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Ralf Rangnick neuer ÖFB-Teamchef

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Das österreichische Fußball-Nationalteam hat einen neuen Trainer: Ralf Rangnick tritt das Erbe von Franco Foda an und übernimmt als Teamchef! Der Vertrag läuft zunächst für zwei Jahre, verlängert sich jedoch im Falle einer EM-Qualifikation automatisch um weitere zwei.

Der Überraschungscoup, der sich gestern bereits anbahnte, ist nun perfekt: Ralf Rangnick übernimmt das österreichische Fußball-Nationalteam, wie der ÖFB am Freitag in einer Pressekonferenz bekannt gibt. Der 63-Jährige bringt Lars Kornetka als Assistenztrainer mit zum ÖFB.

"Es ist eine Ehre für mich, die Aufgabe als Teamchef zu übernehmen. Mit großer Vorfreude erfüllt mich insbesondere die Aussicht, mit einer jungen, erfolgshungrigen Mannschaft die Europameisterschaft in Deutschland zu bestreiten", sagt der designierte Teamchef laut ÖFB-Aussendung. Rangnick soll frühestens nächste Woche nach Österreich kommen und offiziell präsentiert werden. "Es reizt ihn extrem", verrät ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel. Rangnick gilt als Mastermind der Red-Bull-Spielphilosophie, er war in Salzburg von 2012 bis 2015 Sportdirektor.

Der 63-jährige Deutsche coacht aktuell das Star-Ensemble von Manchester United rund um Cristiano Ronaldo. Zuvor war Rangnick bereits mehrere Jahre in Österreich als Sportchef von Red Bull Salzburg (und RB Leipzig) aktiv. Als Trainer stand er jahrelang in der deutschen Bundesliga an der Seitenlinie und betreute unter anderem den FC Schalke 04, den VfB Stuttgart, Hoffenheim sowie Hannover 96. Seinen Vertrag bei ManUnited wird Rangnick dennoch erfüllen und bis zum Ende der Premier League Saison (Ende Mai) Trainer des englischen Topclubs bleiben.

Rangnick hat einen Anschlussvertrag als Berater bei dem englischen Rekordmeister und wird nach dem Ende seiner Trainertätigkeit in Manchester dieser Nebentätigkeit nachgehen. Maximal sechs Tage im Monat soll er sich um die "Red Devils" kümmern, bestätigte ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold. Für den Verband sei das kein Problem.

"Rangnick ist ein ganz großer Name im Weltfußball"

PULS 24 Sportexperte Mario Hochgerner gibt im Interview bei PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros eine erste Einschätzung zur Verpflichtung von Ralf Rangnick als neuen ÖFB-Teamchef ab. Dieser habe "den Fußball revolutioniert" und die Entwicklung von Red Bull Salzburg bzw. Leipzig maßgeblich geprägt, so Hochgerner. Man dürfe erwarten, dass Rangnick "jedes Kieselsteinchen beim ÖFB umdrehen wird."

Gestern Chelsea, heute ÖFB 

Am gestrigen Donnerstag war Rangnick mit United noch beim 1:1 gegen Chelsea im Einsatz, am Freitag wird er von Sportdirektor Peter Schöttel, Präsident Gerhard Milletich und Geschäftsführer Bernhard Neuhold als neuer ÖFB-Coach präsentiert. Die Verpflichtung des Deutschen darf durchaus als Überraschung bezeichnet werden. Lange Zeit schien Peter Stöger in der Pole Position zu sein. Auch der Ex-Schweiz-Nationaltrainer Vladimir Petkovic wurde als möglicher Foda-Nachfolger gehandelt.  Der aktuelle Sky-Experte Stöger meinte zur Entscheidung: "Der ÖFB hat einen guten Trainer gefunden. Wie seinem Vorgänger Franco Foda drücke ich auch Ralf Rangnick die Daumen, erfolgreich mit der österreichischen Nationalmannschaft zu sein."

Krankl wollte Stöger oder Herzog

Deutlich kritischer äußerte sich Hans Krankl. "Ich hätte gerne, dass es Peter Stöger oder Andi Herzog geworden wären. Diese Lösung kommt für mich und ich glaube für viele sehr überraschend." Reaktionen von ÖFB-Teamspieler blieben vorerst aus, lediglich Andreas Ulmer gab im Zuge der Cup-Final-Pressekonferenz eine Einschätzung ab. "Er ist ein Top-Trainer, der einiges entwickeln wird können. Er kann die österreichische Nationalmannschaft sicher besser machen", sagte der Linksverteidiger von Red Bull Salzburg, der Rangnick in dessen Zeit als "Bullen"-Sportdirektor kennenlernte.

Schöttel skizziert in der Pressekonferenz, wie der Auswahlprozess des neuen Teamchefs zu Stande gekommen ist. Speziell die letzte Woche bezeichnet er als "sehr herausfordernd". Der Ex-Rapid-Trainer betont, dass man zunächst eine österreichische Lösung angestrebt habe: "Ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass einige das Zeug dazu hätten." Die Möglichkeit einen international angesehenen Fachmann wie Rangnick zu verpflichten, dessen Engagement, nach zunächst losen Gesprächen, "mit jedem Treffen konkreter wurde", habe man schlussendlich jedoch wahrnehmen müssen.  

Debüt gegen Kroatien 

Seine Premiere als Teamchef wird der Deutsche, der nach dem Schweizer Marcel Koller (2011-2017) und Landsmann Franco Foda (2017-2022) bereits der dritte ausländische Nationaltrainer in Folge ist, gegen Kroatien feiern. Am 3.6 trifft Österreich im Zuge der Nations League auswärts auf den Vize-Weltmeister, ehe wenige Tage später die Heimspiele gegen Dänemark (6.6) und Frankreich (10.6) auf dem Programm stehen.

Erstes Ziel unter Rangnick ist die Teilnahme an der Europameisterschaft 2024. Die Gruppenauslosung zur Qualifikation für das Turnier, das in zwei Jahren in Deutschland stattfinden wird, erfolgt am 9. Oktober in Frankfurt. 

ribbon Zusammenfassung
  • Das österreichische Fußball-Nationalteam hat einen neuen Trainer: Ralf Rangnick tritt das Erbe von Franco Foda an und übernimmt als Teamchef!
  • Der 63-jährige Deutsche coacht aktuell das Star-Ensemble von Manchester United rund um Cristiano Ronaldo. Zuvor war Rangnick bereits mehrere Jahre in Österreich als Sportchef von Red Bull Salzburg (und RB Leipzig) aktiv
  • Seine Premiere als Teamchef wird der Deutsche, der nach dem Schweizer Marcel Koller (2011-2017) und Landsmann Franco Foda (2017-2022) bereits der dritte ausländische Nationaltrainer in Folge ist, gegen Kroatien feiern.
  • Am 3.6 trifft Österreich im Zuge der Nations League auswärts auf den Vize-Weltmeister, ehe wenige Tage später die Heimspiele gegen Dänemark (6.6) und Frankreich (10.6) auf dem Programm stehen.