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Rangnick trauert Nations-League-Sieg gegen Frankreich nach

11. Juni 2022 · Lesedauer 4 min

Ein Remis gegen einen regierenden Weltmeister ist für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft in der Regel ein Grund zum Feiern, und dennoch hat sich Teamchef Ralf Rangnick nach dem 1:1 am Freitag im Wiener Happel-Stadion gegen Frankreich äußerst unzufrieden gezeigt.

Der Deutsche trauerte einem Nations-League-Sieg gegen die "Bleus" nach und war vor allem von der Entstehung des Ausgleichs durch Kylian Mbappe in der 83. Minute genervt. Dem Tor des eingewechselten PSG-Stars ging ein zu hastig ausgeführter Freistoß der Österreicher in der gegnerischen Hälfte voraus, es folgte ein Fehlpass von Konrad Laimer und dann der verhängnisvolle Konter. "Total ärgerlich", sagte Rangnick. "Dass du gegen so einen Gegner ein Tor bekommen kannst, ist klar, aber nicht so."

"Bin nicht zufrieden mit diesem Ergebnis"

Beim 63-Jährigen war eher wenig Freude über den Achtungserfolg gegen die Franzosen zu spüren, es überwog die Frustration darüber, die Sensation knapp verpasst zu haben. "Für mich fühlt sich das Ergebnis nicht so an, dass man mir gratulieren müsste", erklärte Rangnick. "Ich bin mit diesem Ergebnis nicht zufrieden und ich glaube, die meisten Spieler auch nicht. Und sie sollen sich auch nicht einreden lassen, dass sie mit dem Ergebnis zufrieden sein können."

Seine Mannschaft hielt die Partie vor der Pause offen und erzielte durch Andreas Weimann das sehenswerte Führungstor. Nach dem Seitenwechsel hing die ÖFB-Auswahl gegen die Franzosen dann phasenweise in den Seilen. "Ich finde, dass es vor allem in der ersten Hälfte ein sehr gutes Spiel von uns war, mit Luft nach oben in Ballbesitz, aber immer mit mutigen Angriffen. Das Tor war fantastisch herausgespielt, viel besser geht es nicht", sagte Rangnick. In der zweiten Hälfte sei es vor allem ums Verteidigen gegangen.

Zwar wurde der ÖFB-Abwehrriegel durch Mbappe geknackt, danach bot sich aber noch die Gelegenheit auf das 2:1, doch Karim Onisiwo brachte den Ball nicht zum einschussbereiten Michael Gregoritsch. "Da hätten wir das zweite Tor machen müssen", meinte Rangnick, den der verpasste Sieg sichtlich wütend machte. "In der Regel dauert es 24 Stunden, bis es richtig verraucht ist."

"Waren drauf und dran zu gewinnen"

Schon beim 1:2 gegen Dänemark am Montag sei deutlich mehr möglich gewesen. "Gegen die Dänen haben wir durch ein dämliches Verhalten bei einem gegnerischen Freistoß einen Punkt weggegeben, heute bei einem eigenen Freistoß zwei Punkte", kritisierte Rangnick.

Dennoch habe man "vom Matchplan viel umgesetzt, und das gegen einen Top-Gegner. Wir waren drauf und dran zu gewinnen, aber eben nur drauf und dran", sagte Rangnick. Nach den Angaben des Teamchefs zeigten sich die Franzosen im Vergleich zum 1:2 gegen Dänemark und zum 1:1 gegen Kroatien deutlich verbessert. "Das war taktisch von ihnen ein ganz anderer Auftritt als in den ersten beiden Spielen, sie haben auch viel knackiger und aggressiver gewirkt."

Tage der Regeneration

Die Franzosen sind in Gruppe 1 mit zwei Punkten Letzter, vor ihnen liegen die Kroaten, Österreicher (je 4) und Dänen (6), die am Montag in Kopenhagen nächster ÖFB-Gegner sind. Dabei handelt es sich um das vierte Match innerhalb von elf Tagen. "Wir werden in den nächsten Tagen versuchen zu regenerieren", kündigte Rangnick an. "Es ist durchaus möglich, dass der eine oder andere Frische ins Team kommt."

Offen ist unter anderem der Einsatz von David Alaba, der an Adduktorenproblemen laboriert, der verletzte Stefan Posch fällt fix aus. Konrad Laimer und Xaver Schlager spielten in den bisherigen drei Partien durch, trotzdem sind sie für Montag ein Thema. Rangnick: "Wir werden sicher niemanden heimschicken, es sei denn, jemand ist verletzt."

Im Flieger sitzen wird auch Goalie Patrick Pentz, der sich im Rennen um das Einserleiberl gute Karten verschafft hat. "Er hat schon gegen Dänemark ein gutes Spiel gemacht und heute auch wieder, aber geklärt ist gar nichts. Wir werden sehen, wer gegen Dänemark spielt, es kann auch sein, dass Heinz Lindner beginnt", sagte Rangnick. Wichtig werde in diesem Zusammenhang sein, wer bei seinem Verein regelmäßig zum Einsatz komme. Sowohl bei Pentz als auch bei Lindner und dem dritten einberufenen Keeper Martin Fraisl ist die Zukunft auf Clubebene noch nicht entschieden.

Quelle: Agenturen