APA - Austria Presse Agentur

Rapid will unter Interimstrainer Hofmann zur Ruhe finden

19. Nov 2021 · Lesedauer 4 min

Mit Steffen Hofmann auf der Trainerbank will Rapid in der 15. Runde der Fußball-Bundesliga den erst fünften Saisonsieg einfahren. Der Interimstrainer versprach einen mutigen Auftritt gegen Altach im wohl letzten Heimspiel des Jahres vor Zuschauerkulisse am Samstag (17.00 Uhr). Für Fußball-Serienmeister Salzburg wäre alles andere als ein Heimsieg über die Admira eine Enttäuschung. Heimmacht Ried nimmt gegen Hartberg ebenfalls einen Sieg ins Visier.

Nachdem Rapid in der Vorwoche bei Dietmar Kühbauer die Reißleine gezogen hatte, rückte der langjährige Kapitän vom Amt, Steffen Hofmann, als Co-Trainer der zweiten Mannschaft zum Interimstrainer auf. "Wir wollen Ruhe reinbringen", sagte Hofmann am Freitag. Das Spieler-Idol bezog sich dabei vor allem auf das Gebotene auf dem Rasen. Einiges werde im Rapid-Spiel zwar auch gleich bleiben. "Da sind Abschnitte dabei, die die Jungs richtig gut können, die werden wir auch beibehalten." Der ehemalige Spielmacher versprach aber auch gesteigerte Attraktion. "Das Ziel muss immer sein, dass wir am Ende des Tages vor der Hütte stehen und den Ball ins Tor schießen. Das mit einem gewissen Nachdruck. Dafür stehen wir. Das ist Rapid."

Gegner Altach erwartete sich trotz des Trainerwechsels "keine andere Systematik bei Rapid Wien". "Möglicherweise bekommen Spieler wieder eine Chance, auf welche in letzter Zeit nicht zurückgegriffen wurde", vermutete Altach-Trainer Damir Canadi. Damit dürfte der ehemalige Rapid-Trainer zum Teil recht behalten, denn die Hütteldorfer müssen gleich auf vier gestandene Innenverteidiger verzichten. Altach liegt zwar punktegleich mit dem Duo LASK und WSG Tirol am Tabellenende, die obere Tabellenhälfte wäre bei aktuell vier Punkten Rückstand mit einer Art Lauf machbar. Anzeichen für einen solchen gab es zuletzt jedoch nicht.

Der große Vorsprung der Salzburger "Bullen" auf die Verfolger WAC und Sturm Graz soll mit einem Heimsieg über Admira zumindest gehalten werden. Coach Matthias Jaissle, der nach seiner Corona-Erkrankung wieder zurückkehrt, sah nach zwei Remis in den jüngsten vier Runden und das Champions-League-Spiel in Lille am Dienstag vor Augen aber Grund genug, vor dem "klassischen Ligaalltag" zu warnen. "Wir haben in den letzten Wochen gesehen, dass uns die Gegner das Leben schwer machen", meinte Jaissle. So gab es in den jüngsten vier Ligapartien ein 1:1 in Altach, ein 2:2 in Ried und zuletzt einen 1:0-Arbeitssieg bei der Wiener Austria. 14 Punkte liegt man vor dem ersten Verfolger WAC bzw. 15 vor Sturm, das ein Spiel weniger am Konto hat. Der "Winterkönig" ist den Salzburgern aber dank des besseren Vergleichs mit Sturm ohnehin nicht mehr zu nehmen.

Admira-Coach Andreas Herzog formulierte vor dem schweren Gang nach Wals-Siezenheim bescheiden. "Wir gehen immer optimistisch in ein Spiel, sind aber natürlich auch realistisch. Salzburg ist die beste Mannschaft in Österreich, hat das höchste Tempo und die höchste Intensität. Wir müssen sehr gut verteidigen, wollen aber auch zu Möglichkeiten kommen", sagte der ÖFB-Rekordinternationale. Zuletzt kassierte man aufgrund mangelnder "Killer-Mentalität" (Herzog) gegen Ried ein 1:2, mit 14 Punkten liegt man nur einen Zähler vor Schlusslicht WSG Tirol. "Es wird ein Fight über 90, 95 Minuten. Wir werden sehen, ob meine Mannschaft aus den letzten unnötigen Niederlagen gelernt hat", erklärte Herzog.

Mit Ried peilt Interimscoach Christian Heinle den nächsten Sieg in der Fußball-Bundesliga an. Im Duell mit Tabellennachbar TSV Hartberg wollen die "Wikinger" auch ihre Heimserie (3 Siege, 3 Remis) fortsetzen. Ein Dreier käme beiden Teams nicht ungelegen, schließlich kann es schnell gehen: Zwar ist das Duo nur je 7 Punkte von Platz 2 entfernt, der Vorsprung auf Schlusslicht Tirol beträgt aber ebenfalls lediglich 4 Zähler. "Ich hoffe, dass trotz der aktuellen Situation die Fans zahlreich ins Stadion kommen, um uns zu unterstützen. Das ist ein riesengroßer und wichtiger Faktor für uns", sagte Heinle. Aufgrund der aktuell in Oberösterreich geltenden Corona-Maßnahmen sind zwar die Stehplätze gesperrt, können aber Zuschauer (laut 2G-Regel) ins Stadion.

Hartberg, das trotz Punktegleichheit ein um 10 Treffer besseres Torverhältnis aufweist, muss die jüngste 0:2-Heimniederlage gegen Klagenfurt samt völlig verschlafenem Start ausbügeln. Trainer Kurt Russ warnte vor einer "schwierigen Aufgabe. Ried ist eine Heimmacht und spielt gerade zuhause sehr aggressiv", erklärte der Ex-ÖFB-Teamspieler.

Quelle: Agenturen