APA - Austria Presse Agentur

Red Bull hofft auf Titel-Vorentscheidung in Lateinamerika

25. Okt 2021 · Lesedauer 4 min

Nach seinem Taktik-Triumph in Texas geht Red-Bull-Star Max Verstappen mit 12 Punkten Vorsprung in die fünf letzten Rennen der Formel-1-WM 2021. Schon acht Grand-Prix-Siege hat der Niederländer heuer bejubelt, sein Titel-Konkurrent Lewis Hamilton kommt lediglich auf fünf. "Zehn Siege sind für den Titel nötig", berechnete Red-Bull-Berater Helmut Marko. Für Verstappen sprechen die nächsten beiden Stationen Mexiko und Brasilien - unklar ist, ob es den Vorteil dort wirklich gibt.

In Austin lag Verstappen am Ende nach zwei vorgezogenen Boxenstopps nur 1,3 Sekunden vor einem Mercedes-Mann Hamilton im Aufholjagd-Modus. Dritter wurde Sergio Perez im zweiten Red Bull. "Die letzten zwei Runden waren definitiv schwierig für die Reifen, da war nicht mehr viel Grip", erzählte Verstappen. "Aber dann zwei Runden vor Schluss war der Haas vor mir, dadurch konnte ich das DRS verwenden, so sind wir vorne geblieben." Hamilton meinte: "Wir haben alles gegeben, und sie waren einfach schneller."

Red Bull hatte sich dafür entschieden, mit den Boxenstopps früh die Karten auf den Tisch zu legen, musste so aber darauf hoffen, dass Verstappens dritter Reifensatz im Finish nicht unerwartet stark abbaut. Der Brite Hamilton war mit frischeren Reifen flotter unterwegs als sein Titel-Konkurrent. "Wir wussten, dass er am Ende so schnell ist, und er hatte sich einen Vorteil mit dem späteren Stopp verschafft", erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner die Ausgangsposition im Strategie-Zweikampf. "Max hat das Rennen dann superb verwaltet, speziell in seinem letzten Stint auf dem harten Reifen."

Im Wettrennen um den Titel hat Verstappen nun einen gewissen Vorteil. "Wir haben befürchtet, dass wir nach Russland, der Türkei und den USA mit einem Rückstand dastehen werden. Das macht uns jetzt Mut", sagte Marko im ORF-Interview. "Lewis Hamiltons Krone rutscht, als Max Verstappen die Nerven behält und die Führung im Titelrennen ausbaut", schrieb die Londoner "Times".

Der Niederländer ist auf dem Weg, Großes zu schaffen und Hamiltons Traum vom alleinigen Titelrekord mit Triumph Nummer acht zumindest in diesem Jahr zu zerstören. Die nächsten zwei Etappen verheißen für Red Bull jedenfalls Gutes, denn sowohl in der Höhenlage von Mexiko-Stadt wie auch in Sao Paulo fühlten sich die von Star-Ingenieur Adrian Newey entworfenen Boliden in der jüngeren Vergangenheit wohl. "Die nächsten Strecken sind sehr starke Kurse für Red Bull. Das wird hart. Ganz sicher", meinte Hamilton, der zuvor in Texas fünf von acht Rennen gewonnen hatte.

Verstappen triumphierte 2017 und 2018 in Mexiko, dazu 2019 in Brasilien. "Mercedes war aber nie wirklich schlecht dort. Eine g'mahte Wies'n ist das nicht", warf ORF-Experte und Co-Kommentator Alexander Wurz ein. Hamilton war beim mexikanischen Grand Prix 2016 und 2019 erfolgreich, in Brasilien holte er 2016 und 2018 den Sieg. Im Vorjahr fielen beide Rennen der Covid-Pandemie zum Opfer und wurden nicht ausgetragen.

Nach Mexiko-Stadt und Sao Paulo bildet Katar den Abschluss dieses letzten Tripleheaders (drei Rennen an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen) in der WM-Saison. Die Rechnung bei Red Bull heißt, zwei Siege müssen noch her - und vorzugsweise so schnell wie möglich. "Dann können wir beruhigt ins Finish im Nahen Osten gehen", sagte Marko. "Wir wissen, dass es ein paar Rennen gibt, wo Mercedes den Vorteil haben wird, und ein paar, wo wir stark sein werden. Der Rest der Saison wird wirklich spannend", betonte Horner.

"Ich glaube nicht, dass es ein bestimmtes Muster gibt, wem welche Strecke besser liegt", meinte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Wir müssen einfach Druck machen und Druck machen und hoffen, so dass wir hoffentlich in einer Situation sind, bis zum allerletzten Rennen um die Weltmeisterschaft zu kämpfen." Die Chancen seien "absolut intakt, es ist alles offen. In einem Rennen kann es sich entscheiden, wenn einer stehen bleibt."

Quelle: Agenturen