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Rauere Töne im Vertragspoker um Bayern-Star Alaba

Im Vertragspoker um David Alaba werden die Töne merklich rauer. Wenige Tage vor dem Saisonstart in der deutschen Fußball-Bundesliga wirbelte Vereinspatron Uli Hoeneß mit einer Aussage gehörig Staub auf. Alabas Vater reagierte ebenso wie der von Hoeneß als "geldgieriger Piranha" verunglimpfte Star-Berater Pini Zahavi erbost. Alaba selbst sitzt ein wenig zwischen den Stühlen.

Er wünsche sich, dass seine vertragliche Situation nicht in der Öffentlichkeit geklärt wird, sagte der Wiener am Montagabend der "Bild"-Zeitung. "Viele Dinge, die im Moment geschrieben und gesagt werden, stimmen einfach nicht und entsprechen nicht der Wahrheit", meinte Alaba weiter. Der 28-Jährige sprach auch davon, dass ihn Aussagen und Berichte der vergangenen Wochen "durchaus auch verletzt" hätten.

Gleichzeitig bekundete Alaba auch seine Verbundenheit mit dem FC Bayern, dem Club, der "Zuhause, Familie und Heimat" für ihn sei. "In einer Familie ist man durchaus mal anderer Meinung, man streitet sich vielleicht auch, aber es bleibt immer innerhalb der Familie. Das werde ich auch weiter beherzigen", erklärte Österreichs Fußball-Star.

Offensichtlich ist, dass die Familienbande derzeit einer Belastungsprobe unterzogen wird. Es spießt sich offenbar am Geld. Laut deutschen Medienberichten will Zahavi das Jahresgehalt seines Klienten bei einer Vertragsunterschrift ordentlich aufgestockt haben. Das Fachmagazin "kicker" schrieb von 25 Millionen Euro brutto jährlich bei einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren. Damit würde Alaba mehr kassieren, als es die derzeitigen Topverdiener Manuel Neuer und Robert Lewandowski tun, die kolportierte 20 Millionen im Jahr einstreichen.

Die Bayern sind in Zeiten der Coronakrise ganz offensichtlich nicht bereit, dem nachzukommen. Das Angebot des Champions-League-Siegers soll deutlich unter der Gehaltsobergrenze liegen und sich bereits seit geraumer Zeit nicht verändert haben. Laut "Sky" liegen beide Parteien sowohl in Sachen Laufzeit als auch beim Gehalt auseinander. So soll der Club jährlich 7,5 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen bieten.

Hoeneß hatte sich am Sonntag bei Sport1 bemüht, den Fußballer zu loben und die Schuld an den stockenden Verhandlungen ganz auf Zahavi zu schieben. Der soll für eine Unterschrift Alabas für sich selbst ein Honorar "im zweistelligen Millionenbereich" anstreben. Dem widersprach der Manager aus Israel.

Den Vorwurf der Geldgierigkeit wollte auch Alabas Vater nicht auf sich sitzen lassen. Sein Sohn habe in der Vergangenheit bereits die Möglichkeit gehabt, zu einem anderen Verein zu wechseln. "Aber wir waren loyal und haben uns immer für einen Verbleib entschieden. Ich habe nicht damit gerechnet, dass der FC Bayern jetzt in der Öffentlichkeit schmutzige Lügen über Gehalts- und Provisionsforderungen streut", sagte George Alaba am Montagnachmittag gegenüber "Sky". Er sprach auch von "dreckigen Anschuldigungen" vonseiten des Vereins. "Und das alles nur, weil wir die von ihnen vorgelegten Zahlen nicht akzeptieren."

Die Bayern starten am Freitagabend gegen Schalke in die Mission Titelverteidigung der Bundesliga. Alaba wird aller Voraussicht nach wieder als Abwehrchef einlaufen. Der Vertrag des 28-Jährigen läuft noch bis 2021. Die Aussicht, dass der Wiener den Verein im kommenden Sommer ablösefrei verlässt, ruft beim Rekordmeister keine Freude hervor. Die Münchner könnten ihren langjährigen Profi noch bis 5. Oktober verkaufen.

Alaba würde laut Berichten gerne in Spanien spielen. Bei einer kolportierten Ablösesumme von zumindest 60 Millionen Euro gilt der Kreis der Interessenten als überschaubar. Der FC Barcelona befindet sich aktuell nicht in der besten finanziellen Lage, auch für Real Madrid dürfte die Summe in Corona-Zeiten nur schwer zu stemmen sein. Nun müssen alle Beteiligten wieder um Sachlichkeit kämpfen. Im Verein wollen alle, dass Alaba bleibt. "Wir würden uns alle wünschen, dass es zu einer Einigung kommt", sagte Teamkollege Leon Goretzka am Dienstag.

ribbon Zusammenfassung
  • Wenige Tage vor dem Saisonstart in der deutschen Fußball-Bundesliga wirbelte Vereinspatron Uli Hoeneß mit einer Aussage gehörig Staub auf.
  • Alabas Vater reagierte ebenso wie der von Hoeneß als "geldgieriger Piranha" verunglimpfte Star-Berater Pini Zahavi erbost.
  • So soll der Club jährlich 7,5 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen bieten.
  • Der soll für eine Unterschrift Alabas für sich selbst ein Honorar "im zweistelligen Millionenbereich" anstreben.