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Salzburg besiegt Rapid nach Rückstand

11. Feb. 2022 · Lesedauer 5 min

Red Bull Salzburg hat das Fußball-Bundesliga-Frühjahr standesgemäß mit einem Sieg eröffnet. Der Serienmeister lag am Freitag bei Rapid zum Auftakt der 19. Runde zwar mit 0:1 zurück, behielt am Ende aber noch mit 2:1 die Oberhand.

Damit gelang der Truppe von Coach Matthias Jaissle die Generalprobe vor dem Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Bayern München am Mittwoch, jene der Wiener vor dem Europa-Conference-League-Duell mit Vitesse Arnheim misslang hingegen.

Stojkovic bringt Rapid in Führung 

Filip Stojkovic (18.) brachte die vor der Pause extrem aggressiven Wiener vor 2.000 Zuschauern in Führung, Brenden Aaronson (64.) und Noah Okafor (77.) sorgten für die Wende zugunsten des überlegenen Tabellenführers, der seinen Vorsprung auf Verfolger Sturm Graz zumindest bis Samstag auf 17 Punkte ausbaute. Rapid liegt 24 Zähler dahinter auf Rang fünf und kassierte die zweite Niederlage im Jahr 2022 nach dem bitteren Out im Cup-Viertelfinale gegen den TSV Hartberg. Die Chance, es besser zu machen, bietet sich am Donnerstag im ersten Sechzehntelfinal-Spiel gegen den Adrian-Grbic-Club Arnheim in Wien.

Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer musste Kapitän Maximilian Hofmann (Wadenverletzung) und Taxiarchis Fountas (krank) vorgeben. Robert Ljubicic saß nach seiner Erkrankung zu Beginn nur auf der Bank. In dessen Gesellschaft waren auch Neo-Stürmer Ferdy Druijf und der aus Barcelona zurückgekehrte Yusuf Demir. Dafür gab der erst 20-jährige Moritz Oswald im offensiven Mittelfeldzentrum sein Startelfdebüt bei seinem dritten Ligaeinsatz. Bei den zuletzt im Cup gegen den LASK erfolgreich gewesenen Salzburgern kehrte Topstürmer Karim Adeyemi nach überstandener Mandeloperation zurück in die Startelf.

Rapid extrem defensiv eingestellt 

Die Wiener setzten auf eine extrem defensive Ausrichtung, der vor der Abwehr aufgebotene Emanuel Aiwu ließ sich immer wieder ins Abwehrzentrum zurückfallen und sorgte damit für eine Fünferkette beim Verteidigen. Dabei präsentierten sich die Hausherren von Start weg höchst aggressiv und stellten die "Bullen" vor große Probleme. Hilfreich war auch das nötige Spielglück. Salzburgs Rechtsverteidiger Rasmus Kristensen schoss in der 12. Minute überlegt ins Eck ein, der Treffer wurde allerdings wegen einer knappen Abseitsposition von Brenden Aaronson in der Entstehung der Aktion zurecht nicht anerkannt.

Bei Rapid führte hingegen gleich die erste gute Möglichkeit zum Erfolg. Bei einem Auer-Freistoß löste sich Stojkovic geschickt und köpfelte ziemlich ungedeckt ins Eck ein. Salzburg war damit wie auch schon zuletzt im Cup gegen den LASK schnell hinten, ließ allerdings diesmal die nötige Reaktion vermissen. Es mangelte an Ideen gegen die bestens postierten Rapidler, zum ersten Mal seit langer Zeit blieb der Ligakrösus in einer Hälfte ohne Schuss aufs Tor. Das Gefährlichste waren ein Aaronson-Weitschuss (38.) und ein Außennetz-Treffer von Karim Adeyemi (43.).

Aaronson und Okafor sorgen für Salzburg-Sieg 

Nach Wiederbeginn blieb das Geschehen zuerst zerfahren. Ab der 57. Minute gab dann der schneller als erwartet genesene ÖFB-Teamspieler Nicolas Seiwald sein Comeback im Trikot der Gäste, und deren Gefährlichkeit nahm auch zu. Einen Kopfball von Adeyemi konnte Paul Gartler noch aus dem Kreuzeck fischen (62.), zwei Minuten später war er aber machtlos. Noah Okafor wurde auf der Seite zu wenig attackiert und nach dessen Hereingabe hatte Aaronson im Strafraum zu viel Platz und konnte einschießen.

Rapid hatte sichtlich Mühe mit dem erhöhten Druck der Heimischen, wäre beinahe aber selbst wieder in Führung gegangen. Wieder wurde eine Topchance durch einen Auer-Freistoß eingeleitet, ein Nachschuss von Srdjan Grahovac wurde zur Ecke abgelenkt (69.). Auf der anderen Seite ging ein Adeyemi-Kopfball vorbei (74.). Dessen Sturmpartner Okafor wurde drei Minuten danach zum Matchwinner, versenkte eine Hereingabe des eben erst eingewechselten Junior Adamu aus kurzer Distanz direkt. Damit hat Rapid schon von den jüngsten 23 Ligaspielen gegen Salzburg nur eines gewonnen.

Die Stimmen zum Spiel 

Ferdinand Feldhofer (Rapid-Trainer): "Schlussendlich ist es sehr schade, dass wir nichts mitnehmen haben können, das tut weh. Trotzdem, von der Leidenschaft, Bereitschaft und dem Teamgeist muss ich ein großes Lob aussprechen, man kann stolz sein auf die Truppe. Wenn wir so weitermachen, werden wir noch viel Freude haben. Wir haben defensiv viel richtig gemacht, ganz wenig zugelassen, eine hervorragende Zweikampfführung gehabt. Wir haben es aber verabsäumt, nach dem 1:0 noch genauer, präziser die Konter zu spielen, deshalb ist der Druck größer geworden. Bis zur 60. Minute haben wir aber das Spiel im Griff gehabt, wir hatten da auch einen vielversprechenden Konter durch Grüll. Leider haben wir genau in dieser Phase ein Gegentor bekommen. Bei den Gegentoren kann man sicher besser verteidigen."

Matthias Jaissle (Salzburg-Trainer): "Wir sind richtig gut in die Partie gekommen, dann wurde die 1:0-Führung aberkannt, gefühlt im Gegenzug hat Rapid aus einer Standardsituation das 1:0 gemacht. Dann ist es immer schwer, Rapid wurde defensiver in der Spielweise, wir waren kopflos, zu wild unterwegs, wollten auf Biegen und Brechen den Ausgleich machen und haben die Struktur vergessen. 2. Halbzeit war richtig gut, wir haben konzentriert unser Ding gemacht, Dominanz ausgestrahlt mit und gegen den Ball und am Ende verdient gewonnen."

Quelle: Agenturen / mpa