erhöhung", so Brunner. Gerade die aktuell hohen Energiekosten seien eine Herausforderung für den Breitensport, auch die Profiverbände würden natürlich die Teuerung spüren. "Wir wollen das ehrenamtliche Vereinswesen und unsere Sportlerinnen und Sportler gut durch die Krise tragen und langfristig stärken."

Die Besondere Bundes-Sportförderung ist die wichtigste Lebensader für den organisierten Sport in Österreich. Seit 2011 wurden die Bundes-Fach- und -Dachverbände sowie die gesamtösterreichischen Organisationen mit besonderer Aufgabenstellung im Sport aus diesem Fördertopf mit 80 Mio. Euro jährlich unterstützt. Eine Summe, die seither unverändert geblieben war.

Von der künftigen Erhöhung um 40 Millionen profitieren die 60 österreichischen Fachverbände, die drei Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und Sportunion sowie die gesamtösterreichischen Organisationen mit besonderer Aufgabenstellung im Sport, namentlich die Bundes-Sportorganisation Sport Austria, das Österreichische Olympische Comité, das Österreichische Paralympische Comité, der Österreichische Behindertensportverband, Special Olympics Österreich sowie der Verband Alpiner Vereine Österreichs.

Die Bundes-Sportorganisation Sport Austria bedankte sich als Interessenvertretung des gesamtösterreichischen Sports und im Namen von 1,8 Millionen Vereinsmitgliedern, 15.000 Sportvereinen und deren Vertreter in einer Aussendung "herzlich" bei der Bundesregierung.

"Sport Austria hat dafür über viele Monate mit den zuständigen Ministerien konstruktive Gespräche geführt, fundierte Daten und Fakten als Grundlage für den Entscheidungsprozess übermittelt. Diese deutliche - gemeinsam mit den Dach- und Fachverbänden erreichte - Erhöhung federt einerseits den Inflationsverlust der letzten elf Jahre, in denen die Besondere Bundes-Sportförderung nicht erhöht wurde, ab und bietet anderseits dem Sport die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln."

Auch der ASKÖ und ASVÖ haben die Erhöhung mit Freude zur Kenntnis genommen. ASKÖ-Präsident Hermann Krist betonte, dass die Erhöhung eine Reaktion auf "realistische und nachvollziehbare Forderungen des organisierten Sports" sei. Dieser sei den vergangenen zehn Jahren auf dem bisherigen Niveau stehengeblieben, "obwohl die Kosten auch schon vor der Energiekrise und die Anforderungen an die geförderten Verbände mit ihren 15.000 Sportvereinen stetig stiegen". Besonders gefreut hat den Funktionär die Zusammenarbeit mit allen Dach- und Fachverbänden. "Hier hat der Sport in Summe zusammengehalten, das ist wichtig und freut mich sehr", so der ASKÖ-Präsident.

ASVÖ-Präsident Christian Purrer war es "ein besonderes Anliegen, dass nicht nur die Inflation der letzten zehn Jahre abgegolten, sondern auch eine tragfähige Basis für die Zukunft gelegt wird. Sportminister Kogler und Finanzminister Brunner haben nun eine gute Lösung gefunden, für die wir uns ausdrücklich bedanken". Die nun bereit gestellten Mittel würden auch Planungssicherheit geben, u.a. auch für den Einsatz in der gesamten Sportlandschaft für mehr Nachhaltigkeit gerade im Bereich der erneuerbaren Energien, so Purrer.

ÖTV-Präsident Martin Ohneberg bedankte sich im Namen des ÖTV "ausdrücklich beim Sportminister Werner Kogler und beim Finanzminister Magnus Brunner herzlich" sowie auch bei Hans Niessl und Gert Bischofter als Präsident und Geschäftsführer der Österreichischen Bundes-Sportorganisation Sport Austria, sowie bei den weiteren Gremien." Trotz aller Freude wies man aber daraufhin, dass damit die Energiekosten-Explosion für die Hallenbetreiber noch nicht gelöst sei. Der Tennis-Sport drohe bei nicht zumindest teilweiser Abdeckung der Mehrkosten zum Halbjahressport zu werden.

Quelle: Agenturen